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Druck auf Zulieferer

Airbus verlangt deutliche Preissenkungen

Airbus und Boeing wollen höhere Margen. Daher machen sie nun massiven Druck auf ihre Zulieferer. Die Europäer verlangen 10 Prozent tiefere Preise.

Airbus

Airbus A320: Das Modell soll billiger werden.

Airbus und Boeing bleiben auf Rekordkurs. Und jeder versucht dabei, dem anderen möglichst viele Bestellungen wegzuschnappen. Teilweise läuft dieser Wettbewerb auch über den Preis. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat Airbus daher ein Effizienzprogramm lanciert, das den Namen Scope+ trägt. Und das bezieht auch die Zulieferer mit ein.

Wie Reuters schreibt, macht der europäische Flugzeugbauer Druck auf die Zulieferer seines A320-Programms, die Preise zu senken. Bis 2019 sollten sie um mindestens 10 Prozent sinken, verlangt Airbus offenbar von den Geschäftspartnern. So will man den Mittelstrecken-Verkaufsschlager gegenüber Boeings Pendant 737 attraktiver machen.

«Geschäftsbeziehungen überdenken»

Offenbar hat Airbus den Zulieferern mitgeteilt, dass man angesichts der hohen Nachfrage die Geschäftsbeziehungen «überdenke» und sich «alle Optionen anschaue». Auch überlege sich Airbus, auf mehrere Zulieferer zu setzen. Damit wolle man die Risiken minimieren, die durch verspätete Auslieferungen entstehen können – und die Preise drücken.

Boeing hat ebenfalls die Geschäftsbeziehungen mit Zulieferern überarbeitet, um neue Preise zu verhandeln – aus demselben Grund. Die Amerikaner gingen sogar noch weiter: Sie verlangten Preisreduktionen von 15 Prozent – oder die Zulieferer würden keine Aufträge mehr erhalten.

Zulieferer haben höhere Margen

Der Hintergrund ist, dass die Zulieferer die Gewinner in Sachen Margen sind. Zwar fahren Airbus und Boeing die höchsten Gewinne und Umsätze ein, aber die Top-20-Firmen, was die Margen betrifft, sind laut der Beratungsfirma Deloitte allesamt Zulieferer. Die Flugzeugbauer wollen nun auch etwas von dem Kuchen abhaben.



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