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Rekordbestellung

Airbus oder Boeing oder beide? Cebu Pacific will sich bald entscheiden

Die philippinische Billigairline entscheidet in den kommenden Monaten, ob sie A320 Neo von Airbus oder 737 Max von Boeing bestellen wird. Die Zeichen stehen bei Cebu Pacific auf Wachstum.

Einen Rekord hält Cebu Pacific bis heute: Keine andere Fluggesellschaft auf der Welt bestuhlt ihre Airbus A330 Neo enger als die philippinische Billigairline. 460 Economy-Plätze bietet sie in ihren sieben A330-900 Die älteren A330-300 sind mit 436 Sitzen ausgestattet. Zum Vergleich: Die malaysische Langstrecken-Billigairline Air Asia X setzt auf 377 Sitze in ihren A330.

Abzuschrecken scheint das die Reisenden nicht. Das Geschäft boomt. Es wird geschätzt, dass die Airline im vergangenen Jahr mit 22 Millionen Passagiere begrüßen konnte und damit wieder fast so viele wie vor der Pandemie. «Wir sind noch dabei, unsere Zahlen für 2023 fertigzustellen. Was ich jedoch mitteilen kann, ist, dass unser Passagierverkehr von Januar bis September letzten Jahres in diese Richtung geht», sagte Verkaufschef Alexander Lao, kürzlich gegenüber der Zeitung The Star.

Reiseboom in Südostasien

Erste Daten von Cebu Pacific zeigten auch, dass die meisten inländischen Passagiere von Manila aus zu den Touristenhochburgen Caticlan, Cebu und Davao flogen. Aber auch der internationale Verkehr nimmt wieder zu. Die meisten Flüge gingen 2023 nach Hongkong, Japan, Thailand und Vietnam. Die Airline rechnet mit einem langfristigen Reiseboom in ganz Südostasien.

Die Zeichen stehen wieder auf Wachstum. Cebu Pacific will bis 2035 ihre Flotte von heute rund 80 Flugzeugen, alle von Airbus, mehr als verdoppeln. Dazu kündigte das Management um Airline-Chef Michael Szucs im vergangenen Oktober an, 100 bis 150 Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge im Wert von zwölf Milliarden Dollar zu kaufen. Das wäre die größte Bestellung der Airline aller Zeiten.

Entscheidung in den kommenden Monaten

Am Rand der Singapore Airshow sagte Szucs nun in einem Interview, dass man im Mai oder Juni bekannt geben wolle, bei welchem Hersteller die Flugzeuge bestellt werden sollen, schreibt die Zeitung Inquirer. Es könne sogar sein, dass man eine Mischung aus A320-Familie von Airbus und der Max-Reihe von Boeing bestellen werde. Cebu Pacific benötige eine Mischung aus verschiedenen Flugzeugen, um den unterschiedlichen Landebahntypen der Philippinen gerecht zu werden, so Szuc.

Für die krisengebeutelten Amerikaner käme ein Großauftrag zum richtigen Zeitpunkt. Zudem wäre es für Boeing ein gutes Signal, wenn mit Cebu Pacific eine Fluggesellschaft, die bisher nur auf Airbus setzt, ins Boeing-Lager wechseln würde. Der Airline-Chef stehe mit dem Konzern in engem Austausch. Er sei auch zuversichtlich, dass Boeing die Probleme mit der 737 Max lösen werde.

Auslieferung ab 2027

Zwar muss Cebu Pacific aktuell zehn Exemplare der Airbus-A320-Neo-Familie aufgrund von Problemen mit den Pratt & Whitney-Triebwerken am Boden lassen,. Dennoch zeigt sich Chef Michael Szucs zuversichtlich, dass Pratt & Whitney das Problem bis 2027 gelöst haben wird. Dann will die Airline ihre ersten neuen Flugzeuge in Empfang nehmen.