A380 von Airbus: Der Hersteller versucht sich neu in der Krisenkommunikationl

A380-Risse zehn Jahre unbemerkt

Airbus-Chef Tom Enders gesteht Fehler ein, was das Thema der Risse in den Tragflächen der A380 betrifft.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Trainer Aircraft Chief Engineer

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
k5 logo

Captain A320 (m/w/d)

K5-Aviation GmbH
München, Hamburg, Stuttgart
Feste Anstellung
Business Aviation
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
logo-gi-group

Teamleiter (gn) am Flughafen Hamburg

Hamburg
Feste Anstellung
Gi Group Recruiting
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair Logo

Deputy Continuing Airworthiness Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

«Wir dachten es sei eine großartige Idee», erklärt Airbus-Chef Tom Enders. Als vor etwa einem Jahrzehnt der Airbus-Superjumbo designt wurde, war ein wichtiger Punkt das Gewicht. Der A380 musste leichter werden. Grund dafür war lau der Nachrichtenagentur Reuters, dass der Flieger leiser werden sollte, wofür größere Rotoren nötig waren - und damit auch schwerere. Das zusätzliche Gewicht musste also an anderer Stelle weg. Daher setzte man in den betroffenen Bauteilen - den Rippenfüßen an den Tragflächen - auf einen Mix aus Karbonfasern und Metall-Legierungen.

Das reduzierte zwar das Gewicht, aber gleichzeitig hatten die zuständigen Ingenieure offenbar falsch eingeschätzt, wie die Materielien auf extreme Temperaturen reagieren. Man sei eigentlich sehr sicher gewesen, dass man genau die richtigen Werkstoffe verwendet habe und auch die Technologie vollkommen gemeistert hatte. Auch war sich Airbus sicher, Zusammenspiel von Karbonfasern und Metall vollkommen verstanden zu haben. «Wir mussten auf die harte Weise lernen, dass das nicht der Fall war», gesteht Enders ein. Und das hat eine ganze Dekade gedauert.

Anfang des Jahres waren die feinen Risse an kleinen L-förmigen Teilchen aufgetaucht, von denen 2000 in jedem A380-Flügel stecken. Immer mehr betroffene Flieger kamen hinzu. Schließlich musste Airbus gemäß Lufttüchtigkeitsanweisung der Europäischen Luftfahrtbehörde EASA die komplette Superjumbo-Flotte überprüfen. Die Reparaturkosten werden mehrere hundert Millionen Euro geschätzt, doch es kommen immer mehr hinzu. Die Sicherheit der Passagiere sei aber weiterhin nicht gefährdet, heißt es. Alle Arbeiten dienen dazu, den Flieger langfristig sicherer und besser zu machen.

Lösung gefunden

Zwar hat Airbus inzwischen eine Lösung gefunden, wie das Problem schon während der Produktion gelöst werden kann. Doch ganze 120 Flieger müssen repariert werden, bevor die ersten Superjumbos von Anfang an ohne den Fehler aus der Produktion kommen.

Nachdem die Risse am Superjumbo entdeckt worden waren, war Airbus von vielen Seiten für die Krisenkommunikation kritisiert worden. «Boeing hat solche Probleme weit besser im Griff» sagte etwa Mark Lapidus, Geschäftsführer des größten A380-Leasingunternehmens Doric zu dem Thema. Der europäische Flugzeugbauer habe sich viel zu zurückhaltend verhalten und sollte von sich aus mehr Informationen preisgeben. Offenbar Airbus sich das nun zu Herzen genommen. Der deutliche Ton, in dem Tom Enders über das Thema redete, zeigt, dass Airbus das Thema der A380-Risse nun ein für allemal vom Tisch haben will - und Wert darauf legt, dass der Ruf des Superjumbos nicht leidet. Ende des Monats schon wird Enders Chef der Airbus-Mutter EADS.

Mehr zum Thema

emirates airbus a380 flagge 02

Emirates setzt nationales Ausrufezeichen auf Airbus A380

emirates airbus a380

Emirates kauft im großen Stil Airbus A380

Airbus A380 von Qatar Airways: Die Fluglinie will ihr Netz über Beteiligungen stärken.

Qatar Airways lässt alle Airbus A380 bis Juni am Boden

airbus a380 f wwow

Der erste Airbus A380 fliegt wieder

Video

Westjet Boeing 787
Reisende werfen der kanadischen Fluglinie vor, ihnen Entschädigungen vorzuenthalten. Der Verdacht: Wechselt Westjet im letzten Moment Flugzeuge ein, die sich bereits in der Wartung befinden, um dann den Flug zu annullieren? Eine kanadische Behörde ermittelt.
Timo Nowack
Timo Nowack
Der Airbus A321 Neo von Lufthansa bei der Evakuierung: Starker Geruch nach Kerosin.
Kurz nach dem Start Richtung München musste ein Airbus A321 Neo der deutschen Fluglinie umkehren. Nach der sicheren Landung in Athen wurde der Jet von Lufthansa evakuiert. Drei Menschen wurden leicht verletzt.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Evakuierung des AIrbus A321 Neo von Frontier Airlines: Viele nehmen ihr Gepäck mit.
Nach dem tödlichen Zwischenfall auf der Startbahn in Denver geriet auch die Evakuierung des Airbus A321 Neo in den Fokus. Erneut haben zahlreiche Passagiere trotz Rauchentwicklung ihr Handgepäck mitgenommen. Nun ermitteln die Behörden.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies