Letzte Aktualisierung: 16:15 Uhr

Oline-Buchung

Spanier verkaufen Air-Koryo-Tickets

Es ist eine kleine Sensation. Eine spanische Reiseagentur ermöglicht als erste weltweit Online-Ticketkauf bei Nordkoreas Nationalairline.

calflier001/Flickr/CC

Air-Koryo-Flosse: Im Internet sind Flüge buchbar.

Im Jahr 2012 entdeckte Nordkoreas Nationalairline Neuland – und hat es ziemlich schnell wieder verlassen. Mit einer eigenen Internetseite war damals Air Koryo damals online gegangen. Inzwischen ist diese nicht mehr zu erreichen, Buchungen waren nach dem Internet-Aus wieder ausschließlich über Reiseagenturen möglich.

Das ändert sich nun. Die spanische Reiseagentur Destinia hat laut eigenen Angaben ab September einen Vertrag mit der nordkoreanischen Airline und darf deren Tickets verkaufen. Zunächst werden die Routen Pjöngjang-Shenyang (ab 365 Euro) und Pjöngjang-Wladiwostok (ab 405 Euro) angeboten.

Nachfrage steigt

Man habe erkannt, dass die Nachfrage nach Flügen nach Pjöngjang in den vergangenen Monaten stark angestiegen sei, erklärt Destinia-Chef Amuda Goueli. Im Sommer 2013 hatte Destinia angeboten, Tour-Pakete nach Nordkorea zu kaufen. Die seien bei Urlaubern sehr beliebt, erklärt Goueli.

Auf die Frage des Magazins NK News, ob es keine ethischen Probleme gebe, wenn man mit der nordkoreanischen Nationalairline zusammenarbeite, sagte der Manager nur: «Wir sind gerne anders als andere.» Er sei sich zwar bewusst, dass es politisch Probleme in dem Land gebe, «Aber Reisen machen die Menschen offener und toleranter.»

Auf der Schwarzen Liste

Ob die Reisen besonders komfortabel sein werden ist fraglich. Denn Nordkoreas Fluglinie steht in der Europäischen Union auf der Schwarzen Liste der gesperrten Airlines. Sie ist zudem die einzige Fluglinie, die beim Bewertungsportal Skytrax lediglich einen Stern erhält. Nur ihre beiden zwölfjährigen Tupolew Tu204 sind vom Europa-Verbot ausgeschlossen. Der Rest des Flugzeugparks mit Iljuschin Il-162 und Tupolew Tu154 ist rund dreißig Jahre alt. Neu ist nur eine Antonow An-148. Gerade frisch geordert wurde zudem eine An-158.



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