Letzte Aktualisierung: um 21:54 Uhr
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Kapitän lässt Stewardessen fliegen

Die beiden Piloten eines Fluges von Air India wollten etwas schlafen und setzten deshalb Flugbegleiterinnen ins Cockpit. Das ging beinahe schief.

Alte Krawattennadel von Air India: Die Angestellten sind unzufrieden.

Die 166 Passagiere an Bord bekamen nichts mit von der gefährlichen Situation, in die sie die beiden Piloten von Flug AI166 am 12. April brachten. Zum Glück. Die Nachlässigkeit und ein Missgeschick der Crew hätten schlecht ausgehen können. Der Airbus A321 startete um 8:55 Uhr Lokalzeit planmäßig in Bangkok. Er hatte Delhi zum Ziel. 30 Minuten nach dem Start rief der Kopilot eine Flugbegleiterin ins Cockpit. Sie solle seinen Platz einnehmen, während er auf die Toilette ging. So weit war alles in Ordnung. Doch der Kopilot kam nicht zurück. Er setzte sich in der Businessklasse in einen Sessel, um etwas zu dösen. Dann begann das, was Experten gegenüber der Zeitung Times of India als «Verspottung der Flugsicherheit» bezeichnen.

Kurze Zeit nach dem Kopiloten rief der Flugkapitän eine weitere Stewardess. Auch er verließ danach das Cockpit. Zuerst aber schaltete er den Autopiloten ein und instruierte die beiden Flugbegleiterinnen, wie sie den Flieger überwachen sollen. Dann machte er sich auf die die Businessklasse und setzte sich ebenfalls in einen Sitz, um etwas zu schlafen. 40 Minuten lang waren die beiden Stewardessen alleine am Steuer. Ein krasser Bruch aller Vorschriften.

Vom Dienst suspendiert

Die beiden Piloten hätten den A321 noch länger den beiden Frauen überlassen – wäre dem spontanen Hilfspersonal im Cockpit nicht ein Lapsus unterlaufen. Eine der Flugbegleiterinnen schaltete gemäß indischen Medienberichten den Autopiloten aus Versehen kurz aus. Daraufhin stürmten die Piloten zurück ins Cockpit um wieder Herr der Lage zu werden.

Eine andere langjährige Flugbegleiterin meldete den Vorfall später dem Management von Air India. Es suspendierte die vier Beteiligten umgehend vom Dienst. Man unternehme alle Schritte, um die Sicheheit der Passagiere zu jedem Zeitpunkt zu gewährleisten, so das Unternehmen in einer Stellungnahme.



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