Trümmer von Flug PS752.

Unglücksflug PS752 von Ukraine International107-Grad-Fehler führte zu Abschuss der Boeing 737

Die iranischen Behörden haben den zweiten Zwischenbericht zum Abschuss der Boeing 737 von Ukraine International veröffentlicht. Eine tragische Verkettung von Fehlern führte zum Unglück.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
HahnAir

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs

Die erste Unfallanalyse kam schnell. Kurz nachdem die Boeing 737-800 von Ukraine International bei Teheran am 8. Januar abstürzte, hieß es aus iranischen Quellen, ein technisches Problem sei schuld. Drei Tage später gab der Iran dann zu, dass dem Tod aller 176 Passagiere und Besatzungsmitglieder von Flug PS752 ein tragisches Versehen zugrunde liegt. Die Passagiermaschine wurde abgeschossen.

Am Sonntag (12. Juli) hat die Civil Aviation Organization of the Islamic Republic of Iran ihren zweiten Zwischenbericht zu Unglücksflug PS752 veröffentlicht. Er zeigt eine tragische Verkettung von Fehlern auf, die zum versehentlichen Abschuss der Boeing 737-800 von Ukraine International führten. Hinzu kommt eine große Hektik in jener Nacht. Die USA hatten wenige Stunden zuvor iranische Ziele im Irak angegriffen. Und im Iran befürchtete man, es könnten auch Ziele im Inland bombardiert werden.

Abweichung von 107 Grad

In diesem aufgeheizten Umfeld wurde eine Fliegerabwehrkanone in Teheran verlegt. Bei der Neupositionierung machten die Soldaten aber einen Fehler. Sie stellten Norden falsch ein und erhielten so eine Abweichung von 107 Grad. Das wurde Flug PS752 zum Verhängnis.

Um 6:43 Uhr machte der Betreiber des Geschützes ein Ziel aus, dass sich aus Südwesten Richtung Teheran näherte. In Wahrheit war es die Boeing 737 von Ukraine International, die sich vom Imam Khomeini International Airport kommend Richtung Nordwesten wegbewegte. Der Geschützbetreiber meldete seine Beobachtung der Kommandozentrale. Diese Nachricht kam dort aber nicht an, wie es im Bericht der iranischen Luftfahrtbehörde heißt.

Feuer trotz fehlendem Feuerbefehl

Der Betreiber des Geschützes analysierte die vorhandenen Informationen und stufte das entdeckte Objekt als Gefahr ein. Auch hier bemerket er nicht, dass es sich um ein Passagierflugzeug handelte. Um 06:44:41 Uhr drückte er ab. Er schickte damit eine Rakete Richtung Boeing 737 los. Das war eine Zuwiderhandlung gegenüber den militärischen Vorschriften. Solange kein Feuerbefehl von der Kommandozentrale vorliegt, darf der Geschützbetreiber nicht feuern.

Weil das Ziel scheinbar weiterhin Richtung Teheran flog, feuerte der Betreiber 30 Sekunden später eine zweite Rakete ab. Die Maschine von Ukraine International drehte nun nach rechts ab. Eine Minute später brach ein Feuer aus. Und nochmals 2:12 Minuten später stürzte sie auf einen Spielplatz im Quartier Khalajabad. Durch den Aufprall kam es zu einer Explosion. Alle Insassen waren sofort tot.

Den Zwischenbericht der Civil Aviation Organization of the Islamic Republic of Iran zu Unglücksflug PS752 können Sie hier herunterladen.

Mehr zum Thema

Zwei Raketen trafen Boeing 737 von Ukraine International

Zwei Raketen trafen Boeing 737 von Ukraine International

Iran gibt Abschuss der Boeing 737 zu

Iran gibt Abschuss der Boeing 737 zu

Acht Flüge starteten direkt vor Abschuss der Boeing 737

Acht Flüge starteten direkt vor Abschuss der Boeing 737

Airbus A320 Neo wird bei Tarmac Aerosave zerlegt: Das Unternehmen erweitert seine Zerlegungskapazitäten.

Warum wenige Jahre alte Airbus und Boeing-Flugzeuge schon verschrottet werden

Video

Der neue Honda Jet: Die Maschine heißt ab sofort Echelon.
Der japanische Businessjet-Hersteller vermeldet Fortschritte beim Bau der ersten Echelon-Maschine, muss aber gleichzeitig eine deutliche Verzögerung einräumen. Erstflug und Zulassung verschieben sich um bis zu drei Jahre.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Airbus A320 Neo wird bei Tarmac Aerosave zerlegt: Das Unternehmen erweitert seine Zerlegungskapazitäten.
Eigentlich könnten sie noch Jahrzehnte fliegen. Trotzdem werden derzeit auffällig viele junge Airbus A220, A320 Neo und Boeing 737 Max zerlegt. Warum?
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Ilyushin Il-96: Das Flugzeug ist am 16. September in Köln gelandet.
Eine Ilyushin Il-96 der russischen Spezialflugstaffel ist heute in Köln/Bonn gelandet. Vermutet wird, dass die Maschine Mitarbeitende des russischen Konsulats in Bonn abholt. Die Landung im Video.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies