Sondermahlzeit von Lufthansa: Kommt gut bei den Gästen an.

Problem für KabinencrewsZu viele Lufthansa-Passagiere bestellen Spezialmenüs

Immer mehr Gäste bestellen Sondermahlzeiten. Das wird für die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter von Lufthansa zunehmend zum Problem. Sie fordern Korrekturmaßnahmen.

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«Chicken or Pasta?» - diese Aussage ist inzwischen zum Inbegriff für die gemeinhin magere Auswahl für Economy-Passagiere auf Langstreckenflügen geworden. Auch wenn es nicht immer Hähnchen und Nudeln gibt, Fluggesellschaften bieten ihren Gästen immer ein Fleisch- und ein fleischloses Gericht an.

Das ist vielen Passagieren zu wenig - zumal sie auch fürchten müssen, dass ihre bevorzugte Option nicht mehr verfügbar ist. Bei Lufthansa lädt man gemeinhin 60 Prozent Fleisch- und 40 Prozent fleischlose Gerichte. Das kann dazu führen, dass in den letzten Economy-Reihen nicht mehr alles verfügbar ist - je nach Zusammensetzung der Reisenden.

Elf Optionen im Angebot

Wer das Problem umgehen will, greift als Gast auf die Sondermahlzeiten zurück. Sie sind eigentlich für Menschen gedacht, die aus diätischen, religiösen oder ernährungsphysiologischen Gründen keine normale Mahlzeit zu sich nehmen können oder wollen. Bestellen kann sie jedoch jeder.

Elf verschiedene Angebote stehen zur Auswahl. So gibt es unter anderem Mahlzeiten für gluten- oder laktoseintolerante Gäste. Es stehen auch cholesterin- oder natriumarme Speisen sowie vegane, vegetarische, asiatisch-vegetarische Optionen zur Wahl. Und dann gibt es auch noch spezielle Menüs für Anhänger verschiedener Religionen. Sie können mit der Buchungsnummer 24 Stunden vor Abflug vorbestellt werden.

Aufwändige Verteilung

Was für die Gäste ein Vorteil ist, ist für die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter mitunter ein Alptraum. Bis zu 190 Gäste würden auf Langstreckenflügen ein Spezialmenü bestellen, so die Personalvertretung Kabine von Lufthansa. Das sei eine «ausufernde Menge», beklagt sie sich in einem Schreiben. Denn die Frage sei ungelöst, wie genau die vorbestellten Essen dem Gast serviert werden sollen.

Die Spezialmenüs werden in der Regel den Gästen vor der Verteilung der Standardmenüs verteilt. Doch wenn es sehr viele sind, dauert das sehr lange - Zeit, die dann woanders fehlt. Und hinzu kommt: Die einzelnen Menüs sind bei Lufthansa - anders als etwa bei Swiss - weder mit dem Passagiernamen noch mit dem Sitzplatz beschriftet. Das macht die Verteilung noch aufwändiger, zumal 100 Spezialmenüs inzwischen durchaus normal sind, wie Flugbegleitende von Lufthansa erzählen.

Fluggäste sollen Zuschlag bezahlen

Die Personalvertretung der Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter fordert deshalb Korrekturmaßnahmen. Sie schlägt vor, die Menge der Sondermahlzeiten pro Flug zu beschränken, oder die Auswahl auf religiös oder gesundheitlich erforderliche Varianten zu beschränken. Zudem soll der Anspruch auf ein Spezialmenü auf der Bordkarte festgehalten werden, damit es zu keinen endlosen Diskussionen kommt.

Und dann macht die Personalvertretung noch einen Vorschlag. Sie will, dass die Kosten für den Mehraufwand dem Passagier berechnet werden - wohl auch in der Hoffnung, dass dadurch die Menge sinkt. Das Thema habe man 2017 erstmals mit dem Management thematisiert, beklagt sich die Personalvertretung. Passiert sei nichts. Es scheine kein «richtiges Interesse bestanden zu haben, dieses Thema wirklich ernsthaft zu lösen».

Lufthansa kennt das Problem

Die Klagen der Personalvertretung über zu viele Sondermahlzeiten seien bekannt, so eine Sprecherin von Lufthansa. «Das Angebot von Special Meals und die damit zusammenhängenden Bordservice-Prozesse werden, wie auch andere Produkt- und Servicethemen, regelmäßig betrachtet und weiterentwickelt», erklärt sie.

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