Flugzeuge nutzen Radiohöhenmeter. Diese können von 5G-Wellen gestört werden.

DiskussionWie gefährlich ist 5G für Flugzeug-Höhenmesser wirklich?

Airbus und Boeing warnen vor Störungen der Radarhöhenmesser wegen 5G, auch Airlinechefs in den USA legten noch einmal nach. Was steckt hinter der Auseinandersetzung und ist sie gerechtfertigt? Ein Experte gibt Auskunft.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland

In den USA und Europa läuft die Diskussion zwischen der Luftfahrt und der Telekommunikation seit einigen Wochen heiß. Eigentlich sollte die neue 5G-Technologie diese Woche Online gehen. Die Chefs der größten Airlines fürchten, dass das zu einem Chaos in der Luftfahrt führen wird. Sie warnen vor Ausfällen und Störungen. Sogar Airbus und Boeing haben gewisse Bedenken geäußert. Die neue 5G-Technologie könne zu Störungen der Radarhöhenmesser führen, argumentiertenauch  sie. Auch die französische Luftfahrtbehörde hatte zuvor vor Problemen gewarnt.

In Flugzeugen sind neben den Druckhöhenmessern auch Höhenmesser eingebaut, die Radarwellen aussenden. Aufgrund der Zeit, welche die Wellen brauchen, um vom Boden reflektiert und zurückgesendet zu werden, kann die Flughöhe bestimmt werden. Sie kommen insbesondere in Bodennähe und im Anflug zum Einsatz. Aber: Wie gefährlich ist 5G für diese Geräte wirklich?

«Ein Sicherheitsabstand ist sicherlich wichtig»

Die Höhenmesser senden gemäß internationaler Vereinbarung auf einer Frequenz zwischen 4200 und 4400 Megahertz. In Europa sendet 5G zwischen 3500 und 3800 Megahertz. «Dies ist vermutlich genügend Abstand, sodass die Behörden von keiner Beeinflussung ausgehen», sagt Jürg Eberhard, Professor an der an der ETH Zürich und Geschäftsführer der Forschungsstiftung Strom und Mobilkommunikation.

Die 5G-Frequenzen sind allerdings nicht weltweit gleich festgelegt. Es gibt zwar internationale Empfehlungen, doch jedes Land setzt dies selber um. So wird beispielsweise in Kanada, Japan oder USA über 3800 Megahertz gesendet. «Die Vereinigten Staaten sind ein Spezialfall. Man wollte 5G zuerst zwischen 3700 und 4200 Megahertz einsetzen, einigte sich dann auf den Bereich bis 3980 Megahertz. Ein Sicherheitsabstand ist sicherlich wichtig», so der Experte.

Langfristige Lösungen

«Ob das auch wirklich genug ist, da ist man sich uneinig», so der Forscher. Experten aus der Telekommunikationsindustrie halten es für genügend, in der Luftfahrtbranche ist man vom Gegenteil überzeugt. So sind sich auch die amerikanische Luftfahrt- und Telekommunikationsbehörde nicht einig.

Experte Eberhard sieht langfristig zwei Lösungen: «Entweder man rüstet die Höhenmesser der Flugzeuge nach. Je nach Gerät sind diese bereits jetzt schon weniger anfällig für Störungen. Oder die Mobilfunkanbieter senden nicht auf allen Frequenzen, für die sie bezahlt haben». In beiden Fällen geht es um viel Geld.

Kompromiss in den USA

Eberhard rechnet damit, dass man kurzfristig auf Frequenzen verzichtet und langfristig nur noch weniger anfällige Höhenmesser eingebaut werden. Das scheint sich auch in der Praxis widerzuspiegeln: Telekomanbieter Verizon und AT&T haben sich mit den Fluggesellschaften darauf geeinigt, in Flughafennähe die Leistung anzupassen. Auch in Kanada wurde das Spektrum der 5G-Wellen in der Nähe von Flughäfen angepasst.

Das Problem ist aber vor allem auf die USA beschränkt. «Die Zukunft von 5G liegt oberhalb der Frequenzen der Höhenmesser», erzählt Eberhard. Zudem betont er, dass es nicht das erste Mal ist, dass es zu Problemen bei der Nutzung des begrenzt verfügbaren Frequenzspektrums kommt. Mobiltelefone beeinflussten zu Beginn deren Einführung Herzschrittmacher. Auch Hörgeräte begannen zu surren oder elektrische Rollstühle fuhren nicht mehr richtig. Heutzutage sind diese Geräte allesamt angepasst.

In der oben stehenden Bildergalerie erfahren Sie mehr über Radarhöhenmesser.

Mehr zum Thema

Funkmast und Flugzeug: Drohen Probleme?

5G-Regeln auch für deutsche Flughäfen im Gespräch

Airbus und Boeing machen sich Sorgen wegen 5G

Airbus und Boeing machen sich Sorgen wegen 5G

Sendemast und Flugzeug von Airbus France: Sicherheitswarnung.

Birgt 5G Gefahren für den Flugverkehr?

Lufthansa setzt auf Treibstoff aus Luft und Licht

Lufthansa setzt auf Treibstoff aus Luft und Licht

Video

6767 bitte? Der Wunsch wurde dem Piloten erfüllt.
Ein Privatpilot in den USA wollte beim Funken offenbar ein bisschen Spaß haben. Also fragte er die Flugsicherung nach einem ganz bestimmten Transpondercode: 6767. Der Fluglotse verstand die Anspielung auf das Internet-Meme Six Seven und musste lachen.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Anflug auf Tel Aviv mit Airbus A330 von Swiss: Vorerst nicht mehr möglich.
Jahrelang gehörte der Airbus A330 auf der Strecke zwischen Zürich und Tel Aviv zum gewohnten Bild. Doch damit ist vorerst Schluss: Swiss stellt im Sommer 2027 sämtliche Flüge auf Airbus A321 Neo um.
Luca La Rocca
Luca La Rocca
latam airbus a320 lima feuer
Notfall am Flughafen Lima: Aus einem Triebwerk eines Airbus A320 schlugen so lange Zeit Flammen, dass auch eine Tragfläche des Jets von Latam Feuer fing.
Timo Nowack
Timo Nowack