Schiffswrack: Auf vielen Karten zu sehen.

UnterhaltungssystemWarum Passagiere Schiffswracks auf der Karte sehen

Wo befinden wir uns gerade? Die Antwort auf diese Frage liefert im Flugzeug ein Blick auf die Karte des Unterhaltungssystems. Dort werden mitunter überraschende Dinge angezeigt.

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Titanic, Andrea Doria, Estonia: Die Namen dieser Schiffe stehen für einige der größten Katastrophen der Seefahrtsgeschichte. Tausende Menschen fanden ihren Tod, ihre Leichen wurden teilweise nie geborgen. Wirklich wohl ist wohl niemandem bei dem Gedanken an die Zwischenfälle.

Verständlich, dass einige Flugpassagiere irritiert reagieren, wenn ihnen beim Blick auf die Karte auf dem Bildschirm ihres Unterhaltungssystems diese und andere Namen von Schiffswracks angezeigt werden. Immer wieder teilen Fluggäste Bilder von Kartenausschnitten über Soziale Medien, um ihrer Verwunderung Ausdruck zu verleihen, wenn ihnen mal wieder ein Wrack angezeigt wird. Einer fragte beispielsweise, ob man das tue, um die Sicherheit des Fliegens hervorzustreichen.

Gegen die Langeweile

Doch weshalb kommen Fluggesellschaften überhaupt auf die Idee, Passagieren im Kartenmodus - dem beliebtesten Service von Unterhaltungssystemen – die Standorte von gesunkenen Schiffen anzuzeigen?  Hinter den Kartenprogrammen steckt bei vielen Airlines die Firma Collins Aerospace. Deren Manager Clint Pine lieferte gegenüber dem Magazin Conde Nast Traveler eine einfache Erklärung. «Auf vielen Langstreckenflügen ist während langer Zeit nichts anderes als Wasser zu sehen.»

Man versuche deshalb, gelangweilten Passagieren interessante Informationen zu liefern über Objekte, die sie überfliegen. Auch, wenn diese vielleicht nicht sichtbar sind. Dazu gehören neben Schiffswracks auch Unterwassergebirge und andere geologische Formationen. Bei Überflügen von Ländern würden ja auch interessante Fakten über die jeweiligen Regionen angezeigt.

Oftmals Probleme mit Karten

Karten an Bord sind insgesamt ein heikles Thema. Hainan Airlines etwa musste 2016 ihre Karten überarbeiten, weil nicht Israel, sondern Palästina angezeigt wurde. Auch im Unterhaltungssystem von Panasonic fehlte eine Zeit lang Israel, das ist inzwischen korrigiert. Passagiere von Oman Air kritisierten vor einiger Zeit«verstörende» Karten. Auf ihnen war das Meer zwischen der Arabischen Halbinsel und dem Iran mit Persischer Golf gekennzeichnet.

Das ist insofern heikel, als dass zwischen einigen Golfstaaten und dem Iran schon lange ein Konflikt schwelt. Arabischer Golf wäre laut Ansicht der arabischen Seite die richtige Bezeichnung.

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