Airbus A320 von Austrian Airlines: Wieder viel unterwegs.

Austrian Airlines«Wir sind tiefrot, aber im Aufwind»

Anders als die Schwester Swiss rechnet Austrian nicht mit einem Gewinn in diesem Jahr. Dennoch ist man optimistisch. Wenn auch vorsichtig.

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Der Sommer läuft gut für Austrian, das zeigt sich an den zufriedenen Gesichtern des Vorstands anlässlich der Pressekonferenz in Wien, an einem kleinen Gewinn von zwei Millionen Euro im zweiten Quartal und einer Produktion, die im Juli 87 Prozent des Vorkrisenniveaus erreicht hat. Die Auslastung erreichte im Juli rund 90 Prozent, über das gesamte 1. Halbjahr gerechnet lag sie bei 72 Prozent.

Die Ticketpreise und die Erlöse seien teils kräftig gestiegen, die höheren Kosten, besonders beim Treibstoff, machten das aber wieder zunichte, sagt Geschäftsführerin Annette Mann. Der Treibstoffanteil bei den Kosten stieg auf 35 Prozent. Das Ergebnis für 2022 werde sich deutlich verbessern, erwartet Mann, schwarze Zahlen werde es aber keine geben. «Wir sind tiefrot, aber im Aufwind.»

99 Prozent der Flüge durchgeführt

99  Prozent der geplanten 44.000 Flüge konnte Austrian im Sommer durchführen, sagt Mann, lediglich eine Versechsfachung der Coronafälle im Juni zwang die Fluglinie zur Stornierung von 100 Flügen. Dieses im europäischen Vergleich gute Abschneiden führt Operativchef Francesco Sciortino zum einen auf die gute Zusammenarbeit zwischen Airline, Flughafen Wien und der Austro Control zurück, andererseits auf die vorausschauende Personalplanung zurück.

So sei schon im November 2021 Personal aufgenommen worden. 2023 plant die Fluglinie wegen steigender Nachfrage weitere Personalaufstockungen in fast allen Bereichen. 40 – 60 im Cockpit, eine dreistellige nicht näher ausgeführte Zahl für der Kabine und bis zu 100 für die Technik. Insgesamt gibt es derzeit bei Austrian 4635 Stellen, die mit 5600 Beschäftigten besetzt sind.

Doppelt so viele Anrufe

Im Herbst und Winter wird Austrian wieder das Angebot für die sogenannten Warmwasserdestinationen verstärken. Cancun, Malediven und Mauritius stehen da im Fokus. 80 Destinationen sollen angeflogen werden, neu im Angebot werden Ziele in Island, Marokko und Norwegen sein. Um dem Image eines Premium-Carriers wieder mehr gerecht zu werden, soll das Service in der Business Class weiter verbessert werden, sagt Kommerzchef Michael Trestl, und erwähnt ein neues Catering Konzept für die Business Class auf Kurzstrecken. Er räumt ein, dass die Buchungen von Geschäftsreisenden weiter sehr zurückhaltend seien.

Gearbeitet werde an der Verbesserung der Servicetelefone. Im Konzern wurde die Zahl der Beschäftigten für diesen Bereich zwar um 800 aufgestockt, aber alleine bei Austrian habe sich die Zahl der Anrufer von 16.000 pro Woche vor Corona auf derzeit 32.000 verdoppelt, und die Anfragen seien auch komplexer geworden und dauerten so länger in der Bearbeitung. Weitere Automatisierung durch Digitalisierung soll hier Abhilfe schaffen.

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