Ostseeflughafen Stralsund-Barth: Kleine Flugplätze könnten eine wichtige Rolle bei Katastrophen spielen.

Luftfahrt und PolitikWie Flugplätze beim Klimaproblem mithelfen könnten

Die Klimaerwärmung lässt Extremwetterereignisse zunehmen. Flugplätze könnten in solchen Fällen eine wichtige Rolle spielen - im Interesse von ganz Deutschland.

Top-Jobs

AMX Support

Lizenzierter Fluggerätmechaniker / Certifying Staff B1/B2 (m/w/d)

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

Flugzeug Mechaniker

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

LAGER MITARBEITER (m/w/d) – Luftfahrt

Oberpfaffenhofen / Flughafen München (EDMO)
AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugelektriker (a)

Vollzeit
Pilatus Flugzeugwerke AG
Flugzeughersteller
Feste Anstellung
Top jobs
Schweiz

Als am 14. September der erste funktionierende landesweite Probealarm in Deutschland ausgelöst wurde, klingelte um 11 Uhr auch das Handy von Herrn Lauterbach, dem aktuellen Gesundheitsminister, ungewollt, aber für alle sichtbar, auf einer Pressekonferenz. Nach zwei Jahren endlich ein kleiner Erfolg in unserer Republik bei der Installierung einer künftigen, Bundesländer übergreifenden Strategie für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Ganz unpassend war dieses Medienereignis nicht, kennt die Medizin immerhin die Prophylaxe, um uns resilienter zu machen. Spätestens, seit eine Flutwelle im Sommer 2021 Teile von Rheinland-Pfalz und NRW verwüstete und allein im Ahrtal mehr als 130 Menschen starben, ist der Zusammenhang von Klimaerwärmung und Extremwetterereignissen den meisten Bürgerinnen und Bürgern bewusst geworden. Für die langsamen gab es leider in diesem Sommer weltweiten Anschauungsunterricht.

Wer sich politisch zurecht zu ambitionierten Klimazielen verpflichtet, und auf eine Transformation unserer gesamten Gesellschaft dringt, muss neben der Einsparung von CO2- und anderen Emissionen auch eine Resilienz-Strategie entwickeln.

Schnell und flexibel handeln, wenn landgestützte Verkehrsträger ausfallen

Einen Beitrag dazu könnten ausgewählte Flugplätze liefern. Meine politische Argumentation ist simpel: Wir sollten ausgewählte Flugplätze als strategische Infrastruktur im Bundesinteresse definieren und angemessen nachrüsten. Denn trotz der notwendigen Anstrengungen zur Minderung der CO2- und anderer klimaschädlicher Emissionen, werden die Extremwetterereignisse zunehmen. Solche Ereignisse können Bundesländer übergreifend sein. Der Staat muss in solchen Fällen schnell und flexibel handeln können, auch wenn die landgestützten Verkehrsträger ereignisbedingt ausfallen. Eine vorausschauende Resilienz-Strategie bedarf eines Möglichkeitsmanagements.

Das Vorgehen:

1. Die politische Willensbildung ist Aufgabe des Bundestages und der betroffenen Ministerien.

2. Eine Expertengruppe zur Definition der flugtechnischen und organisatorischen Voraussetzungen solcher Flugplätze stellen die Verbände des dezentralen Luftverkehrs zur Verfügung, etwa befestigte Start-Landebahn 1500 Meter lang und 30 Meter breit, Abstellflächen für fünf Hubschrauber mittlerer Größe und einen Airbus A400, GPS (RNAV) An-/Abflugverfahren,  2 Mal Flugfunk, instrumentenflugtaugliche Befeuerung, Notstromversorgung, automatische MET-Daten (Luftdruck, Temperatur/Taupunkt, Windstärke und Richtung); Feuerlösch- und Rettungskapazität CAT3, ausbaufähig auf CAT5; Flächen für Unterkunftscontainer, Sanitäranlagen etc. nach Maßgabe Katastrophenschutz. Dazu Frischwasser, Abwasser, Strom und so weiter) - um nur einiges zu nennen.

3. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe BBK wählt die Flugplätze nach den definierten Voraussetzungen und den vorhandenen Katastrophenszenarien aus.

Strategisch ist nicht gleich kritisch

Um Missverständnissen vorzubeugen: Strategische Infrastruktur ist nicht mit kritischer Infrastruktur zu verwechseln. Das Hauptinteresse zielt auf den angesprochenen gesellschaftlichen Mehrwert einer Resilienz-Strategie. Mein Nebeninteresse gilt einer stärker systemischen Betrachtungsweise des dezentralen Luftverkehrs, anstelle der üblich ausschließlich regionalen.

Ich bin gespannt auf die Reaktionen. Vielleicht ist der Vorschlag zu einfach, um eine politische Willensbildung anzustoßen. «Bei strategischen Zukunftsüberlegungen scheint unsere Demokratie ja erhebliche Defizite zu haben», sagt meine Freundin und meint unter anderem unseren akuten Mangel an Lehrpersonen, Ärztinnen und Ärzten und Handwerkerinnen und Handwerker und so weiter. «Vielleicht brauchen wir mehr Politikerinnen und Politiker, die Schach spielen können», antwortete ich.

Ulrich Stockmann ist freier Kolumnist von aeroTELEGRAPH. Er war von 1989 bis 2009 als Parlamentarier in der Volkskammer, im Bundestag und im Europaparlament. Seitdem ist er für Verbände des Luftverkehrs tätig. Die Meinung der freien Kolumnisten muss nicht mit der der Redaktion übereinstimmen.

Mehr zum Thema

Triebwerk einer Boeing 747: SAF ist knapp und wird lange knapp bleiben.

Eine sinnvolle Problemlösung im Kampf um nachhaltigen Treibstoff

Blick aus dem Fenster eines Dreamliners: Für Airlines ist die Freiheit über den Wolken nicht grenzenlos.

Was bietet eigentlich die fünfte Freiheit genau?

ticker-deutschland

Deutsche Marine verabschiedet nach 45 Jahren Westland Sea Lynx

ticker-deutschland

Bericht: Deutschland plant Strafen bei zu geringem SAF-Einsatz

Video

Die Landung der saudischen Boeing 787 in Funchal: ungewöhnlicher Gast auf Madeira.
Langstreckenjets sind am Flughafen von Madeira seltene Gäste. Nun gab es eine Premiere: Eine Boeing 787 der saudischen Regierung landete in Funchal. An Bord sollen sich Mitglieder der Königsfamilie befunden haben.
Redaktion
fedex express boeing 777 f rosie
Der Flughafen Memphis trägt nun den Namen von Fedex-Gründer Frederick Wallace Smith. Die erste Landung nach der Umbenennung absolvierte eine Boeing 777 F mit ganz besonderer Bemalung.
Timo Nowack
Timo Nowack
iberia sonnenfinsternis
Die Sonnenfinsternis hielten die Menschen an vielen Orten in Europa in Atem. Iberia beobachtete sie von einem Airbus A321 XLR aus - und hielt das im Video fest.
Timo Nowack
Timo Nowack