Mitsubishi Spacejet: Große Einbußen bei Budget und Personal.

Jobabbau in Japan und USAWie ernst meint es Mitsubishi noch mit dem Spacejet?

Nach Budgetkürzungen und dem Aus des kürzeren M100 setzt Mitsubishi bei seinem Regionaljet weiter den Rotstift an. Betroffen sind Personal und Testflotte.

Top-Jobs

sunny cars

Customer Service Expert (m/w/d)

München / Remote
Feste Anstellung
Autovermietung
Sunny Cars
Deutschland
30 - 40 Stunden
Top jobs
IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Um den Spacejet von Mitsubishi Heavy Industries sieht es nach acht Jahren Verspätung immer düsterer aus. Weil die Entwicklung des Regionalflugzeuges im vergangenen Geschäftsjahr Verluste in Höhe von umgerechnet 2,3 Milliarden Euro verursachte, zog der Mutterkonzern auch angesichts der Coronakrise die Notbremse: Das Budget für die Flugzeugsparte wurde um die Hälfte gekürzt, woraufhin die Entwicklung der Kurzvariante M100 vorerst eingestellt wird.

Nun sind weitere große Einschnitte bekannt geworden. In Japan wird Mitsubishi Aircraft die Hälfte seiner 1500 Arbeitsplätze abbauen, berichtet die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei Asian Review. Mitarbeiter sollen innerhalb des Mutterkonzerns umverteilt werden. Die Entwicklung und Produktion wird künftig dramatisch gedrosselt.

Erneute Verspätung

Weil der Hersteller aufgrund der Covid-19-Pandemie mit einer schwindenden Nachfrage nach Regionalflugzeugen rechnet, wird es zudem vorerst nicht die geplante Massenproduktion des Spacejets geben. Dies geht aus einer internen Mitteilung an Mitarbeiter hervor. Ebenso wird Mitsubishi die geplante Erstauslieferung im kommenden Jahr erneut verschieben - um wie lange, ist noch unklar.

In den Vereinigten Staaten wird Mitsubishi Aircraft einen Großteil seiner etwa 600 Arbeitsplätze abbauen, berichtet die Zeitung Seattle Times. An drei Standorten in den USA betreibt der Konzern Büros für Entwicklung, Vermarktung und Kundenbetreuung. Auch das Testflugprogramm des noch in der Erprobung befindlichen Jets findet zum Hauptteil in den Vereinigten Staaten statt.

Vier Prototypen werden eingemottet

Das Hauptquartier in Renton im Bundesstaat Washington sowie eine Außenstelle in Plano im Bundesstaat Texas werden vollständig geschlossen. Nur das Testflugzentrum in Moses Lake im Bundesstaat Washington bleibt bestehen. Doch auch an diesem Standort reduziert Mitsubishi Aircraft seine Präsenz dramatisch.

Vier von bisher insgesamt fünf Prototypen des Spacejets sind am Grand County International Airport stationiert. Diese Versuchsflieger werden eingelagert. Lediglich eine kleine Belegschaft wird für die Instandhaltung der Flugzeuge weiterhin beschäftigt, sagt ein Sprecher von Mitsubishi Heavy Industries.

Testflüge nur noch in Japan

Ein in Japan verbliebener Spacejet wird entgegen eigentlicher Planung nicht nach Moses Lake überführt, sondern führt das Testprogramm alleine fort. Ein weiterer, siebter Prototyp wird bald fertiggestellt. Als einzige Versuchsflieger sind diese beiden mit Nachbesserungen ausgestattet, mit denen der Spacejet letztendlich zugelassen werden soll.

Mehr zum Thema

Mitsubishi Spacejet: Das Programm kämpft mit Problemen.

Mitsubishi Spacejet kommt mit acht Jahren Verspätung

Aus Regional Jet wird Spacejet: Mitsubishi benennt seine Flieger um.

Mitsubishi bringt neue Variante seines Regionalfliegers

Bombardier CRJ 900: Die Fleger werden nicht mehr lange gebaut.

Mitsubishi beerdigt den Canadair Regional Jet

Anflug: Heute landen wir auf einem Inselflughafen.

Wie gut kennen Sie sich mit Inselflughäfen aus?

Video

König Willem-Alexander bei seinem letzten Flug mit einer Boeing 737: Er lässt sich nochmals umschulen.
Fußballfans, Familien auf dem Weg nach Lappland oder Urlauber nach Ibiza: Viele Passagiere ahnten nicht, dass ihr Kopilot der König der Niederlande war. Jetzt flog Willem-Alexander letztmals mit einer Boeing 737 von KLM - und beginnt nun die Umschulung auf Airbus.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
amboseli airstrip under water
Ein Video aus dem Amboseli-Nationalpark in Kenia scheint einen See zu zeigen. Aber nein: Es ist die Start- und Landebahn des Park-Airports. Sie ist vollständig im Wasser verschwunden.
Timo Nowack
Timo Nowack
air canada bridgetown umkehr
Am Flughafen Bridgetown ging auf einmal gar nichts mehr. Flüge von Air Canada und Jetblue mussten auf dem Weg zum internationalen Flughafen von Barbados plötzlich umkehren. Grund war ein spontaner Streik.
Timo Nowack
Timo Nowack