Swissport-Abfertigung am Flughafen Frankfurt: Aktuell nur Schmalrumpfjets.

BodenabfertigungWas Wisag und Swissport zur Frankfurt-Klage sagen

Am Flughafen Frankfurt sicherte sich Swissport einen Auftrag für die Bodenabfertigung, den vorher Wisag innehatte. Die unterlegene Firma klagte. Nun äußern sich beide.

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Bis zum 31. Januar 2025 war am Flughafen Frankfurt das Unternehmen Wisag für die Bodenabfertigung zuständig. Seit dem 1. Februar hat Konkurrent Swissport übernommen. Denn das Land Hessen hatte nach einer Ausschreibung im vergangenen Jahr Swissport den Zuschlag erteilt und nicht einem der anderen Bewerber, zu denen auch Wisag gehörte.

Doch Wisag klagt seit September 2024 beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof gegen diese Entscheidung. Öffentlich äußerte sich das Unternehmen zunächst allerdings nicht. Das ändert sich nun. In einer Mitteilung nennt die Firma «konkrete Zweifel hinsichtlich der rechtmäßigen Punktevergabe» bei der Auswahl.

«Zweifel an der Rechtmäßigkeit»

«Obwohl sich die Nutzer am größten deutschen Drehkreuz (die Flughafenbetreibergesellschaft, die Airline-Kunden sowie die Arbeitnehmervertretung) allesamt für die Wisag ausgesprochen hatten, entschied das Ministerium überraschend zugunsten eines Mitbewerbers», schreibt das Unternehmen. Wisag-Finanzchefin Angela Stuhr sagt: «Wir hatten sofort Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Bescheides und waren auch schnell entschlossen, Rechtsmittel dagegen einzulegen.»

Derweil bemühte sich Swissport um einen vollständigen Betriebsübergang. Sprich: Das Schweizer Unternehmen wollte auch das Personal von Wisag am Flughafen übernehmen. «Eine dahingehende Einigung konnte mit der Wisag jedoch nicht erzielt werden», schrieb der Verwaltungsgerichtshof Kassel.

«Wir brauchen unsere Fachleute selbst»

Man begründe die Entscheidung gegen einen Betriebsübergang samt Belegschaft «mit der laufenden Klage gegen den Lizenzentscheid und die aktuelle Situation auf dem hart umkämpften Fachkräftemarkt», so Wisag. Finanzchefin Stuhr sagt, man wolle die «hoch qualifizierten 500 Mitarbeiter in der Frankfurter Flugzeugabfertigung halten». Man verfolge auch an anderen Flughäfen wie zum Beispiel Düsseldorf oder München eine Wachstumsstrategie. «Wir brauchen also unsere Fachleute in jedem Fall selbst.»

Die Folge: Swissport hat nicht genügend Personal und kann aktuell keine Großraumflugzeuge in Frankfurt abfertigen. Um die Betriebs- und Funktionsfähigkeit des Flughafens nicht zu gefährden, einigten sich daher das Land Hessen, die Flughafenbetreiberin Fraport und Wisag auf die außergerichtliche Übergangslösung, dass auch Wisag weiterhin - als Subunternehmer mit der flughafeneigenen Fraport Ground Services - Bodenabfertigung in Frankfurt anbietet.

Air France, KLM, Lot bei Swissport

Gegenüber aeroTELEGRAPH erklärt ein Swissport-Sprecher: «Insgesamt betreut Swissport aktuell in Frankfurt eine zweistellige Zahl von Airline-Kunden mit einem Team von derzeit rund 350 Mitarbeiter:innen auf dem Vorfeld und am Check-in.» Zu den Kunden zählten unter anderem Air France, KLM und die polnische Fluggesellschaft Lot.

«Da der unterlegene Bieter Wisag einen reibungslosen Wechsel von Mitarbeitern blockiert hat, die zu Swissport wechseln wollten, bietet Swissport seine Dienstleistungen aktuell Fluggesellschaften mit Narrow-body-Flugzeugen an», so der Sprecher. «Spätestens ab 1. November 2025 wird Swissport seine Services auf Fluggesellschaften ausweiten, die Frankfurt mit Wide-body-Flugzeugen bedienen. Darunter auch Airlines, die nun übergangsweise noch durch Wisag abgefertigt werden.»

Swissport spricht von Übergangslösung, Wisag widerspricht

Swissport habe sich mit dem Land Hessen und Fraport ausgetauscht und befürworte «die bis Ende Oktober 2025 geltende Übergangslösung», sagt der Swissport-Sprecher. Zudem stehe es selbstverständlich «jedem unterlegenen Bieter frei, gegen die Entscheidung des Hessischen Wirtschaftsministeriums Rechtsmittel einzulegen».

Ein Wisag-Sprecher sagt dagegen, dass es sich bei der Vereinbarung seines Unternehmens mit Fraport «nicht um eine Übergangslösung», sondern «um eine unbefristete Zusammenarbeit handelt». Am Ende würden die Airline-Partner entscheiden, mit wem sie zusammenarbeiten wollten.

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