Jet von Condor: Auf den Hinflügen fehlen zurzeit viele Passagiere.

Ferienflieger gibt nicht aufWas jetzt für Condor wichtig ist

Trotz der Pleite des Mutterkonzerns setzt der deutsche Ferienflieger den Betrieb fort. Dennoch ist Condors Lage äußert heikel. Die Airline braucht Hilfe.

Top-Jobs

DERTOUR Logo

Destination Manager (w/m/d)

DERTOUR Destination Services AG
Vollzeit
Top jobs
Feste Anstellung
Reiseveranstalter
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse / Fluglotsin (w/m/d)

Studium
Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Top jobs
Langen b. Frankfurt
Deutschland
AMX Support

Lizenzierter Fluggerätmechaniker / Certifying Staff B1/B2 (m/w/d)

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

Flugzeug Mechaniker

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt

Nach der Insolvenz der britischen Thomas Cook Group fliegt deren Tochter Condor weiter. Doch auch der deutsche Ferienflieger ist in eine sehr schwierige Lage geraten. Ohne die Zusammenarbeit mit dem Mutterkonzern droht ihm das Geld auszugehen. Daher hat er bei der Bundesregierung einen staatlich verbürgten Überbrückungskredit beantragt.

Zur Höhe des erbetenen Kredits äußert die Airline sich nicht. Die Nachrichtenagentur DPA spricht unter Berufung auf Regierungskreise von 200 Millionen Euro. Zum Vergleich: Air Berlin hatte bei ihrer Insolvenz im Sommer 2017 einen Kredit in Höhe von 150 Millionen Euro erhalten. Zweieinhalb Monate konnte der Flugbetrieb so aufrechterhalten werden, dann war die Fluglinie am Ende. Die 150 Millionen Euro hat der Insolvenzverwalter mittlerweile zurückgezahlt, allerdings fehlen noch mindestens 27 Millionen Euro Zinsen.

Condor besser fokussiert als Air Berlin

Condor und Air Berlin sind allerdings schwierig zu vergleichen, da Condor ein reiner Ferienflieger ist, während Air Berlin zwar auch als solcher anfing, dann aber in viele Richtungen expandierte. Der fehlende Fokus war einer der großen Kritikpunkte an Air Berlin und führte zu Verlusten. So betonte Condor am Montag auch erneut, man sei seit vielen Jahren profitabel.

Laut dem Magazin Wirtschaftswoche soll Condor zuletzt auch vorgesorgt und Geld gehortet haben. «Das Geld aus dem Sommer 2019 und die Vorauszahlungen für das kommende Jahr hat Condor offenbar zu einem geringeren Teil als früher üblich in die Firmenzentrale in London überwiesen», heißt es. «Das, was geflossen ist, ging statt als feste Überweisung wahrscheinlich als Kredit.»

Verflechtungen mit anderen Töchtern

Durch die Reserven stelle Condor sicher, weiterhin Rechnungen bezahlen zu können und vom Luftfahrtbundesamt nicht gegroundet zu werden, heißt es weiter. Trotzdem allem dürfte die Fluglinie nur schwerlich überleben können, sollte die Bundesregierung ihr den Kredit nicht gewähren oder sie umgehend einen anderen Investor finden, der sie stützt. Bereits jetzt verlangen erste Lieferanten Vorauskasse.

Nicht einfacher wird die Situation durch Condors Verflechtungen mit anderen Thomas-Cook-Töchtern. So teilte ein Condor-Sprecher am Montag etwa mit, man dürfe zurzeit aus rechtlichen Gründen Urlauber, die mit Thomas-Cook-Veranstaltern gebucht haben, nicht mehr an ihr Reiseziel bringen. Rückflüge seien dagegen nicht betroffen. Die deutsche Thomas Cook hatte nach der Insolvenz des Mutterkonzerns bereits mitgeteilt, man könne nicht gewährleisten, dass gebuchte Reisen mit Abflugdatum 23./24. September stattfinden.

«Nur noch Wahl zwischen Eurowings und Eurowings»

Laut dem Touristik-Fachmagazin FVW stammen rund 40 Prozent der Condor-Passagiere aus dem Geschäft mit Reiseveranstaltern, die zu Thomas Cook gehören, wie etwa Öger Tours oder Neckermann. Diese Reisenden darf Condor zurzeit nur nach Deutschland zurückbefördern, nicht mehr in den Urlaub bringen. In den Flugzeugen Richtung Griechenland und Co. sitzen gerade also nur Kunden anderer Veranstalter und solche, die lediglich einen Flug gebucht haben und keine Pauschalreise. Dazu kommt: Auch bei den Flotten gibt es Überschneidungen zwischen den fünf Airline-Töchtern von Thomas Cook.

Veranstalter dürften Condor trotz der brenzligen Lage die Treue halten werden, nachdem Air Berlin und Germania bereits verschwunden sind. «Wir brauchen die Condor, damit wenigstens noch etwas Wettbewerb herrscht auf unserem Teil des Reisemarkts», so ein Manager eines Reiseanbieters zur Wirtschaftswoche. Ein anderer sagt: «Wenn jetzt Condor wegfällt, haben wir nur noch Tuifly. Aber die ist so klein, dass wir besonders auf der Langstrecke nur noch die Wahl haben zwischen Eurowings und Eurowings.»

Was tut Lufthansa?

Offen ist derweil, wie Lufthansa sich positioniert. Im Mai, als die Thomas-Cook-Fluglinien Airline kurz zum Verkauf ausgeschrieben waren, hatte Lufthansa ein nicht bindendes Angebot für die deutsche Airline von Thomas Cook abgegeben. «Wir glauben, dass wir der Condor eine Perspektive bieten und die Einheit des Unternehmens erhalten können, mit Lang- und Kurzstrecke», sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr damals.

Mehr zum Thema

Flieger von Thomas Cook: In Großbritannien geht nichts mehr.

Was passiert bei den fünf Thomas-Cook-Fluglinien?

In der Realität sahen die Boeing 767 von Condor  mit Herz auf der Heckflosse damals so aus.

Lufthansa legt Angebot für Condor vor

Thomas-Cook-Logo: Von der Pleite der britischen Mutter war Thomas Cook Aviation zunächst nicht betroffen.

Thomas Cook ist am Ende

Flieger on Silver Airways: Hebt nicht mehr ab.

Silver Airways stellt alle Flüge ein

Video

Der Moment bevor das Kleinflugzeug mit dem Helikopter Kollidiert: Jetzt ist der NTSB-Bericht erschienen.
Vor zwei Wochen kollidierten eine Cessna 150 und ein Bell 407 an einem Flugplatz in Pennsylvania. Was in den letzten Sekunden davor geschah, zeigt nun der erste Zwischenbericht der Untersuchungsbehörde NTSB.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Airbus A400M der Roal Air Force nach der Landung in Jan Mayen: Mit dem Transporter wurden Nato-Kontingente in die Arktis verlegt.
US-Marines, britische Royal Marines und norwegische Soldatinnen und Soldaten üben auf Jan Mayen. Airbus A400 M und Lockheed C-130 brachten für die Manöver neben Truppen auch Material auf die abgelegene Arktisinsel.
gerard al fil
Gérard Al-Fil
Jetblue führt eine neue Business-Class auf Inlandsflügen ein: Blue First soll noch 2026 starten.
Mit Blue First nähert sich die US-Airline immer mehr der Konkurrenz an. Die neue Kabine von Jetblue bietet eine Business Class im Inland mit breiten Sesseln, eigenem Cocktail-Menü und Bento-Box.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies