Winglet eines Airbus A350 von Lufthansa: «Krise von bisher nicht gekanntem Ausmaß».

British Airways, KLM und LufthansaVirus bringt selbst große Airlines ins Wanken

Die Corona-Krise setzt der Luftfahrtbranche zu. Selbst große und einst grundsolide Fluggesellschaften wie British Airways, KLM und Lufthansa sind angeschlagen.

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Alex Cruz hat einen dramatischen Titel für seine Nachricht gewählt. «Das Überleben von British Airways», schrieb der Chef der Fluggesellschaft am Freitag (13. März) über sein Memo an die Angestellten. Die Corona-Krise sei schlimmer als die Sars-Krise und die Krise nach 9/11. Man müsse Routen stilllegen und Flugzeuge parken, wie man das noch nie habe tun müssen, so Cruz. «Unterschätzen Sie den Ernst der Lage für unser Unternehmen nicht», so der British-Airways-Lenker weiter.

Cruz kündigte deshalb auch Entlassungen an. Es würden Jobs «vielleicht kurzfristig, vielleicht auch längerfristig» verloren gehen. Bei KLM nennt Chef Pieter Elbers bereits konkrete Zahlen. «In den kommenden Monaten werden wir 1500 bis 2000 Stellen abbauen, so dass wir nicht nur in den kommenden Wochen, sondern auch in den kommenden Monaten weniger Kollegen haben werden», sagte er in einer Videobotschaft an die Angestellten. Wer seinen Arbeitsplatz behält, muss kurzarbeiten. Um rund 30 Prozent werden die Stunden gekürzt.

Lufthansa nimmt Geld auf

Was man gerade erlebe, sei eine «Krise von bisher nicht gekanntem Ausmaß», so Elbers weiter. Sogar das Thema staatliche Hilfe ist ein Thema geworden. Lufthansa hat ihrerseits bereits bestätigt, mit den Regierungen in den Heimatmärkten über eine mögliche Unterstützung zu sprechen. In einer Telefonkonferenz mit dem Schweizer Sekretariat für Wirtschaft wurde etwa am Freitag ebenfalls die Kurzarbeit thematisiert. Über den Antrag wird kommende Woche entschieden.

Auch weitere Sparmaßnahmen wurden angekündigt, weil die Buchungen seit ein paar Wochen 50 Prozent unter Vorjahr liegen. In den kommenden Wochen muss Lufthansa das Angebot weiter reduzieren - auch 30 Prozent des ursprünglichen Plans. So lässt Lufthansa die Dividende ausfallen, streicht Ausgaben für Projekte, will Kurzarbeit einführen und geplante Investitionen verschieben. Zudem hat sich der Konzern – einer der bestfinanzierten der Branche – Geld beschafft. Man habe «zusätzliche Mittel in Höhe von rund 600 Millionen Euro aufgenommen», schreibt Lufthansa in einer Mitteilung.

Flugzeuge anders finanzieren

Man verfüge immer noch über liquide Mittel von 4,3 Milliarden Euro, so Lufthansa. Weitere Mittelaufnahmen seien dennoch in Vorbereitung. So will die Gruppe allenfalls Flugzeuge anders finanzieren. Infrage kommt zum Beispiel der Verkauf der Flieger an Leasinggesellschaften, von denen man sie danach gleich wieder mietet. 86 Prozent der Flotte sind Lufthansas Eigentum. «Ohne eine Rettungsleine von den Regierungen werden wir eine sektorale Finanzkrise haben», sagte auch Iata-Generaldirektor Alexandre de Juniac.

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