20 Jahre 11. SeptemberWie 9/11 die Luftfahrt veränderte

Vor 20 Jahren erschütterten die Anschläge in New York und Washington die Welt. Der 11. September 2001 veränderte aber auch die Luftfahrt - für immer.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs

Terroristen erkannten schon früh, dass der Luftverkehr verletzlich ist. Im April 1955 explodierte eine Bombe an Bord einer Lockheed L-749A Constellation von Air India. 16 Menschen starben. Das Ziel war der chinesische Premierminister, der aber im letzten Moment gar nicht mitgeflogen war. 1931 kam es zur ersten bestätigten Flugzeugentführung mit politischem Hintergrund. Revolutionäre brachten eine Ford Tri-Motor in ihre Gewalt.

In den Siebziger- und Achtzigerjahren verschärfte sich das Problem. Bombenattentate und Entführungen wurden fast schon zur Normalität im internationalen Luftverkehr. Zu lax waren vielerorts die Kontrollen. Und die Regierungen und die Branche reagierten mit verschärften Sicherheitsmaßnahmen.

Zwei Boeing 757 und zwei Boeing 767 als Waffen

Die Lage besserte sich. Aber diese relative Ruhe verdeckte auch, dass es weiterhin Lücken gab. Und das nutzten 19 Terroristen der al-Qaida aus. Sie planten Attentate, wie sie die Welt noch nie gesehen hatte, Attentate, die zuvor unvorstellbar waren. Sie brachten am 11. September 2001 im Nordosten der USA gleich vier Flugzeuge von United und American Airlines in ihre Gewalt. Neu war dabei, dass sie sie die Boeing 757 und 767 selbst als Waffe einsetzten.

Zwei Jets wurden gezielt in die Türme des World Trade Centers in Manhattan gesteuert, einer ins Pentagon und einer sollte das Weiße Haus oder das Kapitol treffen, was aber misslang. Die Attentate von 9/11, wie sie heute nach dem Jahrestag bekannt sind, forderten 2977 Opfer. Sie veränderten die Welt und die Luftfahrt.

Fluggesellschaften mussten aufgeben

Eine direkte Folge war, dass der gesamte Luftraum über den USA und Kanadas geschlossen wurde. Eine Maßnahme, die zuvor noch nie ungeplant getroffen worden war. Erst am 13. September gab es wieder Flüge. Auch brach die weltweite Nachfrage ein, weil mehr Menschen Angst vor dem Fliegen bekamen. Um 2,9 Prozent sanken die Einnahmen pro Passagierkilometer im Jahr 2001. Erst 2004 hatten sie wieder das Niveau von vor 9/11 erreicht.

Der unerwartete Nachfrageeinbruch war für viele Fluggesellschaften zu viel. So meldeten etwa Ansett Australia, Sabena und TWA Insolvenz an. Swissair musste den Betrieb wegen Geldnot kurzfristig einstellen und wurde 2002 aufgelöst. Andere Fluggesellschaften hielten noch etwas länger durch, gaben dennoch später auf.

Laptops müssen aus der Tasche

Die meisten Veränderungen gab es aber im Bereich der Sicherheitskontrollen. Die Vorschriften wurden nach 9/11 und weiteren Attentatsversuchen laufend weiter verschärft. So war es in den USA bei Inlandsflügen vorher möglich, dass Begleitpersonen bis zum Gate mitkommen konnten, auch brauchte man keinen Ausweis. Das hat sich geändert. Zudem wurde die Transportation Security Administration TSA als Sicherheitsbehörde für den Verkehr geschaffen und mit weitreichenden Befugnissen ausgestattet.

Im Nachgang von 9/11 und weiterer dadurch ausgelöster Attentatsversuche entstand auch die Regel, dass Reisende Laptops aus der Tasche nehmen müssen. Zuvor hatten Terroristen versucht, Sprengstoff in ihrem Gerät zu verstecken. Auch die Regel mit den Flüssigkeiten im Handgepäck wurde eingeführt, nachdem Attacken mit Flüssigsprengstoff vereitelt wurden. Und in den USA müssen Schuhe generell ausgezogen werden, seit dem Versuch des sogenannten Schuhbombers ein Flugzeug zum Absturz zu bringen.

Vollständige Gepäckkontrollen

Scharfe Gegenstände wie Teppichmesser oder Scheren dürfen ebenfalls nicht mehr an Bord. Das ist längst nicht alles. So wurden nach den Attacken vom 11. September 2001 wurde verfügt, dass die Cockpittür verschlossen werden und erst noch schusssicher sein muss. Zudem werden heute alle aufgegebenen Gepäckstücke auf Sprengstoff untersucht, früher nicht.

Waren Sie als Pilot:in, Flugbegleiter:in oder Fluggast von 9/11 betroffen? Senden Sie uns eine E-Mail an redaktion@aerotelegraph.com und mit Betreff 9/11 und schildern Sie uns Ihre Erlebnisse kurz auf ein paar Zielen. Bitte vollständigen Namen, damalige Funktion und Ihren Wohnort angeben.

Mehr zum Thema

Ansett Australia: Ende am 14. September 2001. Hohe Schulden und der Einbruch der Nachfrage waren Gift für die Airline.

Als Airlines im Takt aufgaben

Zu Fuß mit dem Trolley von Boston nach New York

Zu Fuß mit dem Trolley von Boston nach New York

Rebellen auf einem Jet von Libyan Airlines: Die Milizen eroberten den Flughafen.

Islamisten erobern Passagierjets

Flughafen Gander am 11. September 2001: 38 Großraumflugzeuge strandeten an dem kanadischen Airport.

Als Kanada nach 9/11 innerhalb kürzester Zeit fast 240 Flugzeuge und Zehntausende Menschen aufnahm

Video

Flughafen Gander am 11. September 2001: 38 Großraumflugzeuge strandeten an dem kanadischen Airport.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sperrten die USA ihren Luftraum. Fast 240 Flugzeuge auf dem Weg ins Land konnten nicht mehr umkehren. Kanada nahm sie auf – und musste innerhalb weniger Stunden Zehntausende gestrandete Reisende unterbringen und versorgen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
regent viceroy first flight
Der amerikanische Hersteller Regent will seine Seegleiter in Küstenregionen in aller Welt liefern. Jetzt hat das Bodeneffektfahrzeug Viceroy erstmals einen bemannten Flug absolviert. Und die Zulassung verläuft anders als bei einem Flugzeug.
Timo Nowack
Timo Nowack
eurowings training center dus
Eurowings und Lufthansa Aviation Training haben ein Ausbildungszentrum eröffnet: In Düsseldorf üben Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter künftig, wie sie eine verrauchte Kabine evakuieren, einen bewusstlosen Piloten retten und eine Axt benutzen. aeroTELEGRAPH erhielt einen ersten Einblick ins neue Crew Training Center und sprach mit den Trainerinnen und Trainern.
Timo Nowack
Timo Nowack