Auch auf der Startbahn nicht zu übersehen: die Boeing MQ-28 Ghost Bat.

Boeing MQ-28Überdrohne soll bei der deutschen Luftwaffe zum loyalen Begleitpiloten werden

Rheinmetall und Boeing wollen die MQ-28 Ghost Bat als unbemannten Flügelmann in die deutsche Luftwaffe bringen. Die riesige Drohne soll bemannte Jets unterstützen und deren Schlagkraft erhöhen.

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Luftfahrt

«Du kannst jederzeit mein Flügelmann sein», sagt ein erleichterter Iceman a. k. a. Val Kilmer im Filmklassiker Top Gun zu seinem Kameraden Maverick, a. k. a. Tom Cruise. Daraufhin legen die beiden einstigen Rivalen ihre Egotrips beiseite und umarmen sich nach einer erfolgreichen Luftschlacht, die gegen mehrere MiG-Kampfjets über dem Indischen Ozean tobte.

Der Flügelmann oder Wingman unterstützt den Anführer des Verbands, hält diesem aber auch den Rücken frei, indem er ihn vor Luft-Luft-Angriffen und gegen Flakfeuer und Boden-Luft-Raketen beschützt. Er muss aber nicht immer aus Fleisch und Blut sein. Boeing hat dazu eine Überdrohne entwickelt, die genau das übernehmen kann. MQ-28 Ghost Bat nennt sie sich und kann aufklären, feindliches Radar stören, als Köder dienen, aber auch mit Raketen und Präzisionsmunition gegen Bodenziele bewaffnet werden.

Ein riesiges Teil

Mit 11,7 Metern Länge und einer Spannweite von 7,3 Metern ist die Boeing MQ-28 ungewohnt groß für eine Drohne, die selbst von Boeing ist – Rheinmetall hilft bei der Integration in die deutsche Luftwaffe.

Sie sei ein Kraftmultiplikator mit 3700 Kilometer Reichweite, so der Hersteller, um in stark umkämpftem Luftraum zusätzliche Kampfkraft bereitzustellen und so die bemannten Jets zu entlasten. «Ihr modulares Design und ihre autonomen Fähigkeiten unterstützen ein breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten, darunter Aufklärung, elektronische Kampfführung und die Integration von Waffensystemen», so Boeing.

Jetzt soll sie sich auch bei der deutschen Armee bewähren. Rheinmetall und Boeing haben eine strategische Partnerschaft geschlossen, um die MQ-28 Ghost Bat bis 2029 in die Luftwaffe zu integrieren. Erstbetreiberin der Überdrohne ist die Royal Australian Air Force, die US Air Force hat ebenfalls Interesse signalisiert.

Die MQ-28 Ghost Bat hat Konkurrenz

Seit 2019 in der Entwicklung und mit mehr als 150 Flügen kann die MQ-28 Ghost Bat als geprüft und getestet gelten. Konkurrenzlos ist sie aber nicht. Aus den USA leistet die Kratos XQ-58 Valkyrie ähnliche Aufgaben in der Luft, ebenso die Dassault Neuron. Russland und China warten mit der Sukhoi S-70 Okhotnik-B respektive der Avic GJ-11 auf, um ihren Flugzeugführern umbenannte Teams zur Seite zu stellen.

Im Rahmen der Partnerschaft wird Rheinmetall mit seiner Erfahrung bei Kampfflugzeugen der 5. Generation und unbemannten Systemen sowie seiner starken industriellen Basis als Systemmanager für die MQ-28 in Deutschland fungieren. Und was sagte noch Maverick zu Iceman, als er diesem den Schulterschluss zum Wingman anbietet: «Vergiss es. Du kannst meiner sein.»

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