KF-21 Boramae-Kampfjet der Republic of Korea Air Force (ROKAF)

KAI KF-21 BoramaeSüdkoreas erster eigener Kampfjet ist flügge

Mit der KAI KF-21 Boramae will Südkorea unabhängiger von amerikanischer Militärtechnik werden. Der neue Mehrzweckjäger gilt als technologischer Meilenstein – und als Antwort auf die Bedrohung aus Nordkorea und den Machtkampf im Pazifik.

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Fernsehbilder von Militärmanövern aus Südkorea zeigen normalerweise ein buntes Arsenal moderner Waffen aus den USA: M1-Hauptkampfpanzer Abrams, THAAD-Abwehrraketen, Apache-Angriffshubschrauber und den Tarnkappenjäger F-35. Das ändert sich jetzt. Mit der Entwicklung des ersten Kampfjets Made in Korea hat der Staat einen Meilenstein in Richtung eigenständige Militärluftfahrt unternommen. KAI KF-21 Boramae heißt er. Das Kai steht für den Hersteller Korea Aerospace Industries, das KF steht für Korean Fighter und Boramae ist koreanisch für junger Falke.

Beobachter loben die sehr fortschrittliche Avionik und Wachstumsfähigkeit des 16,9 Meter langen Mehrzweckkampfflugzeugs. Zudem heben sie die starke Situational Awareness für Pilotinnen und Piloten hervor, dank 360°-Lagebild im Cockpit und des extrem schnellen AESA-Radars zur simultanen Luft- und Bodenzielerfassung. Getestet wurde der neue Stolz der Nation schon seit einiger Zeit. Doch Anfang Mai erhielt KAI KF-21 das letzte Gütesiegel für nachhaltige Luftkampftauglichkeit.

Südkorea immer für technologische Überraschung gut

Vor der KAI KF-21 Boramae hat Südkorea bereits eigene Trainings- und leichte Kampfflugzeuge wie die KAI T-50 Golden Eagle oder FA-50 gebaut. Allerdings waren sie nur mit erheblicher amerikanischer Unterstützung, insbesondere von Lockheed Martin, möglich. Die KF-21 dagegen aus dem Hause Korea Aerospace Industries, an dem sowohl der Staat als auch Hyundai und Samsung beteiligt sind, gilt als erster Eigenbau, auch wenn die F414-Triebwerke von GE Aerospace aus den USA stammen und Indonesien offizieller Juniorpartner des Programms ist. Jakarta verhandelt derzeit um den Kauf von 16 Exemplaren des Kampfjets, der bis zu Mach 1,4 schnell fliegen kann.

Die Zeitung Korea Herald zitiert Roh Jae-man, Leiter des Boramae-Projekts innerhalb des staatlichen Defense-Akquiseprogramms Dapa, man werde «zügig mit der Massenproduktion beginnen und bis 2028 zunächst als ersten Block 40 KF-21 für die Luft-Luft-Verteidigung bauen». Dazu werden sie mit Raketen von den Typen AIM-120 AMRAAM (mittel-/langreichweitig) AIM-9 Sidewinder (Kurzstrecke) bestückt. Der Jet ist nicht voll stealthfähig, auch wenn sie in ihrer Silhouette dem Tarnkappenjäger F-22 Raptor ähnelt. Sie hat aber als Kampfjet der «viereinhalbten Generation» das Potenzial zum Tarnkappenjet und soll in weiterentwickelten Versionen mit Platzhirschen der fünften Generation wie der F-35, der russischen Sukhoi Su-57 oder Chengdu J-20 aus China technisch die Stirn bieten können.

Der Feind sitzt im Norden und rundherum liegt der Pazifik

80 weitere KAI KF-21 Boramae sind bis 2032 geplant, die zusätzlich die Kapazität für Luft-Boden- und Luft-See-Gefechte Südkoreas besitzen sollen. Die Initiative zum Eigengewächs geht auf das Jahr 2001 zurück, als Nordkorea immer deutlichere Schritte in Richtung Atommacht unternahm. Auch aufgrund des drastischen außenpolitischen Wechsels des Staatsführers Kim Jong-un, der die friedliche Wiedervereinigung der geteilten koreanischen Halbinsel nicht wie seine dynastischen Vorgänger als Staatsziel verfolgt, sieht sich Seoul mit seinem Kurs zur eigenen Rüstungsindustrie voll bestätigt.

Im Norden sitzt der Feind und ansonsten ist er nur vom Pazifikgewässer umgeben. Außerdem ist die südliche Halbinsel deutlich verwundbarer. Die Republik Korea ist ungefähr ein Drittel so groß wie Deutschland, aber wirtschaftlich sehr dicht besiedelt. Die KAI KF-21 Boramae, die es als Einsitzer und Zweisitzer geben wird und über eine Spannweite von 11,20 Metern, eine Flügelfläche von 46,50 Quadratmetern und eine Flügelstreckung von 2,7 aufweist, soll helfen, diese Ressourcen zu verteidigen.

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