Tame aus Ekuador: Die Airline war eine der ersten, die die Verkäufe stoppten.

Airlines boykottieren Venezuela

Eine Fluggesellschaft nach der anderen stellt die Ticketverkäufe in Venezuela ein. Grund sind Schulden des Landes und eine zu unsichere Währung.

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Wer in Venezuela Flugscheine verkauft, der kann momentan nicht wirklich viel daran verdienen. Die Landeswährung ist innerhalb kürzester Zeit auf ein Zehntel ihres Wertes abgerutscht. Flugtickets, die in der nationalen Währung Bolivar gekauft werden, gehören daher zu den billigsten der Welt. Das ist ein Grund, warum eine ganze Reihe Fluggesellschaften sich entschieden hat, die Ticketverkäufe in dem Land einzustellen.

Die erste war die ekuadorianische Tame. Aber die Liste wird länger: Air France, Avianca, Aerolinas Argentinas, Copa, American Airlines, Taca, Spaniens Air Europa, Air Canada und United Airlines haben die Verkäufe in Venezuela eingestellt. Neben der Unsicherheit der Währung kommt hinzu: Der Staat schuldet den Fluggesellschaften eine ganze Menge Geld. Laut der Zeitung El Diario geht es um Schulden von insgesamt fast drei Milliarden Dollar, die durch die strenge Devisenkontrolle des Landes nicht an die Airlines ausgezahlt werden.

Andere Wechselkurse

Das Fass zum Überlaufen brachte in der vergangenen Woche eine Entscheidung der Regierung: President Nicolas Maduro kündigte an, dass die Gewinne aus den Ticketverkäufen in Bolivars in einem neuen Wechselkurs gerechnet werden - der die venezolanische Währung in ihrem Wert künstlich verdoppelt.

Um die angespannte Situation zu lösen, haben nun Gespräche zwischen Airlinevertretern und der Regierung begonnen, berichten lokale Medien. Was genau bisher dabei herauskam, ist allerdings nicht bekannt. Tourismusminister Andres Izarra ist besorgt, dass das Land unter dem Boykott massiv leiden wird. Er kündigte an, eine Möglichkeit zu finden, die Schulden zurück zu zahlen. Möglich wäre das unter anderem durch eine Mischung aus Bargeld, Staatsanleihen und kostenlosem Kerosin.

Schwelende Wirtschaftskrise

Die Wirtschaftskrise in dem Land schwelt schon seit Monaten. Nach dem Krebstod von Regierungschef Hugo Chavez geriet alles außer Kontrolle. Eine Inflationsrate von 56 Prozent und ein Staatsdefizit von 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts sind nur zwei Anzeichen davon. Viele Medien berichten, dass es immer schwieriger wird, im Supermarkt an normale Gebrauchsgüter zu kommen - vor allem wenn diese importiert werden.

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