Der Flughafen von Caracas aus der Luft: Zahlreiche Airlines dürfen den Airport nicht anfliegen.

Konnektivität eingebrochen Venezuela mit dem Flugzeug immer schwieriger erreichbar

Das Maduro-Regime reagiert harsch auf Kritik von Staaten an der Präsidentschaftswahl. Mit drei Ländern gibt es bereits keinen Luftverkehr mehr, mit Spanien könnte ein viertes folgen. Das hat dramatische Folgen für Venezuela.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Mitte August bestätigte der Oberste Gerichtshof in Venezuela den Wahlsieg des autoritären Präsidenten Nicolás Maduro. Die Ergebnisse aus einzelnen Wahlbezirken der Präsidentschaftswahl vom 28. Juli hätten aufgrund einer Cyberattacke nicht veröffentlicht werden können, erklärte Gerichtspräsidentin Caryslia Rodríguez. Das Gremium kam jedoch zu dem Schluss, dass Maduro der rechtmäßige Gewinner der Wahl sei.

Einen Tag nach der Wahl hatten die Regierungen Argentiniens, Costa Ricas, Guatemalas, Ecuadors, Panamas, Paraguays, Perus und Uruguays in einer gemeinsamen Stellungnahme die Ergebnisse der Präsidentschaftswahl in Frage gestellt. Sie verlangten eine «vollständige Überprüfung in Anwesenheit unabhängiger Wahlbeobachtender». In der Folge kappte Maduro die diplomatischen Beziehungen zu diesen Staaten.

Konnektivität sinkt

Die Regierung Maduros ging noch einen Schritt weiter: Das Verkehrsministerium ordnete an, dass zum 31. Juli alle kommerziellen Flüge zwischen Venezuela und Panama, in die Dominikanische Republik sowie nach Peru ausgesetzt werden. Kürzlich wurde spekuliert, ob die Anordnung zum 30. September ausläuft. Doch das Ministerium teilte mit, dass sie «in Kraft bleibt», da «sie nie eine Ablaufzeit hatte».

Knapp zwei Monate später werden die Auswirkungen deutlich: Die internationale Konnektivität ist um 54 Prozent eingebrochen, teilte der Vereinigung venezolanischer Fluglinien Alav mit. Von den ursprünglich 181 internationalen Flügen pro Woche sind nur 83 übrig, was einen Rückgang um 98 Flüge bedeutet. Dies entspricht etwa 15.000 wöchentlichen Sitzplätzen, die nicht mehr verfügbar sind, erklärte Marisela de Loaiza, Präsidentin des Verbands, gegenüber er spanischen Nachrichtenagentur EFE.

Krise seit zehn Jahren

Es ist der nächste Rückschlag für die Luftfahrt des Landes. Das Allzeithoch erreichte Venezuela 2013 mit 352 internationalen Verbindungen pro Woche. Die Wirtschaftskrise ab 2014 führte dazu, dass die Anzahl der Auslandsverbindungen bis 2019 auf 100 schrumpfte. Die Covid-19-Pandemie verschärfte die Situation weiter, und nun setzen die Sanktionen der Regierung den ohnehin angeschlagenen Sektor zusätzlich unter Druck.

Die Verbindungen nach Peru, Panama sowie in die Dominikanische Republik galten als besonders wichtig, weil das Angebot an internationalen Direktflügen trotz Verbesserungen nach der Coronavirus-Pandemie immer noch begrenzt ist. Gerade Reisende mit dem Ziel Nordamerika nutzen Verbindungen über die drei Länder Richtung USA und Kanada, wohin es keine Flüge gibt.

Plötzlich steht Spanien im Fokus

Und die nächste Verschlechterung ist schon da. In der vergangenen Woche bezeichnete die spanische Verteidigungsministerin Margarita Robles Venezuela als Dikatatur. Daraufhin wurde der spanische Botschafter ins Außenministerium in Caracas einbestellt. Der Präsident der Nationalversammlung von Venezuela  forderte umgehend die Regierung auf die diplomatischen Beziehungen zu Spanien abzubrechen und kommerzielle Flüge zwischen beiden Nationen mit spanischen Fluggesellschaften einzustellen.

Betroffen von der Maßnahme wären Air Europa, Plus Ultra und Iberia. Die drei spanischen Fluggesellschaften kommen bei den Flügen zwischen Spanien und Venezuela auf einen Marktanteil von fast 90 Prozent, wie Daten des Luftfahrtdaten-Anbieters Cirium Diio zeigen (siehe Grafik).

Mehr zum Thema

Dreamliner von Air Europa: Venezuela als Zukunftsmarkt.

Air Europa wettet groß auf Venezuela

Die neue Airline fliegt mit einem alten Flugzeug.

Argentinien übergibt gestrandete venezolanische Boeing 747 an USA

USA nehmen Air Force One Venezuelas in Beschlag

USA nehmen Air Force One Venezuelas in Beschlag

ticker-iberia

Start mit Douglas DC-4: Iberia feiert 80 Jahre Flüge zwischen Madrid und Buenos Aires

Video

Kälin
Mit der Rückkehr der Angehörigen aus Kanada war die Arbeit für die Swissair längst nicht beendet. Persönliche Gegenstände mussten zurückgegeben, Gedenkveranstaltungen organisiert und Familien weiter begleitet werden. Der Ehemalige Finanzchef Walter Kälin blickt auf die Herausforderungen zurück – und erklärt, wie die Erfahrungen von damals die heutige Krisenbetreuung prägen
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Ex-Swissair-Personalchef Matthias Mölleney zum Unglück von Flug SR1111: «...»
Als Flug SR111 von Swissair vor Halifax abstürzte, war Matthias Mölleney erst seit 95 Tagen Personalchef der Airline. Plötzlich musste er die Angehörigen und Mitarbeitenden betreuen und zugleich den Flugbetrieb aufrechterhalten. Fast drei Jahrzehnte später erinnert er sich an die schwersten Tage seiner Karriere – und an die Lehren für das spätere Grounding.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
aeroTELEGRAPH-Herausgeber Stefan Eiselin zum Unglück von Flug SR1111: «»
Rauch im Cockpit, ausfallende Instrumente und schließlich ein nicht mehr kontrollierbares Flugzeug: Der Absturz von Flug SR111 von Swissair kostete 229 Menschen das Leben. Die Erkenntnisse aus der Katastrophe führten später zu neuen Sicherheitsregeln – und wirken bis heute nach.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier