Letzte Aktualisierung: um 11:09 Uhr

Sanktionsbruch

USA stellen einer luxuriösen russischen Boeing 737 nach

Die USA wollen eine Boeing 737-700 BBJ beschlagnahmen, die dem staatlichen russischen Ölkonzern Rosneft gehört. Der luxuriöse Businessjet war früher in Österreich registriert.

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Vor elf Jahren entstand in Österreich eine neue Businesscharterairline. Auf dem Markt trat sie jedoch nie groß auf, sie flog unter dem Radar. Das österreichische Portal Zack Zack und der Sender Radio Free Europe deckten vergangenes Jahr auf, weshalb. Art Aviation soll vor allem Privatjets im Auftrag des staatlichen russischen Ölkonzerns Rosneft betrieben haben.

Als Russland die Ukraine angriff und der Westen Sanktionen gegen Rosneft und seinen Chef und engen Vertrauten von Präsident Vladimir Putin Igor Sechin  ausrief, war es mit Art Aviation vorbei. Das Unternehmen mit Sitz in Wien wird aktuell aufgelöst, das Luftverkehrsbetreiberzeugnis (Englisch: AOC) ist verfallen, die Telefonnumnern sind nicht mehr gültig. Die Flugzeuge des Ölkonzerns wurden gemäß Zack Zack und Radio Free Europe zurück nach Russland gebracht.

Früher Österreich, heute Russland

Dazu gehört auch eine Boeing 737-700 BBJ, die früher das Kennzeichen OE-IRF trug und von Art Aviation betrieben wurde und früher gerne Abstecher nach Mallorca, Ibiza, auf die Malediven oder nach Sardinien machte. Inzwischen trägt sie das russische Kennzeichen RA-73455 und wird von Utair betrieben.

In den vergangenen Wochen war der luxuriöse Businessjet unterwegs nach Agra und Bengaluru in Indien, Dubai und Doha am Persischen Golf und Maafaru auf den Malediven. Künftig wird er es aber schwieriger haben, die mondänen Ziele anzusteuern. Denn das amerikanische Justizministerium hat diese Woche von einem Gericht den Antrag zur Beschlagnahmung des Flugzeuges bewilligt bekommen.

Verstoß gegen US-Recht

Der Grund: Im Februar 2022 seien Ausfuhrkontrollen in Kraft getreten, welche die Rückführung des in den USA gebauten Flugzeugs nach Russland untersagen. Dennoch habe die Boeing 737-700 BBJ Russland seither mindestens sieben Mal verlassen und wieder besucht. Das stelle einen Verstoß gegen amerikanisches Bundesrecht dar. Ob es den USA gelingt, den Businessjet jetzt dingfest zu machen, ist allerdings offen.