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Notbremse bei Malev

Nach der Spanair-Pleite wird auch Ungarn nervös: Die Regierung hat die Nationalairline unter Konkursschutz gestellt.

Malev

Ohne das Eingreifen der Regierung hätte der Malev-Flotte das Grounding gedroht.

Die Pleite von Spanair dürfte den Ungarn zusätzlich Druck gemacht haben, nun wollen sie ein Grounding der Nationalairline abwenden. Von dem scheint sie nicht so weit entfernt: «Innerhalb von Tagen» dürfte Malev das Geld ausgehen, heißt es in den ungarischen Medien laut Regierungs- und Branchenkreisen. Daher hat die Regierung Malev nun den letzmöglichen Schritt unternommen und die Airline unter Konkursschutz gestellt. Nach Verhandlungen mit der American Leasing Corporation ist es laut einer Mitteilung von Malev nun auch gewährleistet, dass die Flieger weiter zur Verfügung stehen.

Die Gläubiger dürfen nun aber kein Konkursverfahren gegen die marode Airline einleiten, die etwa 2600 Angestellte beschäftigt. Die Regierung sieht Malev als strategisch äußerst relevantes Unternehmen, das geschützt werden müsse, schreibt unter anderem das Budapest Business Journal. Die Fluglinie sei von nationalem ökonomischen Interesse. Die Flüge von Malev machen etwa 40 Prozent des Verkehrs am Budapester Flughafens aus.

Suche nach Investoren

Im Jahr 2010 schrieb die Airline 24,6 Milliarden Forint Verlust (etwa 83,5 Millionen Euro/100 Millionen Franken). Da Malev aufgrund finanzieller Probleme in nächster Zeit nicht in der Lage sein dürfte, es aus den Schulden zu schaffen, sah die Regierung nun keine andere Möglichkeit als den Schritt. Nun muss in einem transparenten Verfahren ein Plan erstellt werden, wie man die Airline retten will. Laut der Mitteilung der Fluglinie plant man, diesen bis Ende der Woche fertig zu stellen. Malev ist nun weiter auf der Suche nach einem Investor. Doch die gestaltet sich alles andere als einfach. So sprang die chinesische Hainan aus Gründen der Profitabilität im Dezember wieder ab. Schon mehrfach waren Privatisierungspläne zuvor gescheitert.



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