Big Front Seat: Bei Spirit gibt es künftig mehrere Klassen.

Neue StrategieUltra-Billigairline Spirit führt Business Class ein

Erst kam Southwest Airlines nach 50 Jahren von ihrem ursprünglichen Geschäftsmodell ab, jetzt erfindet sich auch Spirit Airlines neu. Mit drastischen Veränderungen.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Es war eine Sache, die Southwest Airlines von einem Großteil der Konkurrenz unterschied: Bei der Billigairline konnte man keine Sitze auswählen. Wer zuerst einstieg, bekam auch zuerst einen Platz. Doch das ändert die Fluglinie jetzt nach 50 Jahren. Dafür erntet sie sowohl Lob als auch Kritik von Kundinnen und Kunden.

Die Änderung ist aber nicht die einzige. Southwest kündigte außerdem an, dass es für Premium-Sitze mit mehr Beinfreiheit Gebühren erheben wird. Auch das System beim Einsteigen wird überdacht und erstmals will die Fluglinie auch Nachtflüge anbieten. Damit kehrt sie eindeutig vom Modell einer Ultrabilligairline ab. Und damit ist Southwest nicht allein.

Künftig auch Business-Sitze

Auch die Konkurrentin Spirit Airlines hat Änderungen bekannt gegeben. Bei der Buchung werden Reisende künftig zwischen verschiedenen Klassen wählen können. Und: Es wird sogar eine Art Business Class mit eigenen Sitzen geben. Die Sitze in der Kategorie Go Big werden größer sein und in einer 2-2-Konfiguration verbaut. Außerdem gibt es ein Premium-Angebot von Speisen und Getränken sowie Gratis-Internet, Priority Check-in, Priority Boarding und kostenloses Aufgabegepäck.

In einer Zwischenklasse sitzen die Reisenden auf den normalen Sitzen, haben aber einen freien Mittelsitz - ähnlich der Business Class auf vielen europäischen Flügen. Diese Kategorie heißt Go Comfy. Außerdem gibt es einen Snack und ein Getränk, Priority Boarding und Gratis-Gepäck.

Gepäck oder Handgepäck?

In der dritten Klasse können Reisende entscheiden: Nehmen sie zusätzlich zu dem Gepäckstück, das unter den Sitz passen muss, noch einen Rollkoffer in die Kabine oder geben sie ein Gepäckstück gratis auf? Einen freien Mittelsitz gibt es in der Kategorie Go savvy nicht, weitere Extras sind nicht inbegriffen oder kosten. In Spirits günstigster Kategorie Go ist dann nicht einmal mehr der Rollkoffer für die Kabine inbegriffen.

An mehr als 20 Flughäfen in den USA führt Spirit aufgrund der Änderungen ein Priority Check-in mit einer speziellen Abfertigungsspur ein. Beim Einsteigen werden die Passagiere neu in eine von fünf Gruppen eingeteilt.  So will Spirit die Einsteigezeit verkürzen. Es sei eine «neue Ära», so Geschäftsführer Ted Christie. Die Änderungen seien das Ergebnis davon, dass man auf die Kunden gehört habe.

Größerer Trend

Spirit Airlines muss sich auch neu erfinden. Seit der geplatzten Übernahme durch die Konkurrentin Jetblue geht es der Fluglinie alles andere als gut. Zwischenzeitlich gab es sogar Gerüchte über eine mögliche Insolvenz. Das sei «eine fehlgeleitete Schilderung, die von einer Reihe von Kritikern verbreitet wird», so Christie dazu. Man erwäge nicht, sich in Gläubigerschutz zu begeben.

Die Schritte von Southwest und Spirit sind denn auch eher Zeichen eines größeren Trends. Im April hatte bereits Frontier bekannt gegeben, neue Buchungsklassen einzuführen. Auch Jetblue hat die Buchungsklassen überarbeitet. Alle fokussieren sich mehr auf Gäste mit höherer Zahlungsbereitschaft.

Mehr zum Thema

ticker-spirit-airlines

Spirit Airlines verkauft letzte Flugzeuge - 27 Airbus A320 und A321

Spirit Airlines: Google verspricht sich etwas von den Daten der Airline.

Google kauft Daten von untergeganener Spirit Airlines - um KI zu trainieren

ticker-spirit-airlines

Ehemalige Spirit-Zentrale für 93 Millionen Dollar verkauft

ticker-spirit-airlines

Für 250 Millionen Dollar gebaute Firmenzentrale von Spirit Airlines wird für 88 Millionen verkauft

Video

Airbus A350 F Erstflug in Toulouse: Der Frachter war vier Stunden in der Luft.
Vier Stunden, 220 Gigabyte Daten und ein Start ohne elektronische Schutzfunktionen: Der Airbus A350 F ist zum ersten Mal geflogen. Was die Crew testete und was den Frachter besonders macht.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
airbus a350 f erstflug 01
Am Dienstag ist der Airbus-A350-Frachter zum ersten Mal abgehoben. Ende 2027 will der Flugzeugbauer den ersten A350 F aus der Serienproduktion ausliefern. Zwei Kunden kommen für die Premiere infrage.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Timo Nowack
Timo Nowack
Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren - und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier