Eine Studie der Universität St. Gallen zeigt: Unternehmen stehen nachhaltigem Flugtreibstoff grundsätzlich offen gegenüber – doch die Kosten bleiben das zentrale Hindernis. Befragt wurden Nachhaltigkeitsverantwortliche zu verschiedenen Optionen für Sustainable Aviation Fuel SAF, die sich unter anderem beim Preis, SAF-Anteil (20 bis 100 Prozent), Zertifizierung, Treibstoffart sowie Beschaffungsmodell unterschieden. Betrachtet wurden Kurz- und Langstreckenflüge.
Das Ergebnis: Der Preis ist der entscheidende Faktor, besonders auf Langstrecken. Selbst klimabewusste Unternehmen wählten bei hohen Aufpreisen häufig die günstigere Alternative. Gleichzeitig bevorzugten die Befragten Angebote mit hohem SAF-Anteil – ein Hinweis auf den Wunsch nach messbarer Klimawirkung statt symbolischer Maßnahmen.
Auf Kurzstrecken zeigte sich eine größere Zahlungsbereitschaft für höhere SAF-Anteile, während auf Langstrecken hohe Mehrkosten klar abgelehnt wurden. Laut Studienleiter Andreas Wittmer kann SAF eine Schlüsselrolle bei der Dekarbonisierung des Luftverkehrs spielen – vorausgesetzt, Produktionskosten sinken, es gibt staatliche Anreize, verlässliche Zertifizierungen und praktikable Beschaffungsmodelle. Der Luftverkehr verursacht derzeit rund 2,5 Prozent der globalen CO₂-Emissionen und etwa 6 Prozent der Erderwärmung.