Libyen bereitet eine Klage gegen Israel vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag vor. Hintergrund ist der Abschuss einer Boeing 727-200 der Libyan Arab Airlines am 21. Februar 1973 über der Sinai-Halbinsel, bei dem 108 Menschen ums Leben kamen, berichtet das Portal Libya Herald.
Die Boeing 727 mit dem Kennzeichen 5A-DAH war auf einem Linienflug von Tripolis über Benghazi nach Kairo unterwegs, als sie von israelischen Kampfflugzeugen abgefangen und abgeschossen wurde. Fünf Insassen überlebten.
Der libysche Botschafter in den Niederlanden, Ziad Daghim, informierte den Gerichtshof schriftlich über die geplante Klage. Libyen beruft sich dabei auf 2023 freigegebene israelische Regierungsunterlagen, die nach seiner Auffassung einen Verstoß gegen das Montrealer Übereinkommen von 1971 belegen.
Ein förmlicher Klageantrag wurde bislang nicht eingereicht. Libyen will darin die rechtlichen Grundlagen, die mutmaßlichen Verstöße und seine Forderungen darlegen. Eine Stellungnahme Israels lag zunächst nicht vor.