Ein tunesisches Militärgericht hat die frühere Tunisair-Chefin Olfa Hamdi am 21. Oktober zu vier Jahren Haft und einer Geldstrafe von 40.000 Dinar (rund 12.000 Euro) verurteilt. Der 38-Jährigen wird unter anderem vorgeworfen, Soldaten zum Ungehorsam aufgerufen und gegen die Staatssicherheit konspiriert zu haben. Grundlage sind Facebook-Beiträge, in denen sie Präsident Kaïs Saïed und das Militär kritisiert haben soll. Das Urteil ist anfechtbar. Hamdi leitete Tunisair nur wenige Wochen: Sie wurde im Januar 2021 ernannt und bereits am 22. Februar wieder entlassen. Später gründete sie eine politische Partei und kündigte ihre Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2024 an. Bereits zuvor war sie von einem Militärgericht zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Im Februar 2026 wurde sie am Flughafen Tunis festgenommen.