Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft BDL begrüßt die geplante Senkung der deutschen Luftverkehrsteuer ab Juli 2026, hält sie aber für unzureichend. In einer Stellungnahme zur Anhörung im Finanzausschuss des Deutschen Bundestags fordert der Verband weitergehende Entlastungen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Luftverkehrsstandorts Deutschland wieder zu stärken.
Hintergrund ist der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Rücknahme der Steuererhöhung von Mai 2024. Die Steuersätze sollen ab 1. Juli 2026 wieder auf das Niveau vor der letzten Erhöhung sinken. Für Flüge innerhalb Europas würde die Abgabe dann von 15,53 auf 13,03 Euro fallen.
Nach Angaben des Verbandes seien seit 2019 rund 60 in Deutschland stationierte Flugzeuge abgezogen worden. Dies entspreche einem Verlust von mehr als 7000 Arbeitsplätzen und rund vier Milliarden Euro jährlicher Wertschöpfung. Als Ursache nennt die Branche vor allem hohe staatliche Standortkosten. Ein Abflug aus Deutschland koste teils siebenmal mehr als aus Ländern wie Spanien, Tschechien oder der Türkei.
Neben der Steuersenkung fordert die Luftverkehrswirtschaft deshalb weitere Maßnahmen. Dazu zählen niedrigere Flugsicherungs- und Luftsicherheitskosten sowie die Wiedereinführung eines Mechanismus, mit dem Einnahmen aus dem europäischen Emissionshandel auf die Luftverkehrsteuer angerechnet werden.