Der Luftverkehr in Deutschland legt im Zeitraum von März bis August 2026 nur moderat zu. Insgesamt werden rund 141 Millionen Sitzplätze auf Flügen von, nach und innerhalb Deutschlands angeboten. Das entspricht einem Wachstum von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr und etwa 93 Prozent des Niveaus von 2019, so Zahlen des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft BDL.
Besonders deutlich fällt der Rückstand im Vergleich zu anderen europäischen Märkten aus. Vor allem bei europäischen Punkt-zu-Punkt-Airlines liegt Deutschland zurück: Das Sitzplatzangebot liegt im Vergleich zu anderen europäischen Ländern um 56 Prozentpunkte niedriger. Ihr Marktanteil beträgt lediglich 29 Prozent.
Die europäischen Netzwerk-Airlines erreichen derzeit etwa 85 Prozent ihres Kapazitätsniveaus von 2019. Im Vergleich zum Vorjahr stagnieren ihre angebotenen Sitzplätze oder gehen sogar leicht zurück. Dagegen wächst das Segment der touristischen Airlines weiter und übertrifft das Vorkrisenniveau deutlich. Mit einer Entwicklung von 140 Prozent gegenüber 2019 und einem Marktanteil von 17 Prozent ist es derzeit das dynamischste Segment.
Der innerdeutsche Verkehr wächst im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent, erreicht aber nur 54 Prozent des Niveaus von 2019. Besonders stark geschrumpft sind dezentrale Strecken ohne die Drehkreuze Frankfurt oder München. Dort liegt die Kapazität nur noch bei 19 Prozent des früheren Angebots.
Auf europäischen Kurz- und Mittelstrecken erreicht das Sitzplatzangebot rund 98 Prozent des Vorkrisenniveaus und wächst gegenüber dem Vorjahr lediglich um zwei Prozent. Das Wachstum wird vor allem von touristischen und ethnischen Verbindungen nach Ost- und Südosteuropa sowie nach Nordafrika getragen.
Auf Langstrecken liegt das Angebot bei 97 Prozent des Niveaus von 2019. Gegenüber dem Vorjahr beträgt das Wachstum nur etwa ein Prozent. Während Direktflüge nach Afrika zweistellig zulegen, ist das Angebot in Richtung Nordamerika rückläufig.