Die Bundeswehr prüft die Übernahme bislang zivil genutzter Teile des Flughafens Rostock-Laage. Das Verteidigungsministerium informierte laut einem Bericht der Nachrichtenagentur DPA im Dezember 2025 regionale Beteiligte und die Landesregierung darüber, dass der Erwerb angrenzender Grundstücke sowie baulicher Anlagen geprüft werde.
Hintergrund sei die veränderte Sicherheitslage und der damit verbundene infrastrukturelle Mehrbedarf der Streitkräfte. Die Prüfung sei fortgeschritten, aber noch nicht abgeschlossen. In Laage befindet sich das taktische Luftwaffengeschwader 73 «Steinhoff» mit mehr als 900 Soldatinnen und Soldaten.
Rostocks Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger sprach sich laut DPA für eine Fortführung des zivilen Flugbetriebs aus und warnte vor Nachteilen für die Region.
Der zivile Teil des Flughafens gehört der Berliner Industriebeteiligungsgesellschaft Crisp Partners. Die hatte ihn zuvor von der Zeitfracht-Gruppe übernommen.
Im Gespräch mit aeroTELEGRAPH erklärte Wolfram Simon-Schröter für Zeitfracht kürzlich: «Wir haben den Flughafen zum 1. Januar 2022 übernommen. Weniger als zwei Monate später hat sich die geopolitische Lage durch den russischen Angriff auf die Ukraine aber grundlegend geändert. Und der Flughafen Rostock-Laage wird auch militärisch genutzt. Zivile Flugzeuge müssen auch schon mal eine Stunde in die Warteschleife, wenn es militärischen Verkehr gibt. Daher haben wir uns entschieden, den Flughafen weiterzuveräußern.»