Im Mittelpunkt steht ein Fehler in den Flugmanagementsystemen mit den Softwareversionen U14.0 und U14.1. Nach einem Fehlanflug kann sich unter einer bestimmten Konstellation beim folgenden Anflug die vertikale Navigation (VNAV) abschalten. Der Jet wechselt dann auf eine einfachere Automatisierung für die Nicksteuerung. Die Pilot:innen behalten laut FAA die Kontrolle übers Flugzeug und erhalten eindeutige Anzeigen über den Zustand der Systeme.
Der nun von der FAA untersuchte Fehler ist allerdings laut Recherchen des Portals The Air Current aber nicht das einzige Problem der Software bei der 737 Max. Demnach haben US-Fluggesellschaften die neueren Versionen U14 und U14.1 bereits seit Jahren teilweise gemieden. Stattdessen setzen sie weiterhin auf eine ältere Version, die vor fast zehn Jahren eingeführt wurde. Die neueren Softwarestände sollen unter anderem Funktionsverluste und zusätzliche Ablenkungen der Besatzung während kritischer Flugphasen verursacht haben.
Besonders brisant ist ein Vorfall von 2022. Laut The Air Current war ein Problem der U14-Software ein mitwirkender Faktor bei einem Vorfall, bei dem eine Besatzung von United Airlines auf der falschen Landebahn landete. Die US-Fluggesellschaft entschied sich anschließend, auf eine ältere Softwareversion zurückzugehen.
Aus dem aktuellen FAA-Dokument zum VNAV-Fehler geht zudem hervor, dass nicht nur die 737 Max betroffen ist . Das am 3. Oktober veröffentlichte Special Airworthiness Information Bulletin nennt auch die 737-600, -700, -800, -900 und -900ER. Bei der 737 Max geht es um die Modelle Max 7, 8, 9 und 8200.Eine verpflichtende Lufttüchtigkeitsanweisung (AD) hält die FAA derzeit nicht für erforderlich. Boeing hat Verfahren für den Umgang mit dem VNAV-Fehler veröffentlicht, deren Anwendung die FAA den Betreibern empfiehlt.