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Reisekonzern wird zuerst saniert

Thomas Cook vertagt Verkauf von Condor und Co.

Diverse Konzerne zeigten Interesse an den Fluglinien von Thomas Cook. Doch nun wurde der Verkauf von Condor und Co. auf Eis gelegt. Der Konzern muss zuerst ein größeres Problem lösen.

Condor

Condor-Torte: Die Kuchenstücke von Thomas Cook werden noch nicht verteilt.

Thomas Cook gab sich mehrere Monate Zeit. Im Februar teilte der Reisekonzern mit, strategische Optionen für seine Fluggesellschaften zu prüfen. Im Vordergrund stand dabei ein Verkauf. Diverse unverbindliche Angebote trafen auch ein. So signalisierten unter anderem Lufthansa, Virgin Atlantic und die Billigairline-Holding Indigo Partners ihr Interesse.

Doch nun wurden die Bemühungen gestoppt. Das Umfeld im europäischen Reisemarkt sei in den vergangenen Monaten laufend herausfordender geworden, erklärt Thomas Cook in einer Mitteilung vom Freitag (12. Juli). Dadurch habe sich die finanzielle Lage der Gruppe verschlechtert, auch mit Folgen für die Fluggesellschaften und das Reiseveranstaltergeschäft. Es sei schwieriger geworden, sie zu einem befriedigenden Preis zu verkaufen, so Thomas Cook in der Mitteilung.

Chinesen werden Großaktionär der Fluggesellschaften

Deshalb wählt der britische Konzern nun einen anderen, schmerzhafteren Weg. Er verordnet sich eine finanzielle Sanierung, welche die hoch verschuldete Gruppe nachhaltig verändern wird. Die chinesische Großaktionärin Fosun Group und Banken schießen dabei 750 Millionen Pfund oder umgerechnet 835 Millionen Euro ein. Zugleich werden Schulden – auch solche von Anleihensgläubigern – in Kapital umgewandelt. «Das ist zwar nicht das, was wir für unsere Aktionäre wollten», kommentiert Konzernchef Peter Fankhauser, «aber es ist eine pragmatische und verantwortungsvolle Lösung, um die Zukunft von Thomas Cook zu sichern».

Als Folge der Maßnahmen verändert sich die Eigentümerstruktur von Thomas Cook stark. Der Mischkonzern Fosun, der bisher mit 13 Prozent an der Gruppe beteiligt war, hält künftig die Mehrheit des Reiseveranstaltergeschäfts. Es verschwindet dadurch von der Börse. Zugleich werden die Chinesen einen «bedeutenden Minderheitsanteil» an den Fluggesellschaften halten. Daneben werden auch die Banken große Anteile an beiden Konzernteilen halten.

Aufgeschoben, nicht aufgehoben

Mit der finanziellen Sanierung ist der Verkauf der Fluggesellschaften zwar aufgeschoben worden. Er ist aber nicht aufgehoben. Denn nun liegt es an den neuen Eignern, zu entscheiden, was sie mit der deutschen Condor, den Thomas Cook Airlines im Vereinigten Königreich, Skandinavien und auf den Balearen sowie der Wet-Lease-Anbieterin Thomas Cook Aviation in Deutschland tun wollen.

Fosun darf die Mehrheit der Airlines als chinesisches Unternehmen nicht übernehmen. Die Banken haben wenig Interesse, langfristig Aktionäre von europäischen Fluggesellschaften zu bleiben. Es ist deshalb mehr als wahrscheinlich, dass in den kommenden Monaten die Akte Thomas Cook Airlines wieder aus dem Schrank genommen und der Verkaufsprozess neu gestartet wird.

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