Flugbeleiter von Swiss: Sie kommen nicht mehr nach Istanbul.

Zu wenige BuchungenSwiss zieht sich aus Istanbul zurück

Reisende sind bei Buchungen in die Türkei zurückhaltend geworden. Lufthansa-Tochter Swiss reagiert darauf und streicht Istanbul aus ihrem Flugplan.

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Die Türkei macht gerade schwierige Zeiten durch. Nach mehreren Terroranschlägen und Monaten politischer Anspannung folgte der Putschversuch aus Teilen des Militärs. Präsident Recep Tayyip Erdogan ging daraus gestärkt hervor. Er regiert mit noch härterer Hand als zuvor. Für Reisende macht das die Türkei zu einem nicht gerade attraktiven Ziel.

Um 22 Prozent sind die Touristenzahlen in der Türkei zwischen Januar und Mai zurückgegangen – das war noch vor dem Putschversuch und vor dem Anschlag auf den Flughafen Atatürk, bei dem Ende Juni 45 Menschen ums Leben kommen. Nun dürfte sich die Lage noch einmal verschlechtern. Und das spüren Fluggesellschaften bei den Buchungen.

Swiss streicht Istanbul ganz aus dem Flugplan

Lufthansa-Tochter Swiss zieht nun Konsequenzen. «Swiss wird Istanbul im Winter 2016/17 aus dem Programm nehmen», verrät eine Sprecherin der Fluggesellschaft der Zeitung Tages-Anzeiger. Die massive Verschlechterung der Sicherheitslage habe zu einem starken Rückgang der Buchungen geführt, auf den man mit diesem Schritt reagiere. Derzeit fliegt Swiss zwei Mal täglich in die Stadt am Bosporus. Auch Izmir wird im Winter nicht mehr angeflogen.

Zusätzlich spüre man auch die Konkurrenz durch «das starke Wachstum der teilstaatlichen Turkish Airlines», so Swiss weiter. «Überkapazitäten und Preisverfall» seien die Folge. Die Schweizer Airline besitzt bisher einen Marktanteil von 23 Prozent auf der Strecke. Nummer eins bei Zürich - Istanbul ist Turkish Airlines mit 55 Prozent. Daneben fliegen auch Atlas Global (10 Prozent) und Pegasus Air (12 Prozent).

Turkish auch unter Druck

Doch auch Turkish Airlines dürfte unter Druck kommen. Die türkische Nationalairline versucht seit Jahren, Alternative zu den europäischen Fluggesellschaften auf dem Weg nach Asien zu werden. Zudem preist sich die Fluggesellschaft als Alternative zu den Golfairlines. Dafür wird am Bosporus investiert. Bis in sieben Jahren will Turkish Airlines 450 Flugzeuge besitzen – 50 Prozent mehr als heute.

Der entstehende Flughafen in Istanbul, welcher der größte der Welt werden soll, unterstreicht diese Ambitionen. Die Vision dürfte nun sehr aber schwierig umzusetzen sein.

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