Sukhoi Superjet: Über den Verbleib ist nichts bekannt.

Sukhoi Superjet verschwindet spurlos

Bei einem Demonstrationsflug in Indonesien verschwand der Superjet 100 des russischen Herstellers spurlos vom Radar.

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Längst müsste der verschwundene Jet keinen Treibstoff mehr übrig haben, schätzen Experten. Der Sukhoi Superjet, der am Mittwoch am Halim Perdanakusuma Airport in Jakarta für einen zweiten Demonstrationsflug aufgebrochen war, ist nicht wieder an seinen Ausgangsort zurückgekehrt. Insgesamt 50 Menschen sollen sich an Bord des Jets befunden haben: Vertreter verschiedener Luftfahrtunternehmen, russische Diplomaten, Journalisten und acht russische Crewmitglieder. Man habe zwar eine Passagierliste, so Sukhoi-Vertreter bei einer Pressekonferenz. Doch diese sei nicht verlässlich, da einige Eingeladene nicht an Bord gegangen seien, sowie einige Insassen kurzfristig mitflogen und daher nicht auf der Liste standen.

Laut der indonesischen Zeitung Jakarta Post sind bereits Helikopter und Flugzeuge auf der Suche nach dem Superjet. Wegen schlechten Wetters mussten sie aber wieder umkehren. Es sei bis dahin keine Spur von dem Jet zu finden gewesen, so Marschall Daryatmo, Leiter der Rettungsaktion laut der Zeitung. «Jetzt stellen wir am Boden die nötigen Ressourcen zusammen, um das Flugzeug zu finden.» Kurz nach halb vier Uhr Ortszeit (11 Uhr in Europa) und rund 12 Minuten nach dem Start hatte der Flieger das letzte Mal Radarkontakt. Er befand sich zu diesem Zeitpunkt über dem Berg Mount Salak. Kurz bevor der Kontakt abbrach hatten die Piloten offenbar um Erlaubnis gebeten, von 10'000 auf 6000 Fuß zu sinken. Dann habe der Flieger nach rechts gedreht und sei kurz darauf vom Radar verschwunden.

Spekulationen über Verbleib

Über den Verbleib des Jets wird bisher nur spekuliert. Während in westlichen Medien davon ausgegangen wird, dass der Flieger nach dem Sinkflug an einer Felswand verunglückt ist, vermuten einige russischen Zeitungen eine Flugzeugentführung. Laut verschiedenen Blogs soll keine der Personen, die sich an Bord befinden, per Telefon erreichbar sein.

Sukhoi war gerade dabei, den Superjet 100 in Asien vorzuführen. Jakarta war nach Burma, Pakistan und Kasachstan die vierte Station der Tour. Laos und Vietnam sollten noch folgen. Der Unglücksflug war bereits der zweite in Indonesien. Während der erste halbstündige Flug Pressevertreter transportiert hatte, sollte der Jet beim zweiten potenziellen Käufern vorgeführt werden. Laut dem russischen Fernsehsender RT sollen Vertreter der indonesischen Batavia, Pelita, Air Aviastar und Sriwijaya Air an Bord gewesen sein. Zwischen dem ersten und zweiten Flug sei das Flugzeug gründlich durchgecheckt worden, heißt es von der russischen United Aircraft Corporation, zu der Sukhoi gehört. «Technisch war alles in Ordnung», so eine Sprecherin.

Der Superjet ist Russlands große Luftfahrt-Hoffnung. Er ist Russlands erster Passagierflieger seit dem Ende der Sowjetunion und sollte die Luftfahrtindustrie des Landes wiederbeleben. Anfang Februar erhielt Sukhoi für den Superjet 100 das Zertifikat A-176 der europäischen Agentur für Flugsicherheit Easa. Das erlaubt es Fluggesellschaften in Europa, den russischen Flieger zu betreiben. Sukhoi ist überzeugt, mit dem Produkt eine würdige Konkurrenz für Mittelstreckenflieger vor allem von Embraer und Bombardier zu sein. Doch wenn der Flieger nun in Indonesien verunglückt ist, dürfte das dem Superjet-Programm mehr als nur einen kleinen Dämpfer verpassen.

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