Bilder der Eruption: Die magnetische Strahlung kann Geräte beeinflussen.

«Wir haben Glück gehabt»

Der erste große Solarsturm war harmloser als vermutet. Doch die Gefahr für Airlines ist damit nicht gebannt, glaubt ein Astrophysiker.

Top-Jobs

Weeze

Verkehrsleiter vom Dienst (w/m/x)

Flughafen Niederrhein GmbH
Weeze
Feste Anstellung
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
DERTOUR Logo

Virtuelle Reisebetreuung (m/w/d)

Reiseveranstalter
DERTOUR Destination Services AG
Home Office
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

CAMO Engineer f/m/d (full time) in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
DERTOUR Logo

Reiseleiter (m/w/d)

Reiseveranstalter
DERTOUR Destination Services AG
Griechenland
Spanien
Portugal
Top jobs

Der Sonnensturm traf am Donnerstag auf die Erde. Doch er hatte deutlich weniger Auswirkungen als befürchtet. Im Vorfeld war in gewissen Kreisen bereits ein Chaos prognostiziert worden, da das Naturschauspiel Computer und Navigationsgeräte stören kann. Besonders der Flugverkehr galt deshalb als gefährdet. Das Risiko bestehe aber in den nächsten Tagen weiterhin, warnt Volker Bothmer, Experte für Astrophysik der Universität Göttingen im Gespräch mit aeroTELEGRAPH.

Der Sonnensturm vom Donnerstagmorgen war viel harmloser als erwartet. Weshalb?

Volker Bothmer
: Die Auswirkungen waren nicht gravierend, da die Erde nur vom Rand des Sturmgebietes erfasst wurde und sich die Stärke auf dem Weg zur Erde verringerte. Auf der Sonne selbst besaß der Sonnensturm eine Geschwindigkeit von etwa 2600 Kilometern pro Sekunde. Von mehr als 10'000 Ausbrüchen auf der Sonne während eines elfjährigen Aktivitätszyklus treten solche Geschwindigkeiten nur bei etwa einem Dutzend Ereignissen auf. Wir haben Glück gehabt, dass die Erde nicht richtig getroffen wurde.

Die Gefahr ist also komplett gebannt?

Die Region der Sonne, von welcher der Sturm ausging, kann in den nächsten Tagen noch weitere heftige Böen auslösen.

Viele Experten befürchteten durch die elektromagnetischen Felder Störungen von Navigationsgeräten und Bordcomputern von Flugzeugen. Auch da ist nichts passiert.

Die Übertragung von Signalen von Navigations- und Kommunikationssystemen wird durch die Einflüsse der Sonne auf die obere Erdatmosphäre beeinflusst. Da der Sturm die Erde nicht zentral erfasst hat, sind diesmal gravierendere Effekte des Weltraumwetters ausgeblieben. Beeinträchtigt wurde aber kurzfristig der Funkverkehr über den Polen der Erde. Schuld war der beim Ausbruch des Sonnensturms hervorgerufene Lichtblitz.

Gibt es denn belegte Vorfälle, wo Flugzeuge durch Sonnenaktivität gestört wurden?

Im Oktober 2003 wurden mehr als fünfzig Flüge verschoben und das europäische Flugradarsystem war über einige Stunden gestört. Am 7. März trat nun ein erhöhter Fluss energiereicher Protonen im Erdorbit auf. Wasserstoffatome mit Energien von mehr als 10 Mega-Elektronenvolt können zu Fehlfunktionen der Bordelektronik von Satelliten und den an Bord befindlichen Instrumenten führen, wie es zum Beispiel bei Anik E1, E2, AT&T Telstar 401 oder etwa bei der japanischen Marssonde Nozomi der Fall war.

Können Flugzeuge gegen solche Störungen geschützt werden?

Eine erhöhte Absicherung von Systemen vor Weltraumwettereffekten kann durch zuverlässige Vorhersagen und darauf basierenden Maßnahmen im Vorfeld eines Sonnensturms erzielt werden, wie wir dies im Rahmen des von der Europäischen Union geförderten Projekts Affects (Advanced Forecast For Ensuring Communications Through Space) in Zusammenarbeit mit der ESA, NASA und der Weltraumwetterbehörde NOAA-SWPC, zur Zeit entwickeln. Ferner kann der Einfluss der Weltraumwettereffekte durch Optimierung von in der Weltraumtechnik eingesetzten Materialeigenschaften minimiert werden.

Wie geht es jetzt weiter mit den Solarstürmen, 2012 gilt ja als besonders aktives Jahr.

Wir werden um 2012 herum ein erneutes Maximum der Sonnenaktivität erreichen. Doch dies ist nur eine statistische Aussage. Ein extrem starker Sonnensturm kann, unabhängig von der Gesamtzahl der Sonnenflecken, zu jeder Zeit auftreten.

Mehr zum Thema

ticker-nasa

Nasa testet Flüge mit Cessna 208B Caravan ohne Cockpitpersonal

Lego Boeing 747 Review-23

Das kann die Lego-Boeing-747 mit Space Shuttle Enterprise

ticker-nasa

ER-2: Nasa testet mit umgebauter Lockheed U-2 Algorithmen zur Erkennung von Wolken und Aerosolen

Boeing 777 der Nasa: Ab September soll das Flugzeug zu Forschungsmissionen starten.

Boeing 777 hebt im Herbst als fliegendes Forschungslabor ab

Video

united airlines airbus a321 neo nosewheel
Harte Landung in Orlando: Ein Airbus A321 Neo von United Airlines hat bei der Ankunft in Orlando eines der Räder des Bugfahrwerkes verloren.
Timo Nowack
Timo Nowack
antonov leipzig 14
Aufgrund des russischen Angriffskriegs musste die ukrainische Frachtfluggesellschaft ihre Basis nach Deutschland verlegen. aeroTELEGRAPH hat Antonov Airlines und ihre An-124 am Flughafen Leipzig/Halle besucht.
Timo Nowack
Timo Nowack
Erster Being 737-800 Kombifrachter: Air Inuit hat das Flugzeug am 13. Januar in den Liniendienst aufgenommen.
Fast fünfzig Jahre prägten röhrende 737-200 C den Alltag im Norden Québecs. Jetzt hebt erstmals eine Boeing 737-800 Kombi für Air Inuit ab – mit 90 Sitzen, Palettenfracht und als Weltpremiere.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies