Sitzabstand: Früher war er bei den meisten Airlines größer.

FAA sieht kein RisikoSitzabstand im Flieger darf weiter sinken

Amerikanische Verbraucherschützer wollten dem Trend zu geringeren Sitzabständen Einhalt gebieten. Doch die Luftfahrtbehörde FAA will nicht eingreifen.

Top-Jobs

Aero Bildungs Logo

Ausbilder / Technischer Trainer (m/w/d) für Fluggerätelektronik / Avionik / Cat B2 – Luftfahrttechnik

AERO-Bildungs GmbH
Oberpfaffenhofen
Feste Anstellung
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Document Control Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Prozessmanager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Pilatus Logo

Crossmedia Marketing Content Redakteur (a)

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs

Airlines bauen mehr Sitze in ihre Flugzeuge und reduzieren dabei den Sitzabstand. Auf bis zu 28 Zoll oder 71 Zentimeter sinkt er bei mancher Fluglinie. Gegen diesen Trend zieht die US-Vebraucherschutzgruppe Flyers Rights zu Felde. Sie argumentiert unter anderem, dass die Kombination aus geringerem Sitzabstand und wachsender Körperfülle der Fluggäste die Evakuierung der Maschine im Notfall erschwere und unzulässig in die Länge ziehe.

So fordert Flyers Rights von der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA, sich der Sache anzunehmen. Doch die Behörde will nicht regulierend eingreifen. Ein Gericht stellte sich im vergangen Jahr zumindest soweit auf die Seite der Verbraucherschützer, dass es die FAA aufforderte, ihre Ablehnung besser zu begründen. Darauf hat die Behörde nun am Montag vergangener Woche (2. Juli) geantwortet. Die FAA habe «keine Beweise dafür, dass es ein unmittelbares Sicherheitsproblem gibt, das zu diesem Zeitpunkt eine Regulierung erforderlich macht», zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg aus dem Schreiben.

Videos von Airbus und Boeing

Die Luftfahrtbehörde kommt in einer Zusammenfassung von Evakuierungstest-Ergebnissen zu dem Schluss, dass andere Faktoren entscheidend seien für das Tempo der Evakuierung. So müssten die Flugbegleiter selber erst zu den Notausgängen gelangen, die Lage außerhalb des Fliegers checken, die Türen und damit die Notrutschen öffen, so die FAA. Derweil hätten auch Fluggäste in engen Sitzreihen genug Zeit, diese zu verlassen. «Die FAA hat keine Beweise, dass ein typischer Passagier, sogar ein größerer, mehr als ein paar Sekunden braucht, um aus seinem Sitz zu kommen», heißt es. Verlangsamen könnte sich die Evakuierung dann eher, wenn die Reisenden an den Notausgangstüren stünden.

Als Belege veröffentlichte die FAA erstmals auch Videos von Evakuierungstest der Flugzeughersteller Boeing, Airbus und Embraer. In einem Statement von Airbus zum eigenen Filmmaterial heißt es etwa: «Diese Videosequenzen von Evakuierungstests mit unterschiedlichen Sitzabständen zeigen deutlich, dass der Unterschied beim Sitzabstand nicht die Fähigkeit der Evakuierten beeinträchtigt, einen Ausgang zu erreichen, und keinen messbaren Einfluss auf die Evakuierungszeit hat.»

Verbraucherschützer fordern Aufschrei

Flyers-Rights-Präsident Paul Hudson nannte die Demonstrationen der Flugzeugbauer fragwürdig und warf der FAA vor, keine realistischen Tests durchzuführen. Nach der aktuellen Weigerung der Behörde forderte Hudson nun einen «überwältigenden öffentlichen Aufschrei» als Protest dagegen, dass die FAA Unbequemlichkeit der Passagiere lächerlich mache und alle Sicherheits- und Gesundheitsbedenken einfach abtue.

Um die Zertifizierung von der FAA zu erhalten, müssen Flugzeughersteller bisher nur zeigen, dass die Evakuierung ihrer voll besetzten Flugzeuge innerhalb von 90 Sekunden möglich ist. Vorgaben etwa zu Sitzabstand und Sitzbreite macht die Behörde dagegen nicht.

Thrombosegefahr

Die Kritik an geringen Sitzabständen gilt nicht einzig der Sorge um eine reibungslose Evakuierung. Flyers Rights warnt etwa auch vor einer steigenden Thrombosegefahr. Die kanadische Professorin Jan Davies argumentiert zudem, dass es bei einem Sitzabstand von weniger als 30 Zoll (76 Zentimeter) für eine normale große Person nicht möglich sei, sich bei einer Notlandung oder -wasserung in die richtige Sicherheitsposition zu bringen.

Mehr zum Thema

Economy Plus von United: Diese empfiehlt der Präsident für mehr Beinfreiheit.

Mehr Beinfreiheit in der Economy - keine Chance

ticker-airbus-konzern-

Airbus testet vernetzte Brandbekämpfung aus der Luft

ticker airbus defence

Airbus übernimmt Cybersicherheitsfirma in Großbritannien

airbus a320 neo lufthansa

Lufthansa-Group-Chef Carsten Spohr: «Was Pratt & Whitney macht, ist richtig»

Video

Sonex Onex im Formationsflug: Der Hersteller ist insolvent.
Sonex Aircraft hat seit 1998 Selbstbaukits für Flugzeuge hergestellt. Nun ist das Unternehmen pleite. Inhaber Mark Schaible wendet sich in einem emotionalen Video an seine Kundinnen und Kunden.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
1784
Menschen sind wieder auf dem Weg zum Mond - zum ersten Mal seit mehr als einem halben Jahrhundert. Den Raketen-Start der Mission Artemis 2 sahen Passagiere eines Delta-Air-Lines-Fluges aus der Luft.
Timo Nowack
Timo Nowack
parallel landing san francisco
Am Flughafen von San Francisco sind parallele Landungen künftig tabu. Die neue Regel der US-Luftfahrtbehörde sorgt nicht nur für das Ende eines spektakulären Anblicks – sondern auch für deutlich mehr Verspätungen.
Laura Frommberg
Laura Frommberg