Letzte Aktualisierung: um 13:42 Uhr
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Single European Sky

Brüssel nimmt neuen Anlauf für einheitlichen Luftraum

Die Europäische Union will das Projekt Single European Sky nun endlich umsetzen. Dabei hilft ihr auch der Brexit.

European Union

Adina Vălean: Zehn Prozent weniger Emissionen.

Vor zwei Jahren nahm Violeta Bulc einen weiteren Anlauf. Die damalige EU-Kommissarin für Verkehr forderte die 28 EU-Staaten, Norwegen und die Schweiz sowie die gesamte Branche angesichts rekordhoher Verspätungen dringend dazu auf, endlich die Maßnahmen des so genannten Single European Sky 2+ umzusetzen. Der Streit zwischen Spanien und dem Vereinigten Königreich um Gibraltar hatte das Vorhaben bis dahin stets blockiert.

Jetzt nimmt Bulcs Nachfolgerin Adina Valean einen neuen Anlauf. «Flugzeuge bewegen sich manchmal im Zickzack zwischen verschiedenen Luftraumblöcken, wodurch Verspätungen und Treibstoffverbrauch zunehmen», fasst sie den aktuellen Zustand zusammen. Das effizientere Flugverkehrsmanagementsystem Single European Sky 2+ bedeute direktere Routen und weniger Verbrauch.

Ineffizienter Flickenteppich

«Das führt zu weniger Emissionen und niedrigeren Kosten für unsere Fluggesellschaften», erklärt die EU-Kommissarin. Bis zu 10 Prozent an Emissionen könne man einsparen. Die Chancen, dass sie Erfolg hat, wo ihre Vorgänger gescheitert sind, stehen gut. Denn mit dem Austritt der britischen Insel aus der Union ist ein zentrales Hindernis weggefallen. Zudem bietet die Corona-Krise mit ihrem kleineren Verkehrsvolumen eine einfachere Umsetzung.

Seit Jahren arbeitet Europa daran, die Dutzenden nationalen Lufträume mit nationalen Flugsicherungen durch einen einzigen paneuropäischen Luftraum zu ersetzen. Auf Flügen müssen Piloten daher laufend die Funkfrequenz ändern und zum nächsten Fluglotsen Kontakt aufnehmen. Diese Abstimmungen brauchen Zeit und Ressourcen – zudem kann sich Flugrichtung, Fluggeschwindigkeit und Flughöhe fortlaufend ändern.

Zentrale Koordination

Hinzu kommt, dass Airlines mitunter Routen so wählen, dass die tiefsten Gebühren anfallen. Das ist ineffizient und unökologisch. Das soll künftig anders sein. Mit ihren gegenüber 2003 leicht überarbeiteten Plänen für Single European Sky 2+ will EU-Kommissarin Valean einen Teil der Effizienzvorteile schnell erschließen.

Neu soll ein Netzwerkmanager – bis 2029 ist das Eurocontrol – soll die Zusammenarbeit zwischen den Flugsicherungsanbietern künftig koordinieren. Ziel sei ein flexibleres System anstelle starr vorgeschriebener Luftraumblöcke, so Valean. Zudem sollen auch Gebühren vereinheitlicht und an ökologische Kriterien geknüpft werden.

 



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