Boeing B777-200 von Singapore: Die Airline setzt auf sparsamere Flugzeuge.

Singapore & Co. taumeln trotz Boom

Die asiatischen Traditionsairlines haben Probleme. Sogar der stark wachsende Heimmarkt macht ihnen Schwierigkeiten.

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Zähneknirschen bei Singapore Airlines. Die mehrfach preisgekrönte Fluggesellschaft musste für das erste Quartal einen Verlust bekannt geben. In der 40-jährigen Geschichte der Airline war das bisher erst zweimal der Fall: 2003 während der Sars-Epidemie sowie 2009 in der globalen Finanzkrise. Die hohen Kerosinpreise sowie Währungsprobleme in Europa und die zaghafte wirtschaftliche Entwicklung in den USA drücken auf den Ertrag. Nicht nur Singapore Airlines leidet darunter, sondern auch andere südostasiatische Gesellschaften wie etwa Cathay Pacific. Den im Premiumsegment positionierten Airlines fehlen die gut zahlenden Passagiere, welche normalerweise über die Hälfte der Einnahmen bringen. So hat auch Hong Kongs Cathay seine Anleger gewarnt, dass die Einnahmen geringer ausfallen werden als vorhergesagt.

Wie die Fluglinien in Europa spüren die asiatischen Gesellschaften aber auch den Expansionskurs der Golf-Airlines wie Emirates, Qatar oder Ethiad - und eben vor allem im lukrativen Premium-Segment. Shukor Yusof, Aviatikanalyst bei Standard & Poor’s sagte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP: «Die Golf-Airlines haben aufgeholt. Sie leisten einen gleichwertigen oder gar besseren Service als Singapore Airlines. Aber zu einem kleineren Preis. Die Tickets sind bis zu 20 Prozent günstiger». Die beiden Traditionsairlines schnallen den Gürtel nun enger. Cathay dünnt Routen nach Europa und in die USA aus, stärkt aber gleichzeitig das Heimnetz. Singapore ermuntert seine Piloten, eine zweijährige unbezahlte Auszeit zu nehmen, um während dieser Zeit bei einer anderen Gesellschaft zu arbeiten. Gleichzeitig wird die Flotte erneuert, um sparsamere Flugzeuge einsetzen zu können. Auch die Singapurer streichen Strecken. So fliegen sie ab Herbst nicht mehr nach Abu Dhabi und Athen.

Heimmarkt soll Kasse füllen

Kein Wunder fokussieren sich die asiatischen Airlines auf den Regionalmarkt. Asiens Luftfahrtsektor boomt wie kein anderer auf der Welt. Laut dem Analysten Shukor Yusof gehört diese Region auch zu der innovativsten der Luftfahrtbranche. Die Nachfrage ist riesig, die Konkurrenz ebenfalls. Besonders die Lowcost-Airlines setzen den Premiumanbietern zu. Der Anteil der Passagiere, welche Low-Cost buchen steigt rasant. Letztes Jahr reiste bereits ein Viertel aller Passagiere aus Singapur mit einer Billigairline. Singapore Airlines hat bereits reagiert und mischt dabei kräftig mit. Neben einer Beteiligung an Billiganbieter Tiger Airways startet im nächsten Monat die 100-prozentige Tochter Scoot: mit Billigflügen von Singapur nach Bangkok oder Australien. Und konkurrenziert so das eigene Mutterhaus. Yusof prophezeit Singapore auf Channelnewsasia aber noch einen langen Atem. Die Fluggesellschaft hat noch immer umgerechnet 3,7 Milliarden Euro in der Kriegskasse. «Damit werden sie die aktuellen und anstehenden Turbulenzen ohne Probleme meistern.»

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