Der Airbus A320 Neo mit der Kennung VT-EXO: Steht nun im Mittelpunkt der Ermittlungen.

Doch keine TurbulenzenPlötzlich abgesackter Airbus A320 Neo von Air India - war alles ganz anders?

Plötzlich verlor ein Airbus A320 von Air India mehr als 90 Meter an Höhe, 17 Menschen an Bord wurden verletzt. Zuerst sah es aus, als seien Turbulenzen der Grund. Nun gibt es neue Vermutungen zur Ursache.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Am 4. August verlor der Airbus A320 Neo mit der Kennung VT-EXO von Air India während des Reiseflugs abrupt 300 Fuß oder rund 91 Meter an Höhe. 17 Menschen wurden verletzt, 13 Fluggäste und vier Crewmitglieder. Zunächst sah es so aus, als sei Flug AI2379 von Phuket nach Delhi in Klarluftturbulenzen geraten. Auch ein Sprecher der Fluglinie verwies gegenüber indischen Medien an diesem Tag auf Turbulenzen - auch aeroTELEGRAPH berichtete so.

Mittlerweile zeigt sich ein anderes Bild. So erklärten das Ministerium für Zivilluftfahrt und die Luftfahrtbehörde DGCA am 9. August: «Der Vorfall wurde als schwerwiegender Zwischenfall eingestuft und wird vom Flugunfalluntersuchungsbüro AAIB untersucht.» Bis zum Abschluss der Untersuchung seien die beiden Piloten vom Dienst suspendiert worden. Beim Drogentest nach dem Vorfall sei beim verantwortlichen Piloten zudem ein Ergebnis herausgekommen, das eine Bestätigung durch ein Labor erfordere. Von Turbulenzen ist in der Stellungnahme nie die Rede, nur von einem «plötzlichen Verlust an Höhe».

Chef der Pilotenvereinigung spricht von Hydraulik-Ausfall

Ebenfalls am 9. August äußerte sich der Chef der Cockpitcrew-Vereinigung Airline Pilots’ Association of India, Sam Thomas, gegenüber der Zeitung The New India Express - und das detailliert. Er sagte, der Pilot von Air India habe «einen Ausfall des gesamten Hydrauliksystems» festgestellt, das aus drei einzelnen Systemen bestehe.

«Sobald der Kapitän den kompletten Ausfall der Hydraulik erkannte, wies er den Kopiloten sofort an, die Nase des Flugzeugs zu senken.» Dadurch sei der Airbus A320 Neo um 300 Fuß gesunken. «Der Höhenverlust erzeugte negative G-Kräfte, die die Passagiere im Flugzeug herumschleuderten», so Thomas. Dank des schnellen Handelns der Cockpitcrew seien «unzählige Menschenleben» an Bord des Air-India-Fluges gerettet worden.

Zeitung beruft sich auf Informationen aus Wartungsbericht

Zudem zitierte die Zeitung eine vorherige Aussage eines anonymen DGCA-Vertreters, der schon am 4. August von einem «vermuteten vorübergehenden technischen Defekt» gesprochen hatte. Auch Air India änderte ihre Formulierung mittlerweile und spricht nicht mehr von Turbulenzen, sondern nur noch von einem plötzlichen Höhenverlust.

Am 11. August berichtete dann die Zeitung The Hindu mit Verweis auf eine Quelle, «die den automatisierten Wartungsbericht nach dem Flug eingesehen hat», es habe Ausfälle in allen drei Hydrauliksystemen gegeben, entweder einzeln oder in Kombination von jeweils zwei Systemen. Jedoch seien nicht alle drei Systeme gleichzeitig ausgefallen. Insgesamt halte der Bericht neun entsprechende Warnmeldungen innerhalb einer Minute fest.

Keine der Angaben über Hydraulik ist offiziell

Die Hydraulik im Flugzeug ist beispielsweise wichtig für die Bedienung von Höhenruder, Querruder und Seitenruder. Wichtig bei all dem ist aber: Weder die Aussagen des Chefs der Cockpitcrew-Vereinigung noch die Angaben von The Hindu sind offiziell bestätigt und sie kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen sind.

Offiziell dagegen ist, dass Airbus als Hersteller des Flugzeuges die Ermittlungen der AAIB unterstützen wird - das ist üblich in solchen Fällen. Der europäische Flugzeugbauer wird dazu ein eigenes Team nach Indien schicken, wie er laut indischen Medien erklärte.

Air India äußert sich derzeit nicht mehr

Auch Air India verweist nun auf die Ermittlungen. «Da die Untersuchung noch andauert, kann Air India keine Stellungnahme zu den Ergebnissen oder Beobachtungen im Zusammenhang mit der Untersuchung abgeben», so ein Airline-Sprecher gegenüber der Zeitung The Tribune.

.

Mehr zum Thema

ticker air-india-neu

Air India führt neue Unterhaltungsplattform an Bord ein

ticker air-india-neu

Air India prüft Zusammenlegung mit Air India Express

ticker-singapore-airlines

Singapore Airlines fordert offenbar mehr Einfluss bei Air India

ticker air-india-neu

Neuer Air-India-Chef erklärt Sicherheit zur obersten Priorität

Video

Testflug für die Autoland-Zertifizierung für den Pilatus PC-12: Die Testcrew musste nicht eingreifen.
Knopf drücken, und der Rest passiert von selbst. Pilatus zeigt erstmals, wie Autoland den PC-12 Pro sicher auf die Piste bringt. Easa und FAA haben das System nun für das Flugzeug zugelassen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
airbus a330 200 iran air
Ausnahmen sind offenbar nicht geplant: Der US-Finanzminister kündigt an, ab Mittwoch alle Unternehmen zu sanktionieren, die mit jedweder iranischen Fluggesellschaft zusammenarbeiten. So wollen die Vereinigten Staaten die Airlines international lahmlegen.
Timo Nowack
Timo Nowack
midway atoll usfws
Die USA müssten mindestens 100 Millionen Dollar investieren, um den Flughafen des Midway Atolls betriebsbereit zu halten. Etliche Airlines und der Flugzeugbauer Boeing werben für die Investition - obwohl es so gut wie keine Starts und Landungen an dem Airport gibt.
Timo Nowack
Timo Nowack