Strömungsmodell: Der Bereich innerhalb der magentafarbenen Linien wurde per Sonar abgesucht. Die weiße Linie zeigt an, wo MH370 abgestürzt sein könnte. Die Punkte symbolisieren Trümmerteile, die bis zum 23. März 2014 teilweise zu den Orten der Satellitenaufnahmen, vor allem PHR4, gedriftet seien könnten.

Verschwundenes FlugzeugNeue Hinweise auf die Position von MH370

Die Suche nach der Absturzstelle von Flug MH370 wurde abgebrochen. Forscher haben nun neue Hinweise auf die mögliche Position des Wracks von Malaysia Airlines gefunden.

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Am 8. März 2014 verschwand Flug MH370: Die Boeing 777-200 von Malaysia Airlines war mit 239 Menschen an Bord in Kuala Lumpur gestartet, kam aber nie an ihrem Ziel Peking an. Die Suche nach dem Wrack im Indischen Ozean dauerte fast drei Jahre, und wurde im Januar 2017 erfolglos eingestellt. Im Monat zuvor hatte die australische Verkehrssicherheitsbehörde ATSB nach Strömungsmodellierungen und der Auswertung von in Afrika angespülten Trümmerteilen noch empfohlen, das Suchgebiet im Indischen Ozean um 25.000 Quadratkilometer auszuweiten.

Am Mittwoch (16. August) hat die ATSB nun zwei Studien veröffentlicht, die darauf hindeuten, dass die Maschine tatsächlich in diesem Bereich abgestürzt sein könnte. Die erste Untersuchung stammt von der geowissenschaftlichen Behörde Geoscience Australia und basiert auf vier Bildern, die ein Satellit des französischen Militärs am 23. März 2014 aufgenommen hat, also nur zwei Wochen nach dem Absturz. Die Fotos zeigen 70 Objekte im Wasser. 12 davon sind laut den Wissenschaftlern «wahrscheinlich von Menschenhand gemacht».

Objekte über Strömungen zurückverfolgt

Alle vier Fotos wurden nordwestlich des bisherigen MH370-Suchgebiets aufgenommen. Die meisten der Objekte (36 von 70) und die meisten der wahrscheinlich von Menschen gemachten Objekte (9 von 12) sind auf dem Bild zu sehen, das am weitesten nordöstlich aufgenommen wurde (Bild oben: PHR4). Die Studie hält allerdings auch fest, dass man nicht mit Sicherheit sagen könne, ob es sich um Trümmerteile eines Flugzeuges handele.

Um weitere Informationen zu erhalten, kombinierte die staatliche Forschungsbehörde CSIRO die aus den Satellitenbildern gewonnen Erkenntnisse mit ihren Strömungsmodellen. «Die Abmessungen dieser Objekte sind vergleichbar mit einigen der Trümmerteile, die an afrikanischen Stränden angespült wurden», hält die Behörde in ihrer Studie fest. Ausgehend von der Annahme, dass es sich zumindest bei einigen der Objekte um Überreste der Boeing 777 von Malaysia Airlines handelt, berechneten die Wissenschaftler, von wo aus (Bild oben: weiße Linie) diese Teile in den vorherigen zwei Wochen zum Ort der Aufnahmen gedriftet sein könnten.

«Diese Position ist 35.6°S, 92.8°E»

«Wir denken, es ist möglich, die höchstwahrscheinliche Position des Flugzeuges zu identifizieren, mit beispielloser Präzision und Gewissheit», schreiben die Forscher unter Hinweis auf eine gewisse Modellunsicherheit. «Diese Position ist 35.6°S, 92.8°E.» Benachbarten Arealen räumen sie ebenfalls eine gewisse Wahrscheinlichkeit ein, den möglichen Absturzort zu beherbergen.

Im Januar hatte Australiens Transportminister nicht ausgeschlossen, die Suche wieder aufzunehmen, wenn es belastbare Hinweise gebe. Doch ob die neuen Erkenntnisse dazu ausreichen, muss sich zeigen. ATSB-Chef Greg Hood sagte, die Studien könnten nützlich sein für mögliche Suchaktionen in der Zukunft. Seine Behörde hat einen Abschlussbericht für das dritte Quartal 2017 angekündigt, betont aber auch, dass die Gesamtverantwortung für künftige Suchaktionen bei Malaysia liege, dem, in dem das Flugzeug registriert war.

Warum erst jetzt ausgewertet?

Spannend ist derweil auch, warum die vier Satellitenbilder erst jetzt eingehend untersucht wurden. Geoscience Australia hält fest, die Aufnahmen erst am 23. März 2017 erhalten zu haben. Andere haben die Fotos womöglich schon vorher gesehen: Das australische Nachrichtenportal Perth Now schreibt, die Bilder «wurden Ende März 2014 von Regierungen und Behörden verworfen - bevor die ATSB in die Suche mit einbezogen wurde».

Wenn Sie sich die kompletten Studien ansehen wollen, können Sie dies hier (CSIRO) und hier (Geoscience Australia) in PDF-Form tun.

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