Cirrus SR22 nach der Notlandung auf einem Highway: Der Pilot wurde von der australischen Behörde für sein Verhalten gelobt.

Lob von Behörde Nach Triebwerksausfall und Brand - Pilot bleibt cool und rettet Leben

Statt den Cirrus-Fallschirm zu aktivieren, landet der Pilot einer SR22 auf einem nahegelegenen Highway. Für sein Verhalten wird er im Abschlussbericht der australischen Transportbehörde gelobt.

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Flugunfallberichte dienen dazu, die Ursachen von Unfällen oder Vorfällen zu untersuchen, Empfehlungen zur Verbesserung der Sicherheit zu geben, die Einhaltung von Vorschriften sicherzustellen und Transparenz sowie Verantwortlichkeit zu fördern. Auch Versäumnisse der Piloten werden manchmal thematisiert.

In Australien hat die Transportsicherheitsbehörde ATSB am 15. August einen Unfallbericht zu einem Vorfall aus dem Januar 2025 veröffentlicht. In diesem Bericht wird der Pilot für sein Handeln in einer äußerst schwierigen Situation gelobt, da er nahezu alles richtig gemacht hat.

Niedriger Öldruck, Pilot prüft Optionen

Am 24. Januar hob gegen 7:35 Uhr die Cirrus SR22 mit der Kennung VH-DCB mit zwei Personen an Bord ab. Neben dem erfahrenen Piloten, der fast 3400 Flugstunden absolviert hatte, davon allein 1900 auf der Cirrus SR22, befand sich auch eine schwangere Begleitung an Bord. Nach knapp drei Stunden Flugzeit stellte der Pilot fest, dass es Probleme mit dem Öldruck gab.

Vorsorglich entschied er sich, den nächstgelegenen Flugplatz Nyngan in etwa 28 Kilometer Entfernung anzufliegen, was er auch der Flugsicherung mitteilte. Gleichzeitig berechnete er, dass sie im Falle eines Triebwerksausfalls Nyngan nicht erreichen würden und analysierte laut dem Bericht der Transportbehörde mögliche Optionen zur Landung.

Flammen schlagen aus dem Motor

Nur eine Minute später gab es einen plötzlichen Knall und Flammen schlugen aus dem Motor. Der Pilot setzte einen Notruf ab und entschied sich, das Flugzeug auf einem nahegelegenen Highway zu landen. Die SR22 ist mit dem Fallschirmsystem CAPS ausgestattet, doch der Pilot entschied sich gegen dessen Verwendung. Er befürchtete, die schwangere Passagierin könnte beim Aufprall verletzt werden.

Flugverlauf des Unglücksflugs.

Um den Brand zu bekämpfen, schaltete der Pilot die Kraftstoffpumpe ab. Bei etwa 5000 Fuß flog er eine Linkskurve in Richtung Mitchell Highway. Um das Feuer zu unterdrücken, entschied er sich für einen Sturzflug. Laut Bericht erinnerte er sich, dass das Feuer bei etwa 3000 Fuß erloschen war. Er stellte die Landeklappen auf die erste Stufe. Kurz vor der Landung auf dem Highway musste er noch zwei Autos ausweichen. Die Cirrus landete sicher und kam auf einer unbefestigten Straße zum Stehen.

Lob für Reaktion des Piloten

Niemand wurde verletzt. Das Flugzeug erlitt beim Landeanflug durch eine Kollision mit Leitpfosten am Straßenrand leichte Schäden an mehreren Teilen der linken Tragfläche. Die Untersuchung ergab, dass der Triebwerksausfall durch ein gerissenes Kurbelgehäuse in der Nähe des sechsten Zylinders verursacht wurde, was zur Trennung einer Pleuelstange von der Kurbelwelle führte.

Dr. Stuart Godley, Direktor für Transportsicherheit der ATSB wird in dem Bericht folgend zitiert: «Die rechtzeitige und effektive Entscheidungsfindung des Piloten, wahrscheinlich unterstützt durch seine Erfahrung mit dem Flugzeugtyp und sein Wissen über dessen Leistungsfähigkeit, hat das Risiko von Verletzungen und weiteren Schäden am Flugzeug gemindert».

Fliegen, Navigieren, Kommunizieren

«Dieser Vorfall zeigt, wie das Konzept Fliegen, Navigieren, Kommunizieren eine klare Prioritätenhierarchie schafft, insbesondere in Notfällen», so die Behörde. «Das Handeln in der richtigen Prioritätsreihenfolge verbessert das Situationsbewusstsein und unterstützt koordinierte Reaktionen in einer dynamischen Umgebung».

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