Ein Taucher sucht das Meer nach Trümmern ab: Die Suche nach Wrackteilen ist zentral.

MH370: Das Rätsel der Trümmer

Zwar glauben die Behörden, Flug MH370 dank der Blackbox-Signale auf der Spur zu sein. Doch noch fehlen Trümmerteile. Das kann gute Gründe haben.

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Zuerst war es stundenlang ruhig. Die Euphorie nach den Entdeckungen vom Montag schwand bereits, als das australische Supportschiff ADV Ocean Shield am Dienstagabend (8. April) dann doch plötzlich etwas hörte. Es empfing erneut Signale, die von der verschollenen Boeing 777 von Malaysia Airlines stammen könnten. Der erste Kontakt dauerte 5:32 Minuten, der zweite rund sieben Minuten. «Ich glaube, wir suchen am richtigen Ort», so Angus Houston, Leiter der Suche nach Flug MH370.

Der sonst zu zurückhaltende ehemalige Hauptmarschall der australischen Luftwaffe klang plötzlich zuversichtlicher. Denn die am Montag empfangenen Signale seien inzwischen analysiert worden und stammten zweifelsfrei nicht von einem Lebewesen, so Houston. Es habe sich um ein sehr stabiles, eindeutiges und klares Signal auf einer Frequenz von 33,3 Kilohertz gehandelt. Es sei alle 1,106 Sekunden zu vernehmen gewesen. Daher glaubten die Akustik-Spezialisten, dass die Töne von einem elektronischen Gerät stammten und zu einem Flugschreiber passen würden. Wird das Rätsel um Flug MH370 doch noch gelöst?

Taucher helfen bei der Suche

Dank der neuen Erkenntnisse konnte die internationale Sucheinheit jedenfalls das Suchgebiet massiv verkleinern. Nun fehlt vor allem noch etwas - Trümmer. Daher suchen Taucher an den Orten der empfangenen Signale nach Wrackteilen. Bisher aber erfolglos. Auch die am Mittwoch eingesammelten Objekte stammen nicht von Flug MH370. Diese Suche wird nun intensiviert. Denn erst nach bestätigten Sichtungen könnte man endlich auch Unterwasserroboter einsetzen, welche die Blackbox finden. Dazu ist derzeit das Suchgebiet immer noch zu groß.

Bislang blieb alles, was in den letzten Wochen erspäht wurde und nach Wrackteilen aussah, unbestätigt. Und neue Sichtungen gab es schon lange nicht mehr. Das kann gute Gründe haben. Denn wenn der Boeing 777 tatsächlich das Kerosin ausging, könnte sie in einem sehr steilen Winkel ins Meer gestürzt sein. Dabei wären wohl die Tragflächen abgerissen worden. Der Rumpf wäre innerhalb von Sekunden dreißig oder vierzig Meter in die Tiefe getaucht und wäre von dort noch weiter gesunken, schreibt die Nachrichtenagentur AP unter Bezugnahme auf Experten. Trümmer könnten deshalb spärlich sein.

Erinnerungen an Ethiopian-Flug ET961

Wenn die Maschine aber flacher auf dem Wasser aufgesetzt haben sollte, könnte sie großen Schaden genommen haben. Doch das ist unwahrscheinlich. Das Wunder vom Hudson ist eben ein Wunder, weil gelungene Wasserungen sehr selten vorkommen. Vor allem auf dem Meer, wo die Wellen hoch gehen, sind sie kaum möglich. Eher passiert etwas wie bei Flug ET961 von Ethiopian Airlines im Jahr 1996. Die Boeing 767 war entführt worden und am Ende ging vor den Komoren das Kerosin aus. Bei der Wasserung brach der Rumpf auseinander, 125 Menschen starben, 100 überlebten aber. In einem solchen Szenario, schreibt AP, könnten sich die Trümmer weit herum verteilen und in den nächsten Tagen noch viel weiter auseinander driften. Bei Flug MH370 sind inzwischen mehr als dreißig Tage vergangen.

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