Airbus A321 XLR - noch nicht zertifiziert - und der künftige Easa-Chef Florian Guillermet: Wichtig für Europas Luftfahrt.

Florian Guillermet zur EasaDas ist Europas künftiger Luftfahrt-Sicherheitschef

Florian Guillermet wird im nächsten Jahr Chef der europäischen Luftfahrtbehörde Easa. Wer ist der Franzose, der den bedeutenden Posten einnimmt?

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Er ist nicht so bekannt wie etwa Lufthansa-Chef Carsten Spohr oder Airbus-Chef Guillaume Faury. Wer auf dem Chefsessel der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (im Englischen European Aviation Safety Agency oder kurz Easa) sitzt, hat dennoch ein Amt von großer Bedeutung inne - und das nicht nur in Europa. Denn zusammen mit der Federal Aviation Administration FAA aus den USA ist die Easa die führende Luftfahrtbehörde weltweit.

So war die europäische Behörde etwa wesentlich daran beteiligt, neue Anforderungen und Auflagen für die Boeing 737 Max zu entwickeln, bevor diese nach ihrem Grounding wieder abheben durfte. «Unsere Bewertung wurde in völliger Unabhängigkeit von Boeing oder der Federal Aviation Administration und ohne jeglichen wirtschaftlichen oder politischen Druck durchgeführt», sagte der damalige Easa-Chef Patrick Ky im Jahr 2021. «Wir haben schwierige Fragen gestellt, bis wir Antworten bekamen, und auf Lösungen gedrängt, die unsere hohen Sicherheitsanforderungen erfüllen.»

Karriere in Frankreich

Nun bekommt die Easa einen neuen Chef: Der Vorstand wählte Florian Guillermet zum künftigen Direktor der Behörde. Guillermet ist derzeit Chef der Direction des Services de la navigation aérienne DSNA, dem vom französischen Staat benannten Flugsicherungsdienstleister. Er verfügt über mehr als 26 Jahre Erfahrung in der Luftfahrt, mit besonderem Schwerpunkt auf Navigation und Flugverkehrsmanagement.

Guillermet arbeitete zuvor für das europäische Projekt The Single European Sky ATM Research (SESAR), für Eurocontrol, die für die Koordination der Luftverkehrskontrolle in Europa zuständig ist, für die französischen Zivilluftfahrtbehörde Direction générale de l'aviation Civile und für Air France. Er ist Diplom-Ingenieur der Ecole Polytechnique und verfügt über einen Master-Abschluss in Luftverkehrsmanagement und Aeronautik.

Nachfolger von Tytgat und Ky

«Die Easa wird eine entscheidende Rolle dabei spielen, den Übergang zu einer umweltfreundlicheren Luftfahrt zu begleiten und gleichzeitig die starke Sicherheitsbilanz des Sektors aufrechtzuerhalten», so Guillermet. «Ich freue mich darauf, die Agentur durch diese Herausforderungen zu führen und ein positives, multikulturelles Arbeitsumfeld auf der Grundlage von Vertrauen und Transparenz aufzubauen», sagte der kommende Chef.

Guillermet muss nun im nächsten Schritt eine Präsentation vor dem Ausschuss für Verkehr und Tourismus des Europäischen Parlaments halten - wohl am 22. Januar. Eine formelle Bekanntgabe seiner Ernennung ist für den 15. Februar geplant. Er wird dann Luc Tytgat ersetzen, der als amtierender Geschäftsführer fungiert, seitdem er am 1. September die Leitung der Easa von Patrick Ky übernommen hatte, dessen zehnjähriges Mandat endete.

Easa-Sitz in Köln

Die Easa sitzt in Köln und hat ständige Vertretungen in Washington, Montreal, Peking und Singapur. Sie beschäftigt mehr als 800 Menschen und ist für die Luftfahrtsicherheit in Europa verantwortlich - etwa durch die Zertifizierung von Flugzeugen oder die Erstellung von Flugsicherheitsregeln. Auch ihre Rolle beim Aufbau einer nachhaltigeren Luftfahrt, etwa durch nachhaltige Treibstoffe oder neue Antriebstechnologien, wächst.

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