Flug LX9 von Swiss: Die Boeing 777 nahm eine ungewöhnliche Route.

Flug aus ChicagoBoeing 777 von Swiss setzt mitten über dem Atlantik Notruf ab und landet auf den Azoren

Eine Boeing 777 von Swiss auf dem Weg von Chicago nach Zürich rief über dem Atlantik einen Notfall aus und ämnderte den Kurs. Statt in der Schweiz landete die HB-JNF auf den Azoren. Nun ist klar, was der Grund dafür war.

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Die Boeing 777 von Swiss befand sich gerade ungefähr in der Mitte des Atlantiks. Das Flugzeug mit dem Kennzeichen HB-JNF kam als Flug LX9 aus Chicago und sollte die 222 Reisenden und 16 Crewmitglieder eigentlich nach Zürich bringen. Doch in der Economy Class bemerkte man einen stechenden Geruch, dessen Ursache zunächst nicht identifiziert werden konnte. Die Cockpitcrew entschied sich deshalb für eine Ausweichlandung und deklarierte in Absprache mit der Flugsicherung zusätzlich eine Luftnotlage, wie Swiss inzwischen bestätigt hat.

Um 6:30 Uhr Ortszeit, 8:30 Uhr Mitteleuropäischer Zeit, landete die Boeing 777-300 ER sicher am Flughafen Lajes auf der Azoreninsel Terceira. Dieser gehört zur dortigen Luftwaffenbasis und wird auch zivil genutzt. Der Jet konnte anschließend aus eigener Kraft von der Piste rollen. Alle 222 Passagiere sowie die 16 Besatzungsmitglieder – zwei Piloten und 14 Mitglieder der Kabinencrew – verließen das Flugzeug auf normalem Weg.

Was bedeutet der Code, den die Crew der Boeing 777 von Swiss abgesandt hat?

Fünf Reisende und ein Crewmitglied ließen sich nach der Landung vorsorglich medizinisch untersuchen. Sie hatten kurzzeitig Symptome wie gereizte Augen, Übelkeit oder Kopfschmerzen. Eine weitere medizinische Behandlung sei bei niemandem erforderlich gewesen, erklärt Swiss.

Der von der Crew abgesandte Transpondercode 7700 signalisiert der Flugsicherung einen allgemeinen Notfall an Bord eines Flugzeugs. Das kann zum Beispiel bei Triebwerksproblemen, Feuer oder Rauch, medizinischen Notfällen, Druckverlust oder anderen ernsten technischen Problemen passieren.

Boeing 777 von Swiss wurde mit Priorität behandelt

Sobald die Crew den Code einstellt, wird das Flugzeug im Flugsicherungssystem entsprechend als Notfall erkannt und erhält besondere Aufmerksamkeit. Parallel informiert die Besatzung die Fluglotsinnen und -lotsen per Funk über die Situation, sofern dies möglich ist. Die Flugsicherung gibt dem betroffenen Flugzeug in der Regel höchste Priorität und kann andere Flieger aus dem Weg führen oder einen direkten Kurs zu einem geeigneten Flughafen ermöglichen.

Dort können vorsorglich Feuerwehr und Rettungskräfte bereitstehen. Ein 7700-Code bedeutet allerdings nicht automatisch akute Gefahr, er kann auch vorsorglich bei technischen oder medizinischen Problemen gesetzt werden. Im Fall von LX9 erklärt Swiss, die Luftnotlage sei in Absprache mit der Flugsicherung deklariert worden, damit die Boeing 777 im Luftraum mit der gebotenen Priorität behandelt werde.

Swiss schickt andere Boeing 777 auf die Azoren

Mit der HB-JNF geht es für die Reisenden vorerst nicht weiter. Swiss schickt stattdessen ein Ersatzflugzeug von Zürich nach Terceira. Es soll gegen 13 Uhr in Zürich starten, die Passagiere und die Crew auf den Azoren abholen und sie noch am Dienstag zurückbringen. Die Ankunft in Zürich ist für 22:15 Uhr vorgesehen.

Welche Ursache der stechende Geruch in der Economy Class hatte, ist weiterhin offen. Fachleute von Swiss sollen die HB-JNF nun gründlich untersuchen. Bis diese Abklärungen abgeschlossen seien, wolle man nicht über mögliche Ursachen spekulieren.

Swiss musste zwei Flüge nach und ab Chicago streichen

Die Ausweichlandung hat unterdessen Auswirkungen auf weitere Flüge. Weil Swiss das Ersatzflugzeug für die Abholung auf Terceira benötigt, werden Flug LX8 von Zürich nach Chicago sowie der anschließend mit demselben Flugzeug geplante Rückflug von Chicago nach Zürich gestrichen. Die Airline will für die betroffenen Reisenden alternative Reisemöglichkeiten organisieren.

Das ist ein laufendes Ereignis. Der Artikel wird laufend aktualisiert.

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