Letzte Aktualisierung: 5:17 Uhr

JAT Airways zu verkaufen

Serbiens nationale Fluglinie JAT Airways sucht einen neuen strategischen Partner - und das nicht zum ersten Mal.

LukaP/Wikimedia/CC

JAT Airways wird es bald nicht mehr geben. Wenn alles gut läuft.

Serbien will seine nationale Fluggesellschaft JAT Airways loswerden. Der Plan der Regierung ist es, mit einem starken strategischen Partner eine neue Fluggesellschaft zu formen, die die marode Airline ersetzen soll.

Jat Airways schreibt seit den 90er Jahren kontinuierlich Verluste. Damals war ein großer Teil der Flotte in Folge des Krieges in dem Land am Boden geblieben, was die finanziellen Probleme auslöste. Erst kürzlich musste die Fluggesellschaft mehr als 100 Millionen Euro vom Staat leihen, um seine aus 14 Fliegern bestehende Flotte zu erneuern. Um diesem Verlustgeschäft ein Ende zu setzen, holte sich die die Regierung im vergangenen Jahr Hilfe von der Unternehmensberatung Deloitte. Die soll nun dafür sorgen, dass die Suche dieses Mal erfolgreich endet.

Zwei Versuche gescheitert

Schon 2008 hatte JAT Airways eine Privatisierungsausschreibung gestartet, die allerdings scheiterte. 51 Millionen Euro hätte der potentielle Partner damals für den 51-Prozentigen Anteil an der Fluggesellschaft zahlen müssen. Für das Angebot fand sich allerdings kein Käufer. Im vergangenen Jahr waren Verhandlungen mit Turkish Airlines gescheitert.

Jetzt soll alles anders werden, so hofft man zumindest. Der neue Investor muss im vergangenen Jahr mehr als 1,5 Millionen Passagiere befördert haben. Auch Finanz-Institute, die mehr als fünf Prozent Anteil im Luftfahrtgeschäft haben, sind willkommen. Außerdem wünscht sich die Regierung einen Retter mit einer konsolidierten Bilanzsumme über 200 Millionen Euro.

Bis Juni 2012 will Serbien den Prozess abgeschlossen haben – inklusive der Namensfindung für den neuen Anbieter. Alles was dann noch an Altlasten bleiben soll, sind die rund 300 Millionen Euro Schulden, die die Airline über die Jahre angehäuft hat.



Die Redaktion behält sich das Recht vor, Kommentare zu moderieren und zu kürzen. Kritische Diskussionen sind willkommen. Beschimpfungen oder Kommentare mit rassistischem, sexistischem, themenfremdem, rein politischem oder beleidigendem Inhalt hingegen werden entfernt. Es besteht kein Recht auf Veröffentlichung. Über die Entscheide der Moderatoren wird keine Korrespondenz geführt.