Produktion bei Boeing: Mängel bei der Sicherheitskultur festgestellt.

ExpertenberichtBoeings Sicherheitskultur komplex und ständig ändernd - Personal verwirrt

Der US-Kongress hatte eine Expertengruppe damit beauftragt, die Sicherheitskultur beim Flugzeugbauer genau zu überprüfen. Sie kommt zum Schluss, dass einiges im Argen liegt.

Top-Jobs

DERTOUR Logo

Destination Manager (w/m/d)

DERTOUR Destination Services AG
Vollzeit
Top jobs
Feste Anstellung
Reiseveranstalter
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse / Fluglotsin (w/m/d)

Studium
Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Top jobs
Langen b. Frankfurt
Deutschland
AMX Support

Lizenzierter Fluggerätmechaniker / Certifying Staff B1/B2 (m/w/d)

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

Flugzeug Mechaniker

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt

Im März 2023 nahm die vom US-Kongress beauftragte Expertengruppe ihre Arbeit auf. Der Auftrag: Die Sicherheit bei Boeing genau unter die Lupe zu nehmen. Nach zwei tödlichen Zwischenfällen mit Boeing 737 Max und immer neuen Problemen bei der Produktion stand die in der Kritik. Der jetzt erschienene Abschlussbericht entlastet den Konzern nicht etwa. Er bestätigt viele der Sorgen und Vorwürfe der letzten Jahre.

Ein großes Problem besteht offenbar beim Thema «Just Culture». Diese ist in der Luftfahrt enorm wichtig. Der Begriff beschreibt, dass man Fehler melden kann, ohne zu befürchten, dafür bestraft zu werden. So verbessert sich die Sicherheit in der Branche seit Jahrzehnten. Doch genau das sei bei Boeing nicht immer gewährleistet, heißt es.

«Inadäquat» und «verwirrend»

Die von den externen Prüfern Befragten bezweifelten offen, dass die Sicherheitsmeldesysteme von Boeing so funktionieren, dass eine offene Kommunikation und der Verzicht auf Vergeltungsmaßnahmen gewährleistet sind. Insgesamt sei Boeings Herangehensweise an die Sicherheitskultur in vielen Fällen «inadäquat» und «verwirrend».

Die Verfahren und Schulungen seien komplex und würden außerdem einem ständigen Wandel unterliegen. Dieser Mangel an Stabilität stifte bei den Mitarbeitern Verwirrung. Das Expertengremium stellte auch ein mangelndes Bewusstsein für sicherheitsrelevante Maßstäbe auf allen Ebenen des Unternehmens fest.

Kritik an der Aufsicht

Untersucht wurde insbesondere auch die sogenannte «Organization Designation Authorization». Diese Gruppe setzt sich aus Boeing-Mitarbeitenden zusammen, welche interne Überprüfungen durchführen und diese Ergebnisse an die Luftfahrtorganisation FAA melden. Boeing hat also einige der Aufsichtsfunktionen um Grunde selbst ausgeführt.

Diese Praxis wurde vor allem im Nachgang der Unfälle mit der Boeing 737 Max kritisiert. So hat Boeing etwa im Jahr 2018 ganze 96 Prozent seiner eigenen Arbeit selbst zertifiziert. Mitarbeiter seien schockiert gewesen, als sie mehr über die Details des MCAS erfahren haben, heißt es. Dieses System war zu einem großen Teil mitverantwortlich für die Abstürze der Flugzeuge.

Immer noch Angst vor Konsequenzen

Boeing hat mittlerweile die Organization Designation Authorization neu aufgestellt. Doch immer noch bestünden Gründe zur Sorge, dass die dort Beschäftigten nicht frei entscheiden können - ohne Angst vor Konsequenzen, falls sie Boeing durch ihre Schlüsse in ein negatives Licht rücken, heißt es in dem Bericht.

Boeing erklärte, man unterstütze die Arbeit des Gremiums. Man habe zwar «wichtige Schritte» zur Verbesserung der Sicherheitskultur unternommen, «aber es gibt noch mehr zu tun». Die FAA will «sofort mit einer gründlichen Überprüfung des Berichts beginnen» und gegebenenfalls Maßnahmen zur Umsetzung der Empfehlungen ergreifen.

Kein Hochfahren der Produktion

«Wir werden Boeing weiterhin an den höchsten Sicherheitsstandard halten und darauf hinwirken, dass das Unternehmen diese Empfehlungen umfassend umsetzt», so die Behörde. Die FAA hat bei Boeing erst kürzlich interveniert: Nachdem ein Paneel des Rumpfes einer 737 Max von Alaska Airlines sich im Flug gelöst hatte, hatte man beim Flugzeugbauer kurzzeitig auch die Produktion gestoppt. Jetzt ist diese wieder angelaufen, aber ein Hochfahren der Produktion hat die Behörde dem Konzern untersagt.

Mehr zum Thema

Boeing beruft Krisensitzung zum Thema Sicherheit ein

Boeing beruft Krisensitzung zum Thema Sicherheit ein

Pilot im Cockpit: Was er sagt, wird aufgezeichnet.

25 Stunden Cockpit-Aufzeichnung werden in den USA Pflicht

Modell der 737 Max: Die echten Flieger bleiben am Boden.

Behörde überließ Boeing die eigenen Kontrollen

ticker-boeing-787-9

Boeing weist im Juli nur 38 neue Bestellungen aus

Video

Airbus A400M der Roal Air Force nach der Landung in Jan Mayen: Mit dem Transporter wurden Nato-Kontingente in die Arktis verlegt.
US-Marines, britische Royal Marines und norwegische Soldatinnen und Soldaten üben auf Jan Mayen. Airbus A400 M und Lockheed C-130 brachten für die Manöver neben Truppen auch Material auf die abgelegene Arktisinsel.
gerard al fil
Gérard Al-Fil
Jetblue führt eine neue Business-Class auf Inlandsflügen ein: Blue First soll noch 2026 starten.
Mit Blue First nähert sich die US-Airline immer mehr der Konkurrenz an. Die neue Kabine von Jetblue bietet eine Business Class im Inland mit breiten Sesseln, eigenem Cocktail-Menü und Bento-Box.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Kabine des Airbus A321 XLR von United: Bald nach Toulouse unterwegs.
Lufthansa sorgt mit Flug LH2222 nach Toulouse seit Jahren für unterhaltsame Ansagen. Nun greift United Airlines die Idee auf: Die neue Verbindung von Washington nach Toulouse bekommt ausgerechnet die Flugnummer UA222.
Laura Frommberg
Laura Frommberg