Unglücksflugzeug von Transasia: Das Sicherheitsmanagement der Airline steht in der Kritik.

Bericht nach zwei AbstürzenTrans Asia Airways vernachlässigte Sicherheit

Der taiwanischen Trans Asia Airlines wurden schlampige Sicherheitsprotokolle nachgewiesen. Die Airline will jetzt Berater aus dem Ausland holen, um ihre Prozesse zu überarbeiten.

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Bei der Trans Asia Airways wurde das Sicherheitsmanagement mit Füßen getreten. Zu diesem Ergebnis kommt Taiwans Flugsicherheitsbehörde ASC. Die taiwanesische Airline, die in 18 Monaten zwei Crashs auf Inlandsflügen erlebte, habe die Flugsicherheit vernachlässigt und eine schlampige Sicherheitskultur unter den Piloten ihrer ATR72 zugelassen, so die Behörde in ihrem Abschlussbericht zu Trans Asia Airways Flug 222 ab Kaohsiung,  der am 23. Juli 2014 auf der vor Taiwan liegenden Insel Penghu abstürzte. 48 der 58 Passagiere an Bord kamen ums Leben.

Einen Großteil der Schuld wies die Behörde den Piloten zu, aber die Airline sei auch verantwortlich: «Wir fanden Dutzende mangelhafte Sicherheitsprozesse während der 24 Trans-Asia-Flüge, die wir zwischen dem 4. August und 5. September 2015 inspizierten», sagt ASC-Direktor Thomas Wang. Es gäbe zahlreiche Mängel im Management der Fluglinie, darunter inadäquate Risikomanagement-Prozesse und ineffektive Sicherheits-Meetings.

Flüge nach dem zweiten Trans-Asia-Absturz überprüft

Für eine Überprüfung der Flüge hatte die Behörde sich nach dem zweiten großen Unfall der Fluggesellschaft entschlossen, als im Februar 2015 der Trans Asia Airways Flug 235 nach Kinmen nur wenige Minuten nach dem Start ab Taipehs Songshan Flughafen in einen Fluss stürzte. 43 der 58 Passagiere starben.

Nach dem neuerlichen Absturz gelobte die Fluggesellschaft ihre Pilotenausbildung und ihre Flugpraktiken zu verbessern. Die Sichtverhältnisse müssen jetzt um 50 Prozent höher liegen als die offiziellen Anforderungen der jeweiligen Flughäfen, damit Trans-Asia-Piloten landen dürfen. Das Wetter und schlechte Sicht gelten als Faktoren im Absturz auf Penghu – und der Tower hatte die Piloten nie gewarnt, dass sich die Sicht von den mindestens erforderlichen 1600 Metern auf erst 800 und dann sogar 500 Meter verschlechtert hatte. Die Piloten führten den Landeanflug fort – und das Flugzeug stürzte ab, als sie versuchten, durchzustarten.

Trans Asia Airways will ausländische Experten hinzuholen

Doch der aktuelle Bericht der taiwanesischen Behörden zeigt auf, dass die Bemühungen bislang noch nicht fruchteten. «Die Airline toleriert die Nicht-Befolgung von Prozessen innerhalb ihrer ATR-Flotte», nimmt der Bericht Bezug zur ATR 72, dem in beiden Trans-Asia-Crashs involvierten Flugzeugtypen. «Symptomatisch waren ineffektive Sicherheitschecks und Trainingssysteme mit mangelnder Aufsicht durch das operative Management der Gesellschaft.»

Trans-Asia-Chef Lin Ming-Sheng will nun handeln. Der Manager beteuerte in Folge des niederschmetternden Berichts, ausländische Spezialisten hinzuziehen, die ihre Flugsicherheits-Operationen überarbeiten sollen: «Sicherheit kommt zuerst.»

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