Cockpit eines A340: Der Arbeitsplatz von William C.

South African AirwaysPilot flog 25 Jahre mit gefälschten Papieren

Ein Südafrikaner schaffte es, seine Papiere zu fälschen und so 25 Jahre lang als Kopilot zu arbeiten. Erst ein Zwischenfall mit einem Airbus A340 auf einem Flug nach Frankfurt ließ ihn auffliegen.

Top-Jobs

Lübeck

Safety Manager (m/w/d) am Flughafen Lübeck

Lübeck
Feste Anstellung
Flughafen Lübeck
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Condor Logo Stelle

Duty Manager Ground Handling Center im Schichtdienst (m/w/d)

Feste Anstellung
Condor Flugdienst GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Aero-Dienst

Fluggerätmechaniker (w/m/d) als Prüfer / Certifying Staff (m/w/d) EASA Part 66 CAT B1 und/oder B2 für Pilatus

Feste Anstellung
Luftfahrt
Aero-Dienst GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Aero-Dienst

Fluggerätmechaniker (w/m/d) als Prüfer / Certifying Staff (w/m/d) EASA Part 66 CAT B1 und/oder B2 für Challenger 650

Feste Anstellung
Luftfahrt
Aero-Dienst GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

William C. kennt sich in der Luftfahrt bestens aus. Den Großteil seiner Karriere arbeitete der Südafrikaner in der Branche. Lange Zeit war er Bordingenieur bei South African Airways, bevor er 1994 als Kopilot auf den Sitz ganz vorne rechts im Flugzeug wechselte und fortan Passagiere durch die ganze Welt steuerte.

Doch dabei gab es ein Problem: C. hatte seine Papiere gefälscht, um Pilot bei der südafrikanischen Nationalairline werden zu können. Er besaß zwar die Berufspilotenlizenz (Commercial Pilot Licence oder CPL), aber keine Verkehrspilotenlizenz (Airline Transport Pilot License oder ATPL). Die Fluggesellschaft schreibt vor, dass Kopiloten nach fünf Jahren Anstellung eine solche Bescheinigung zwingend vorweisen müssen. C. tat das auch - doch das Papier war nicht echt, wie die Zeitung Mail and Guardian aufdeckte.

«Merkwürdige Bewegungen» über den Schweizer Alpen

C. soll den Aufstieg zum Flugkapitän aus diesem Grund wiederholt abgelehnt haben, berichtet das Blatt. Denn dann hätte er seine Papiere nochmals vorweisen müssen. Das Risiko wäre groß gewesen, bei der neuerlichen Prüfung aufzufliegen. Das Ganze ging rund 25 Jahre lang gut.

Auf einem Flug von Johannesburg nach Frankfurt am 6. November 2018 geriet ein Airbus A340 von South African Airways über den Schweizer Alpen jedoch in Turbulenzen. Zu dieser Zeit saß der Pilot ohne Lizenz gerade im Cockpit. Gleich danach soll es zu einigen «merkwürdigen Bewegungen» gekommen sein, so die Mail and Guardian, die niemand habe nachvollziehen können. Sogar von Schäden am Flieger ist die Rede.

Triebwerke mit Übergeschwindigkeit

Wie das Fachportal Aviation Herald damals berichtete, kam es auf dem Flug rund 75 Kilometer südöstlich von Zürich zu einer so genannten Übergeschwindigkeit (overspeed). Dabei fliegt das Flugzeug über der maximal erlaubten Geschwindigkeit. Das ist gefährlich und kann auch zu strukturellen Schäden führen. Der A340 musste in Frankfurt denn auch stillgelegt und drei Tage lang repariert werden.

South African Airways leitete nach Interventionen von Mitarbeitern eine Untersuchung ein. Und dabei wurde die gefälschte Lizenz von C. entdeckt. Dem Mann wurde umgehend gekündigt. Zudem muss er der Fluggesellschaft Millionen zurückzahlen, die er aus seinem Status als Kopilot erhalten hat ohne dass sie ihm zugestanden hätten. Zudem hat South African Airways ihre Abläufe bei der Anstellung von Piloten angepasst.

Mehr zum Thema

ticker lift

Lift baut Flotte aus und fliegt erstmals international

Boeing 737-800 von Mango Airlines in Johannesburg: Kehrt die Airline zurück?

Mango Airlines will nach vier Jahren am Boden neu starten

Airbus A340 von Swiss: Muss ab Johannesburg zwischenlanden.

Lufthansa und Swiss müssen auf Flügen ab Johannesburg Tankstopp einlegen

Flieger von SA Express über Kapstadt (Montage): Bald wieder Realität?

SA Express soll von den Toten zurückkehren

Video

houston beinahe zusammenstoss
Mitte Dezember kam es über Houston beinahe zu einem Zusammenstoß zwischen einem Airbus A320 Neo und einer Embraer ERJ 145. Zuvor gab es ein Missverständnis zu einer Anweisung der Flugsicherung.
Timo Nowack
Timo Nowack
pia crew streit
Am Flughafen Jeddah sind zwei Crewmitglieder von Pakistan International Airlines aneinandergeraten. Die Fluglinie untersucht den Vorfall nun.
Timo Nowack
Timo Nowack
hund veraengstigt
Für viele Tiere ist das Feuerwerk in der Silvesternacht der reinste Horror. Hundehalterinnen und -halter suchen daher mit ihren Tieren Zuflucht an Flughäfen. Und das nicht nur in Deutschland.
Timo Nowack
Timo Nowack