Cockpit eines A340: Der Arbeitsplatz von William C.

South African AirwaysPilot flog 25 Jahre mit gefälschten Papieren

Ein Südafrikaner schaffte es, seine Papiere zu fälschen und so 25 Jahre lang als Kopilot zu arbeiten. Erst ein Zwischenfall mit einem Airbus A340 auf einem Flug nach Frankfurt ließ ihn auffliegen.

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William C. kennt sich in der Luftfahrt bestens aus. Den Großteil seiner Karriere arbeitete der Südafrikaner in der Branche. Lange Zeit war er Bordingenieur bei South African Airways, bevor er 1994 als Kopilot auf den Sitz ganz vorne rechts im Flugzeug wechselte und fortan Passagiere durch die ganze Welt steuerte.

Doch dabei gab es ein Problem: C. hatte seine Papiere gefälscht, um Pilot bei der südafrikanischen Nationalairline werden zu können. Er besaß zwar die Berufspilotenlizenz (Commercial Pilot Licence oder CPL), aber keine Verkehrspilotenlizenz (Airline Transport Pilot License oder ATPL). Die Fluggesellschaft schreibt vor, dass Kopiloten nach fünf Jahren Anstellung eine solche Bescheinigung zwingend vorweisen müssen. C. tat das auch - doch das Papier war nicht echt, wie die Zeitung Mail and Guardian aufdeckte.

«Merkwürdige Bewegungen» über den Schweizer Alpen

C. soll den Aufstieg zum Flugkapitän aus diesem Grund wiederholt abgelehnt haben, berichtet das Blatt. Denn dann hätte er seine Papiere nochmals vorweisen müssen. Das Risiko wäre groß gewesen, bei der neuerlichen Prüfung aufzufliegen. Das Ganze ging rund 25 Jahre lang gut.

Auf einem Flug von Johannesburg nach Frankfurt am 6. November 2018 geriet ein Airbus A340 von South African Airways über den Schweizer Alpen jedoch in Turbulenzen. Zu dieser Zeit saß der Pilot ohne Lizenz gerade im Cockpit. Gleich danach soll es zu einigen «merkwürdigen Bewegungen» gekommen sein, so die Mail and Guardian, die niemand habe nachvollziehen können. Sogar von Schäden am Flieger ist die Rede.

Triebwerke mit Übergeschwindigkeit

Wie das Fachportal Aviation Herald damals berichtete, kam es auf dem Flug rund 75 Kilometer südöstlich von Zürich zu einer so genannten Übergeschwindigkeit (overspeed). Dabei fliegt das Flugzeug über der maximal erlaubten Geschwindigkeit. Das ist gefährlich und kann auch zu strukturellen Schäden führen. Der A340 musste in Frankfurt denn auch stillgelegt und drei Tage lang repariert werden.

South African Airways leitete nach Interventionen von Mitarbeitern eine Untersuchung ein. Und dabei wurde die gefälschte Lizenz von C. entdeckt. Dem Mann wurde umgehend gekündigt. Zudem muss er der Fluggesellschaft Millionen zurückzahlen, die er aus seinem Status als Kopilot erhalten hat ohne dass sie ihm zugestanden hätten. Zudem hat South African Airways ihre Abläufe bei der Anstellung von Piloten angepasst.

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