Ryanair-Flügel: Sparen bis zum letzten Tropfen

Ryanair gibt Behörden zu denken

Einem Ryanair-Jet ging im vergangenen Jahr beinahe das Benzin aus. Falsch machte die Airline nichts. Gerade deshalb könnten nun Gesetzesänderungen anstehen.

Top-Jobs

Goldeck Logo

Kapitän Pilatus PC-12NGX (f/m/d)

Goldeck-Flug Gesellschaft m.b.H.
Vollzeit
Top jobs
Wien / Wiener Neustadt
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Sparfell Logo

Captain/First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

SPARFELL Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Vienna
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation

Für die Ryanair-Jets wurde es im vergangenen Jahr mehr als nur einmal eng. Eine der B737 musste im Mai statt in Alicante in Valencia landen, eine andere im Juli statt in Madrid ebenfalls in Valencia. Im Grunde soll eine solche Umleitung die Sicherheit der Passagiere erhöhen. Doch in diesem Fällen sah es etwas anders aus. Beide Male mussten die Piloten des Billigfliegers einen Notruf aussenden, damit man sie schneller als geplant landen lässt. Der Grund: Sie hatten nicht mehr genug Treibstoff an Bord.

Nach den beiden Vorfällen im vergangenen Sommer ermittelte die spanische Ermittlungsbehörde Civil Aviation Accident and Incident Investigation Commission (CIAIAC). Vor allem in den spanischen Medien begann daraufhin eine Welle der Kritik an Ryanair. Unverantwortlichkeit, Gefährdung der Passagiere, Sparwahn warfen sie der Fluggesellschaft vor. Von Ryanair hieß es immer, man habe sich nichts zu Schulden kommen lassen und stets alle Regeln beachtet.

Nie das Gesetz gebrochen

Das bestätigt nun auch die CIAIAC. Ryanair habe das Gesetz nie gebrochen. Doch die Airline fliege mit «der Minimalstmenge an Treibstoff», heißt es weiter. Das spare zwar Geld, doch lasse keinen Spielraum im Fall von Unvorhergesehenheiten. Gegen die Sparsamkeit von Ryanair können die Behörden nichts unternehmen. Immerhin, so schreiben die Ermittler weiter, bedeuten die Einsparungen auch einen Wettbewerbsvorteil.

Doch genau da sehen sie auch das Problem. Denn diese Praxis verleite Wettbewerber dazu, es genauso zu tun. Und dann könnte es wirklich gefährlich werden. Denn wenn in einer ähnlichen Situation nicht nur ein, sondern gleich mehrere Flieger einen Notfall wegen Treibstoffknappheit anmelden, kann ein einzelner Flughafen das unter Umständen nicht stemmen.

Höhere Mindestmenge

Daher raten die Experten der CIAIAC den europäischen Behörden, die Mindestmenge, die Flugzeuge an Treibstoff mitnehmen müssen, zu erhöhen. Nur so ließen sich derartige Notfälle in Zukunft verhindern. Für die Neuberechnung der Mindestmengen müsste man durchschnittliche Wartezeiten und mögliche Umleitungen miteinberechnen, heißt es. Denn daran, dass Ryanair keinen Tropfen mehr als nötig mitnehmen werde, dürfte sich so schnell nichts ändern.

Mehr zum Thema

ticker-ryanair

Ryanair startet Flüge von Bremen nach Kalabrien

ticker-ryanair

Sunweb setzt künftig auch auf Ryanair-Flüge

Bombardier Challenger 3500: Die Ryanair Group hat vier Flugzeuge im Portfolio.

Ryanairs geheime Bombardier-Challenger-Flotte

ticker-ryanair

USA übernehemen Untersuchung zu Fenster-Zwischenfall auf Ryanair-Flug nach Memmingen

Video

Canadair CL-415 beim Wasser tanken: Das Flugzeug ist Teil des EU-Katastrophenschutzes.
Während in Frankreich, Spanien und Italien Zehntausende vor den Flammen fliehen, mobilisiert die EU ihre Löschflugzeugflotte Resc EU. Doch die Maschinen sind im Schnitt über 30 Jahre alt. Ersatz ist bereits bestellt, kommt aber erst 2028.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
delta kapitaen verlaedet gepaeck
Der Flug ab Atlanta hatte schon Verspätung und es war nur ein Mitarbeiter da, um das Gepäck ins Flugzeug zu laden. Da stieg ein Pilot von Delta Air Lines aus und packte mit an.
Timo Nowack
Timo Nowack
Der Airbus A350-1000 ULR mit der Kennung F-WULR ist um 10:43 Ortszeit zum ersten Mal auf australischem Boden gelandet.
Ohne Passagiere, aber mit über tausend Sensoren an Bord, ist der erste Airbus A350-1000 ULR für Qantas Project Sunrise in Melbourne gelandet. Der Testjet legte die Strecke von Toulouse in nicht ganz 20 Stunden zurück, noch in unlackierter Green Livery.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies