Ryanair-Flügel: Sparen bis zum letzten Tropfen

Ryanair gibt Behörden zu denken

Einem Ryanair-Jet ging im vergangenen Jahr beinahe das Benzin aus. Falsch machte die Airline nichts. Gerade deshalb könnten nun Gesetzesänderungen anstehen.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Für die Ryanair-Jets wurde es im vergangenen Jahr mehr als nur einmal eng. Eine der B737 musste im Mai statt in Alicante in Valencia landen, eine andere im Juli statt in Madrid ebenfalls in Valencia. Im Grunde soll eine solche Umleitung die Sicherheit der Passagiere erhöhen. Doch in diesem Fällen sah es etwas anders aus. Beide Male mussten die Piloten des Billigfliegers einen Notruf aussenden, damit man sie schneller als geplant landen lässt. Der Grund: Sie hatten nicht mehr genug Treibstoff an Bord.

Nach den beiden Vorfällen im vergangenen Sommer ermittelte die spanische Ermittlungsbehörde Civil Aviation Accident and Incident Investigation Commission (CIAIAC). Vor allem in den spanischen Medien begann daraufhin eine Welle der Kritik an Ryanair. Unverantwortlichkeit, Gefährdung der Passagiere, Sparwahn warfen sie der Fluggesellschaft vor. Von Ryanair hieß es immer, man habe sich nichts zu Schulden kommen lassen und stets alle Regeln beachtet.

Nie das Gesetz gebrochen

Das bestätigt nun auch die CIAIAC. Ryanair habe das Gesetz nie gebrochen. Doch die Airline fliege mit «der Minimalstmenge an Treibstoff», heißt es weiter. Das spare zwar Geld, doch lasse keinen Spielraum im Fall von Unvorhergesehenheiten. Gegen die Sparsamkeit von Ryanair können die Behörden nichts unternehmen. Immerhin, so schreiben die Ermittler weiter, bedeuten die Einsparungen auch einen Wettbewerbsvorteil.

Doch genau da sehen sie auch das Problem. Denn diese Praxis verleite Wettbewerber dazu, es genauso zu tun. Und dann könnte es wirklich gefährlich werden. Denn wenn in einer ähnlichen Situation nicht nur ein, sondern gleich mehrere Flieger einen Notfall wegen Treibstoffknappheit anmelden, kann ein einzelner Flughafen das unter Umständen nicht stemmen.

Höhere Mindestmenge

Daher raten die Experten der CIAIAC den europäischen Behörden, die Mindestmenge, die Flugzeuge an Treibstoff mitnehmen müssen, zu erhöhen. Nur so ließen sich derartige Notfälle in Zukunft verhindern. Für die Neuberechnung der Mindestmengen müsste man durchschnittliche Wartezeiten und mögliche Umleitungen miteinberechnen, heißt es. Denn daran, dass Ryanair keinen Tropfen mehr als nötig mitnehmen werde, dürfte sich so schnell nichts ändern.

Mehr zum Thema

ticker-wizzair-1

Wizz Air und Ryanair nehmen Flüge nach Jordanien wieder auf

Boeing 737 von Ryanair: Bald mehr in Riga unterwegs.

Ryanair verspottet Air Baltic als «Zombie» - und greift die kriseldne Airline frontal an

ticker-ryanair

Boeing 737 Max von Ryanair kommt bei Landung mit Winglet der Piste gefährlich nahe

ticker-ryanair

39 Prozent der Ryanair-Aktionärinnen und -Aktionäre stimmen gegen Michael O’Learys Vergütung

Video

Die abgestürzte Beechcraft im Maisfeld: Alle vier Personen haben überlebt.
In Wisconsin stürzt ein Kleinflugzeug in ein Maisfeld. Die ersten Helfer kommen nicht über die Straße, sondern mit dem Fallschirm aus einem anderen Flugzeug, das zufällig in der Nähe war.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
dubai vertiport 22
Wie funktioniert ein Verkehrsmittel, das es bislang noch gar nicht im kommerziellen Betrieb gibt? In Dubai laufen die letzten Vorbereitungen für den Start von Flugtaxis. Skyports-Manager Gareth Wilson verrät, warum Passagiere gewogen werden, wie schnell der Check-in ablaufen soll und weshalb das Netz mit nur einem einzigen Evtol startet.
gerard al fil
Gérard Al-Fil
Airbus A350 F Erstflug in Toulouse: Der Frachter war vier Stunden in der Luft.
Vier Stunden, 220 Gigabyte Daten und ein Start ohne elektronische Schutzfunktionen: Der Airbus A350 F ist zum ersten Mal geflogen. Was die Crew testete und was den Frachter besonders macht.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies