Flieger von Ryanair: Man besteht auf die richtige Wortwahl

Ryanair besteht auf Schnörkel

Der irische Billigflieger wehrt sich gegen das Synonym «No-Frills», welches britische Medien für ihn verwenden. Und schießt damit ein Eigentor.

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«No-Frills Airline» – so werden Ryanair, Easyjet und andere Billiganbieter im angelsächsischen Raum genannt. Das heißt so viel viel wie «ohne Schnörkel», ohne Extras also. Doch ausgerechnet Ryanair beschwert sich nun über diese Bezeichnung. Offenbar schrieb Kommunikationschef Robin Kiely eine E-Mail an verschiedene britische Medien, darunter auch die Zeitung The Telegraph. Darin bat er darum, die Bezeichnung «No Frills Airline» aus allen Texten über Ryanair zu entfernen. «Die Bezeichnung ist mittlerweile nicht mehr zeitgemäß.»

Seine Begründung: Immerhin gebe es die Möglichkeit, Plätze zu reservieren, man habe alle Jets mit Ledersitzen ausgestattet, es gebe Online-Check-In und Essen an Bord. Das, so Kiely, könne man doch nicht als schnörkellos bezeichnen. «Wir sind eine Lowcost-Anbieterin», erklärte der Sprecher. Der Telegraph solle doch daher einen Artikel anpassen, der ihn zum Schreiben veranlasste. In dem Text schrieb die Zeitung über die Passagierzahlen bei Ryanair, die sie zu einem der gefragtesten Anbieter der Welt machen. Mit 80 Millionen transportierte sie rund 30 Millionen Reisende mehr als die zweitplatzierte Lufthansa.

Schnörkel aufgelistet

Den Begriff «No Frills» entfernte die Redaktion danach tatsächlich aus dem Artikel. Stattdessen publizierte sie einen neuen Text, in dem sie die «Frills» von Ryanair auflistete. Sie nahm dafür eine Reise vom Flughafen East Midlands nach Alicante vom 1. bis zum 8. Juli. Das Ergebnis: Zum Flugpreis von 48.48 Pfund kommen 28.50 an Pflichtgebühren hinzu. Dann ging die Zeitung von einem Flug aus, auf dem der Passagier Gepäck aufgibt, einen Platz reserviert, an einem Bord-Bingo teilnimmt, ein Sandwich, einen Tee und ein Glas Wein trinkt, eine Bestätigungs-SMS der Airline erhält und ein Extra-Gepäckstück wie Sportausstattung oder ein Musikinstrument mit an Bord nimmt. Der Preis für den «Schnörkel-Service»: 297.68 Pfund.

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