Flugzeuge von DHL Express: In Massagegeräten versteckter Sprengstoff sollte an Bord von Frachtern gelangen.

Leipzig und BirminghamRussland steckt wohl hinter geplanten Anschlägen auf Jets von DHL Express

In Leipzig und Birmingham flogen im Sommer Versuche auf, mit in Paketen versteckten Brandsätzen Feuer an Bord von Frachtflugzeugen zu verursachen. Jetzt sagen westliche Geheimdienste: Russland steckte dahinter.

Top-Jobs

Goldeck Logo

Inflight Service Personnel (M/F/D)

Feste Anstellung
Business Aviation
Goldeck-Flug GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Wien/LOWW/VIE
Pilatus Logo

Mechaniker & Spengler

Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
Feste Anstellung
Weeze

Verkehrsleiter vom Dienst (w/m/x)

Flughafen Niederrhein GmbH
Weeze
Feste Anstellung
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
DERTOUR Logo

Virtuelle Reisebetreuung (m/w/d)

Reiseveranstalter
DERTOUR Destination Services AG
Home Office
Vollzeit
Top jobs

Man nennt es hybride Kriegsführung. Dabei wird nicht klassisch mit Waffen agiert, sondern verdeckt und mit neuen Mitteln - Desinformations-Kampagnen, Einmischung in Wahlen und politische Prozesse oder Angriffe auf kritische Infrastruktur und Handelswege. Und genau solche Störaktionen unternimmt Russland inzwischen in Westeuropa.

Der militärische russische Geheimdienst GRU habe den Auftrag, «anhaltendes Chaos auf britischen und europäischen Straße» zu stiften, sagte kürzlich Ken McCallum. Brandstiftung, Sabotage und andere gefährliche Handlungen würden von russischen Agentinnen und Agenten und angeheuerten Kriminellen mit zunehmender Rücksichtslosigkeit durchgeführt, so der Chef des britischen Geheimdienstes MI5 gemäß dem Rundfunkanbieter BBC. Betroffen waren unter anderem schon Deutschland, Großbritannien, Lettland, Litauen, Polen, Schweden und die Tschechische Republik.

«Angst und Spaltung verursachen»

So haben russisch gesteuerte Drohnen Kreise über den Stockholmer Flughafen fliegen lassen, die GPS-Systeme der baltischen Länder für die zivile Luftfahrt gestört und den französischen Bahnverkehr am ersten Tag der Olympischen Spiele lahmgelegt. Auch Einrichtungen, die mit der Belieferung der Ukraine in Verbindung stehen, wurden ins Visier genommen. Die Störaktionen sollen «Angst und Spaltung verursachen, um die Unterstützung für die Ukraine zu untergraben, ohne so weit zu gehen, einen Krieg zu provozieren», fasst das Australian Strategic Policy Institute das Ziel zusammen.

In diese Serie reiht sich gemäß jüngsten Erkenntnissen westlicher Geheimdienste auch ein Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle ein. Im Logistikzentrum von DHL Express am ostdeutschen Airport hatte im Juli ein aus dem Baltikum kommendes Paket, das einen versteckten Brandsatz enthielt, Feuer gefangen. Dasselbe passierte bei einer zweiten Sendung im Logistikzentrum am Flughafen Birmingham. So flog der Plan auf, vier Personen wurden inzwischen in Polen verhaftet.

Es war ein erster Test

Die beiden Pakete waren in Litauen aufgegeben worden. Sie enthielten elektrische Massagegeräte, die mit einer brennbaren Substanz auf Magnesiumbasis gefüllt waren. Wie die Zeitung Wall Street Journal mit Verweis auf Geheimdienstkreise berichtet, sei das Ziel gewesen, ein Feuer an Bord von DHL-Jets mit Ziel Kanada und USA zu verursachen. Die Sendungen seien ein Test gewesen, um herauszufinden, wie man solche Sprengsätze an Bord von Flugzeugen nach Nordamerika bringen kann.

Der Leiter des polnischen Auslandsgeheimdienstes erklärte gemäß dem Bericht, dass Russland hinter dem Versuch stecke. Ein solcher Anschlag, sollte er ausgeführt werden, würde eine große Eskalation in Moskaus Kampagne gegen den Westen darstellen, ergänzte er. «Ich bin mir nicht sicher, ob sich die politische Führung Russlands der Konsequenzen bewusst ist, wenn eines dieser Pakete explodiert und ein Massensterben auslöst», so Pawel Szota. Der Kreml weist die Anschuldigungen von sich.

Deutsche Behörden warnten

Nach dem Auffliegen des Anschlagsversuches hatten das Bundesamt für Verfassungsschutz  und das Bundeskriminalamt einen Sicherheitshinweis an Unternehmen aus der Luftfahrt- und Logistikbranche verschickt. Darin warnten sie vor «unkonventionellen Brandsätzen», die über Frachtdienstleister verschickt würden.

Mehr zum Thema

Nur glücklicher Zufall verhinderte Katastrophe mit DHL-Jet

Nur glücklicher Zufall verhinderte Katastrophe mit DHL-Jet

Deutsche Sicherheitsbehörden warnen vor Brandsätzen in Luftfracht

Deutsche Sicherheitsbehörden warnen vor Brandsätzen in Luftfracht

Boeing 777 von Air France: Ein Flieger der Airline musste in Mombasa notlanden.

Bombe auf Air-France-Flug war Attrappe

russland iraero antonov an 26 02

Fluggäste in Russland sitzen auf einmal in Transporter statt in Passagierflugzeug

Video

An einem Airbus A321 Neo: GTF-Triebwerk von Pratt & Whitney.
Der Chef des weltgrößten Leasingunternehmens hat Ratschläge für Fluggesellschaften mit Triebwerken der neuesten Generation. Aengus Kelly warnt vor Problemen und Herausforderungen sowohl bei Kurz- als auch Langstreckenflugzeugen.
Timo Nowack
Timo Nowack
airbusa350edelweissbusinesssuite003
Alles neu bei Edelweiss: Die Schweizer Ferienfluglinie stellt ihre komplett neu entwickelte Airbus-A350-Kabine vor. Premium Economy, Business Suite und ein aufgewertetes Design sollen das Langstreckenerlebnis neu definieren – ohne die Ferien-DNA zu verlieren. Genau darin liegt die Chance. Und das Risiko.
Luca La Rocca
Luca La Rocca
united airlines airbus a321 neo nosewheel
Harte Landung in Orlando: Ein Airbus A321 Neo von United Airlines hat bei der Ankunft in Orlando eines der Räder des Bugfahrwerkes verloren.
Timo Nowack
Timo Nowack